Bundesaußenminister Sigmar Gabriel in Israel

Deutschland zu Gast bei Freunden
Über den Besuch des Bundesaußenministers Sigmar Gabriel in Israel
von Josias Terschüren Mai 2017

Der Autor des Reports ist Josias Terschüren, Direktor für Öffentlichkeitsarbeit bei der Initiative 27. Januar. Diese hat sich in ihrer Arbeit neben dem Gedenken an den Holocaust, dem Kampf gegen Antisemitismus auch der Israelsolidarität als drittem Schwerpunkt verschrieben. Die derzeitige Entwicklung in den deutsch-israelischen Beziehungen sind beängstigend. Josias Terschüren zeichnet die Entwicklungen und Prozesse für die bilateralen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel innerhalb der letzten Monate nach.

„Es ist ein turbulenter Abschnitt der deutsch-israelischen Beziehungen, der sich momentan vor unseren Augen abspielt. Schuld an den Turbulenzen ist einmal mehr der Doppelstandard, der gemeinhin für Israel gilt. Auslöser der aktuellen Spannungen zwischen den befreundeten Nationen ist ein abgesagtes Treffen zwischen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und dem deutschen Außenminister Sigmar Gabriel.

Die Absage durch Benjamin Netanjahu löste in Deutschlands Politik und Medien einen Eklat aus. Um nachvollziehen zu können, warum dieser sich dazu entschloss, den höchsten Diplomaten eines der engsten Verbündeten Israels in der Welt so öffentlich in die Schranken zu weisen, muss man die Vorgänge in einem größeren Kontext betrachten.“

Es lohnt sich die exakt recherchierten Details nachzulesen, die der Autor in seinem Artikel aufgezeichnet hat.

Hier der Link zum vollständigen Artikel 170620 Monitoring-Report-2017-05_Gabriel-in-Israel

Einblicke und Durchblicke in Gottes Heilsgeschichte – bei Nehemia K.1

Gottes Heilsgeschichte mit seiner Menschheit ist aufs engste verwoben mit der Weltgeschichte. Sie sind nicht voneinander zu trennen. – Was Jahrtausende miteinander verbinden

Unsere gesamte Menschheitsgeschichte von Adam an hat einen Anfang und ein Ziel. Wir sind keineswegs einer Vielzahl von Zufälligkeiten unterworfen, sondern da herrscht einer über uns, der einen Plan hat. Und nach seinem Plan läuft die Geschichte der Menschheit ab. Dieser eine ist der allmächtige und ewige Gott. Er ändert sich nicht. Er ist derselbe: gestern, heute und in Ewigkeit. Aber die Menschen und die Reiche dieser Welt ändern sich – und zwar nach göttlichem Plan. Gottes Ziel mit seiner Menschheit ist dies: Die Macht der Sünde soll in dieser Welt gebrochen, Tod und Teufel sollen besiegt und überwunden werden. Unsere Erde soll unter der Herrschaft Gottes und seines Messias in ein Friedensreich verwandelt werden.

Das Buch Nehemia im AT ist das letzte der Geschichtsbücher. Obgleich in den meisten gängigen Übersetzungen Esra und Nehemia jeweils eigenständige Bücher sind, gehörten sie womöglich einst zusammen und bildeten eine Einheit, so wie es auch heute noch in hebräischen Handschriften ist.

Mit dem was wir aus dem Nehemiabuch erfahren, werden uns Einblicke in eine ganz besondere, in eine entscheidende Stunde der Heilsgeschichte Gottes mit seinen Menschen gewährt.
Was ist das Besondere daran? Wir werden Zeugen einer Umbruchzeit in Gottes Heilsgeschichte. Die Zeit des sogenannten Alten Bundes mit dem Gottesvolk Israel neigt sich seinem Ende zu und die Zeit des Neuen Bundes wird vorbereitet.

Einige Sätze zur Person des Nehemia: Von Beruf war Nehemia ein sehr hoher Beamter am Hof des Königs von Persien, Artaxerxes I (464-424 v. Chr.). Nehemia, dieser  hebräische Name hat die Bedeutung „Jahwe tröstet“, also der HERR, Gott, tröstet. Sein Vater war Hachalja. Der war zusammen mit einer von drei Gruppen aus seiner Heimat Juda ins Exil verschleppt worden. Dies passierte im Abstand einiger Jahrzehnte zwischen ca 605 bis 586 v.Chr. Nehemia selbst wurde erst in der Gefangenschaft geboren. Er kannte daher die Heimat seiner Vorfahren nur vom „Hören-Sagen“. Seine hohe Funktion am persischen Königshof wird in unserem Text mit „Mundschenk“ bezeichnet.  Eine sehr hohe, bedeutende und verantwortungsvolle Position. Eine besondere Vertrauensstellung, also eher zu beschreiben als eine Art Privatsekretär. Als Mundschenk von König Artaxerxes I. hatte Nehemia sowohl eine verantwortungsvolle (er musste sicherstellen, dass der Wein des Königs nicht vergiftet war) als auch eine einflussreiche Position, denn ein solch vertrauenswürdiger Diener wurde oft zu einem engen Berater.

Etwa um dieselbe Zeit, bzw. kurz davor lebten die letzten Propheten im AT, Sacharja und Maleachi. Wenig mehr als 500 Jahre vor Chr., also vor der Zeitenwende. Mit diesen beiden letzten Propheten des AT hörte Gott für lange Zeit auf mit seinem Volk zu reden. Die Zeit der Propheten war zu Ende gegangen. Wenig mehr als 5 Jahrhunderte wird es noch dauern, bis Gott ganz neu und noch einmal ganz anders zu seinem Volk redet, ja überhaupt zur ganzen Menschheit: Dann nimmt Gott selbst Menschengestalt an. Er wird in seinem Sohn zu seinem Volk kommen. Gott kommt vom Himmel auf die Erde. Und mit Jesus v. Nazareth bricht eine ganz neue Zeit an. Im Joh.-Evglm erfahren wir: „Das Wort Gottes wurde Fleisch, d.h. nahm Menschengestalt an, und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit“. (Joh 1,14) Gottes zuvor ergangenes Wort durch Mose und die Propheten war allerdings durch das Kommen Jesu nicht hinfällig geworden. Vielmehr „musste sich alles erfüllen was über ihn – von Jesus – im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen geschrieben steht.“ (Lk 24,44) So erklärte es der auferstandene Jesus später seinen beiden völlig frustrierten Jüngern als diese am Abend des Auferstehungstages Richtung Emmaus wanderten. Von der Auferstehung Jesu hatten sie zwar gehört, sie aber weder einordnen noch glauben können.

Die Zeit von Esra und Nehemia waren also heilsgeschichtlich betrachtet eine ganz besondere Umbruchzeit. Es mussten in der Geschichte des Volkes Gottes alle erforderlichen Voraussetzungen für das Kommen des Messias Jesus und sein Rettungshandeln geschaffen werden. Sowohl die äußeren, sprich die politischen, als auch die inneren, die geistlich religiösen.

Dies war ca 140 Jahre zuvor geschehen: Seit 586 v. Chr. lebte das Volk der Juden mit nur wenigen Ausnahmen im Exil. Tausende von Kilometern entfernt vom „verheißenen Land“ in der babylonischen Gefangenschaft. Gottes Gerichtsankündigungen durch Mose (z.B. 3.Mo 20,22) und die Propheten haben sich in schrecklicher Weise erfüllt. Das von Gott verheißene Land, das Josua dem Volk Israel rund 1000 Jahre zuvor ausgeteilt hat und in dem Jahrhunderte später König David sein Großreich aufgebaut hatte, hat seine Bewohner „ausgespien“.

Aber damit war Gott mit seinen Heilsplänen keineswegs am Ende. Im Gegenteil: Es war die Zeit gekommen, ein neues Kapitel seiner Heilsgeschichte aufzuschlagen. Gott selbst wird in seinem Sohn Jesus Christus auf die Erde kommen, um Sünde, Tod und Teufel zu besiegen. Dieses heilsgschichtliche Ereignis besonderer Art musste vorbereitet werden.

Machen wir uns bewusst: Der „Neuen Bund“ wurde mit dem 3 jährigen Wirken des Gottessohnes mit Kreuz und Auferstehung auf dieser Erde aufgerichtet. Es war ein kurzer – aber wunderbarer Höhepunkt in Gottes Heilsschaffen in seinem Kampf gegen Satan und seine Macht. Gott selber erschien in seinem Sohn in dieser Welt. Satan der urzeitliche Gottesrebell war lange zuvor aus dem Himmel auf die Erde geworfen worden. Damit wurde unsere Erde zum Schauplatz der Auseinandersetzung Gottes mit Satan. Es kam zur Entscheidung. Gottes ewiges Wort wurde Fleisch – d.h. Mensch – und wohnte unter uns. In der Person des Jesus von Nazareth.

Dieses zentrale Ereignis in Gottes Geschichte mit seinen Menschen konnte nirgends anders als in der Stadt Davids, nirgends anders als in der Stadt des großen Königs, nirgends anders als in der Hauptstadt des kommenden messianischen Friedensreiches geschehen.  Hier in Jerusalem musste das zentrale Ereignis der Heilsgeschichte Gottes mit Kreuz und Auferstehung  Jesu stattfinden.

Und um diese Vorbereitung geht es im Esra und Nehemia Buch. Die nimmt hier ihren Anfang. Wie hat Gott das gemacht? In göttlicher Souveränität greift Gott ein in das Weltgeschehen. Er beruft sich Menschen, öffnet ihnen die Schrift, schenkt Weisheit und Erkenntnis, er formt sie, befähigt sie, leitet sie und schenkt Gelingen. Schon erstaunlich, wie Gott sich dazu Menschen unterschiedlicher Herkunft, Stellung und Berufe bedient. Nehemia selbst zeigt ein vorbildliches Gottvertrauen und ist zu gößtem persönlichen Opfer bereit.

Das ganze Nehemia-Buch kann unter das Thema gestellt werden:  „die gute Hand Gottes“.  Es lohnt sich das ganze Nehemiabuch einmal im Zusammenhang durchzulesen. Dabei wird deutlich wie treffend der Kommentar von Mc. Arthur in der Studienbibel zur Stelle ist: „„Das vorbildliche Verhalten des berühmten Mundschenks wird bei weitem noch von Gott übertroffen, der dafür sorgte, dass die Mauern Jerusalems trotz des vielen Widerstands und der enttäuschender Rückschläge aufgebaut werden konnten“.

Gott hat Gnade gegeben, dass die Voraussetzungen für das erste Kommen des Messias geschaffen werden konnten. Wir werden Zeugen einer Umbruchzeit in Gottes Heilsgeschichte.

Beeindruckend zu sehen, wie Gott just zu diesem Zeitpunkt Gunst und Wohlwollen unter den Vorstehern seines Volkes und im Volk selbst gewirkt hat. Proteste und Rebellion konnten durch Nehemia im Keim erstickt werden. Seine Leute haben es sich sagen lassen. Ja, es stimmt: „Wenn die Stunden sich gefunden bricht die Hilf mich Macht herein, und dein Grämen zu beschämen wird es unversehens sein.“

Ausführlich wird im letzten Teil der Bibelarbeit auf die Frage eingegangen: Was lehrt uns Gottes Wort über Nehemia für unsere Zeit heute? Was hat sich in den 2 1/2 Jahttausenden nicht geändert und was ist „neu geworden“? Wir leben 2500 Jahre nach Nehemia. Gott ist derselbe geblieben. Seine Ziele mit uns Menschen sind dieselben geblieben. Seine Liebe und sein Erbarmen sind uns zugewandt. Gott sei Dank! Denn von Natur aus sind wir Sünder und bedürfen der Befreiung und Heilung. – Auch daran hat sich seit Nehemias Zeiten nichts geändert. Während Nehemia aber noch z. Zt. des „Alten Bundes“ lebte, so finden wir uns heute im „Neuen Bund“ Gottes vor. Nach Gottes Rettungstat in Jesus mit Kreuz und Auferstehung sind wir eingeladen durch den Glauben an Jesus  Kinder Gottes zu werden. Dann lebt Jesus Christus in uns. Eine ganz neue Qualität der Gottesbeziehung.

Der Apostel Paulus beschreibt dieses göttliche Erbarmen so in Gal 4,4ff: „Als dann aber die Zeit herangekommen war, sandte Gott seinen Sohn. Er wurde von einer Frau geboren und unter das Gesetz gestellt.5 Er sollte die loskaufen, die unter der Herrschaft des Gesetzes standen, damit wir das Sohnesrecht bekämen. 6 Weil ihr nun Söhne seid, gab Gott euch den Geist seines Sohnes ins Herz, der „Abba! Vater!“ in uns ruft. 7 Du bist also nicht länger ein Sklave, sondern Sohn! Und wenn du Sohn bist, dann hat Gott dich auch zum Erben gemacht.

Zusammenfassend soll gesagt sein:

Die Geschichte Nehemias will kann für uns ein Vorbild sein für unseren Lebensweg in der Nachfolge Jesu.  Lassen wir uns davon inspirieren!!! Dann sind wir bereit für die Wiederkunft Jesu.

Der vollständige Vortrag wurde am 23.4.17 in Rutesheim im API Zentrum gehalten.  Er kann unter folgendem Link gelesen und heruntergeladen werden: Neh_1_BiStd_bei_API_in_Rutesheim

 

„Klage – Hilfeschrei – Zuversicht“

Eine Auslegung zu Psalm 10 von Fritz Ehmendörfer

In Psalm 10 erhebt ein zutiefst Angefochtener ein Klagelied.

Er tut das angesichts des Leids, das Gottesverächter, Gewalttäter und Habgierige mit ihrem schlimmen Treiben über Elende und Arme bringen. In der Geschichte des Alten Testaments gehört unser Psalm 10 eng zusammen mit dem vorhergehenden Psalm 9. In der griechischen Übersetzung des Alten Testament sind die beiden Psalmen sogar zu einem zusammengefasst, obwohl sie inhaltlich sehr verschieden sind. Psalm 9 wird König David zugeschrieben und ist vor allem ein Lob- und Danklied. Ja, geradezu ein Siegeslied der Armen und Elenden gegen die Gottlosen, die Frevler, die Unterdrücker. So V 2-4: „Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen und erzähle alle deine Wunder. Ich freue mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster, dass meine Feinde zurückweichen mussten.“  David weiß: dies alles hat er Gott zu verdanken. David weiß auch, dass Gott, der Herr schlussendlich den ganzen Erdkreis und die Nationen richten wird mit seiner Gerechtigkeit.

Unser heutiger Psalm 10 hat demgegenüber einen ganz andern Grundton. Wir hören zunächst keinen Lobpreis auf Gott wie in Psalm 9. Im Gegenteil. Zutiefst angefochten stellt der Beter gleich zu Beginn – fast anklagend – die uns so bekannte „Warum-Frage“:  „HERR, warum stehst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not?“
Und später in Vers 13 noch einmal: „Warum darf der Frevler so frech lästern und in seinem Herzen sprechen: ‚Gott hat’s vergessen, er hat sein Antlitz verborgen, er wird’s nimmermehr sehen‘“. (V 13) In 11 von 18 Versen seufzt und klagt der Beter in unserem Psalm über den Jammer und das Elend des Armen und Schwachen, der dem Treiben des übermütigen Gottlosen, Habgierigen und Gewalttätigen hilflos ausgeliefert zu sein scheint. Er kann nicht mehr an sich halten. Es bricht aus seinem Innersten hervor und er zählt etliche der gemeinen Schandtaten und gotteslästerlichen Taten in seinem Gebet auf.
Z.B.: „Weil der Frevler Übermut treibt, müssen die Elenden leiden.“ „Sein Mund ist voll Fluchens, voll Lug und Trug; seine Zunge richtet Mühsal und Unheil an.“ „Er mordet die Unschuldigen heimlich, seine Augen spähen nach den Armen. Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe im Dickicht, er lauert, dass er den Elenden fange; er fängt ihn und zieht ihn in sein Netz.“ Die uralte Frage der Menschheit „Warum lässt Gott all das Leid zu?“ hat sich Luft gemacht.

Doch dann – völlig unerwartet – ist ein befreiender Hilfeschrei zu hören.

Urplötzlich verstummt das Klagelied nach V11. Und in V 12 ist vom Beter ein gebietender Gebetsruf zu vernehmen: „Steh auf, HERR! Gott, erhebe deine Hand! Vergiss die Elenden nicht!“

Die Worte von Psalm 10 selbst lassen nicht erkennen wie es zu dieser plötzlichen Umkehrung beim Beten kam. Eben noch die verzweifelte Klage über einen verborgenen Gott und dann plötzlich der beherzte Hilfeschrei. Eben noch: „Warum stehst du so ferne – und verbirgst dich zur Zeit der Not?“ Und jetzt: „Steh auf, du Gott Israels. Erhebe deine Hand!“

Wie konnte es dazu kommen? Vielleicht waren die beiden Psalmen 9 und 10 in der Tat bei ihrer Entstehung eine Einheit. Dann könnten wir es möglicherweise mit einem überraschenden Blickwechsel des Beters zu tun haben. Der schaut plötzlich nicht länger auf das was der Böse anrichtet, sondern er lenkt seinen Blick auf das was sein Gott tun kann und erinnert sich wie Gott schon oft helfend eingegriffen hat. Das soll auch jetzt wieder geschehen. Der Angefochtene kann über das zu Herzen gehende Elend um ihn herum hinausblicken und  zuversichtlich auf Gottes sieghaftes Handeln vertrauen. Er betet: „Herr Gott, du schaust den Jammer, vergiss den Elenden nicht; du bist der Waisen Helfer. Zerbrich den Arm des Frevlers.“ „Suche den Frevel heim, dass man nichts mehr davon findet.“

Jetzt ist der Blick des Beters auf Gottes Macht gerichtet. Sein Blickwechsel hat in seinem Herzen hat eine völlige Veränderung geschaffen und Zuversicht bewirkt;
die anfängliche Niedergeschlagenheit wurde besiegt und vertrieben. Nur noch triumphierende Worte sind von da an bis zum Ende des Gebets zu hören. Sie erinnern an den vorausgehenden Psalm 9. In einer neueren Übersetzung klingt das Gebet Psalm 10 mit einem Siegesruf so aus:

„Gott, der Herr, ist König für immer und ewig! Die ihn missachten, verschwinden aus seinem Land. Du hast die Sehnsucht der Armen gestillt,
Herr, du stärkst ihr Herz, du hörst auf sie. Du schaffst den Waisen und Bedrückten Recht; kein Mensch auf der Erde muss mehr erschrecken.“

Ich habe mir die Frage gestellt: Wie kommt es, dass dieses – vielleicht 3000 Jahre alte Gebet von Psalm 10 für uns an Gott und an Jesus Glaubende bis heute so hochaktuell ist? Wie kommt es, dass dieser Dreiklang beim Beten: „zuerst Klage – dann Hilfeschrei – und zuletzt Zuversicht“ die Zeiten überdauert hat. Seit Urzeiten bis heute erleben Gläubige wie aus ihrem Notschrei: „HERR, warum?“ und nach einem Hilferuf: „Steh auf Herr, erhebe deinen Arm“ sich bei ihnen die feste Zuversicht einstellt: „Der HERR ist König immer und ewig, … du schaffst Recht den Waisen und Armen!“

Die Bibel gibt uns eine Antwort: Unser menschliches Leben auf dem Planeten Erde findet seit dem Sündenfall in diesem Spannungsfeld statt. Der Teufel als der Widersacher Gottes hat die ganze Menschheit unter den Fluch der Sünde gebracht. Wohl hat Jesus mit seinem Tod am Kreuz und seiner Auferstehung uns Menschen aus der Versklavung unter die Sünde erlöst und Satan besiegt. Völlig ausgeschaltet aber hat er ihn noch nicht. Das ist erst mit der Wiederkunft Jesu verheißen. Bis dahin leiden an vielen Orten auf unserem Planeten Menschen z.T. schrecklich unter schreiender Ungerechtigkeit und erbarmungsloser Ausbeutung. Viele mögen denken: und Gott schweigt. Aber nein, er schweigt nicht. Seit Jesus, der Sohn Gottes, auf unsere Erde war ist eine neue Zeit angebrochen. Die tödliche Macht der Sünde und des Todes ist gebrochen. „Jesus Christus hat den Tod entmachtet und uns durch die gute Botschaft unvergängliches Leben geschenkt.“ (2.Tim 1,10 NeÜ)

Es mag sein, dass der Böse uns schwer zusetzt sodass wir jammern und klagen: „Ach, Herr, mein Gott, warum?“ Er will uns als Glaubende aus der Gemeinschaft mit Jesus herauslösen. Eins aber kann er nicht verhindern: dass wir in aller Not unseren Blick auf Jesus werfen und um Hilfe zu schreien. Jesus wird uns ganz gewiss heraushelfen.

Gesendet in ERF Plus Bibel heute am 12.3.2017

„Gottes Friedensplan für Nahost – und wie er erkennbar Konturen gewinnt“.

Vortrag in der EFG Bretten (Baptisten) am 16.11.2016

Kaum ein Tag vergeht ohne beunruhigende Nachrichten über Krieg und Terror aus dem „Nahen Osten“.  In einem Gespräch mit einem Bekannten ging es um Schlagzeilen in den aktuellen Nachrichten. Wir sprachen über Krieg, Gewalt, Hass und Terror im Nahen und Mittleren Osten. Vielen erscheint dieser Konflikt wie ein Pulverfass für einen möglichen neuen Weltkrieg. Im Verlauf unseres Gesprächs sagte ich unvermittelt: „Ein Großteil der Völker des ‚Nahen Ostens‘ – wird einmal zum Segen werden für die gesamte Völkerwelt.“ Darauf die Antwort meines Bekannten: „Das glaube ich nicht!“ Eigentlich ist seine Skepsis nachvollziehbar.

Ich frage nun: „Woher nehme ich meine Zuversicht für eine positive Zukunft?“  Um es rundheraus zu sagen: „Aus dem Wort Gottes, aus der Bibel.“ Vor mehr als 2 ½ Jahrtausenden hat der lebendige Gott seine Zukunftsperspektive durch seinen Propheten Jesaia aufgezeigt: „Zu jener Zeit wird es eine Straße von Ägypten nach Assur geben. Die Völker werden sich gegenseitig besuchen und gemeinsam dem HERRN, dem Gott der Bibel, dienen. Dann wird Israel der Dritte im Bund sein und – zusammen mit Assur und Ägypten – ein Segen für die ganze Erde.“ So lesen wie in Jesaja 19,23.24. Statt „Fluchachse“ wie jetzt, dann einmal

In meinem Vortrag werde ich aufzeigen, warum dieses Prophetenwort auch für unsere Zeit glaubwürdig und noch in Kraft ist. Zu dem aber können wir erkennen, wie sich Gottes prophetisches Wort vor unseren Augen  in unserer Zeit erfüllt. Wir werden dabei feststellen, dass der Friedensplan Gottes für Nahost nicht kompatibel, nicht vereinbar ist, mit den Plänen die sich Menschen, Völker und ihre Regierungen machen. Denn Gottes Lösung gegen das ausufernde Chaos in der Welt geht viel tiefer als alle politischen Konzepte. Gott liebt seine Welt, darum ist er der bösen Natur des Menschen an die Wurzel gegangen und hat unser menschliches Elend mitsamt unserer Schuld und ihren Folgen durch Jesu Tod und Auferstehung überwunden. Erstaunliches und Mutmachendes  wird uns den Krisenregionen berichtet.

Lassen Sie sich davon überraschen, wie Gottes Friedensplan für Nahost  – und für die ganze Welt – Konturen gewinnt.

161115-efg-bretten-gottes-friedensplan-fuer-nahost-erkennbare-konturen

Einladung zu Gebetsabenden im August 2016:

Mühlacker (FEG): Sonntag, 14.08.2016 von 19:30 bis 21:00
In den Räumen der FEG Mühlacker, Ziegeleistraße
Knittlingen:    Montag,  15.08.2016  von 19:30 bis 21:00
Evang. Gemeindehaus im Pfleghof (Matthias Claudiuszimmer)

Für die biblische Besinnung wollen wir diesmal auf den Text des diesjährigen Israelsonntags 2016 Rö 9,1-8.14-16 (31.07.16) hören. U.a. lesen wir dort von Paulus:

 „Ich selber wünschte, verflucht und von Christus getrennt zu sein für meine Brüder, die die Israeliten sind…aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen.“ (aus Rö 1,1-8)

Paulus liebt sein Volk Israel mit einer Liebe, die ihn alles kosten darf. Es ist die Liebe Gottes, seit Pfingsten ausgegossen in die Herzen von uns Christenmenschen durch den Heiligen Geist. Gott will, dass wir Paulus zum Vorbild nehmen und das Gottesvolk ebenfalls lieben. Sind wir dazu bereit? Durch die Liebe Gottes, unseren gelebten Glauben und unsere Gebete tragen wir dazu bei, dass sich viele Israeliten aus Ihrer fleischlichen Nachkommenschaft Abrahams retten lassen und zu Kindern der Verheißung  – zu Gottes Kindern – werden. Auch die Juden brauchen Jesus um gerettet zu werden.

Neben positiven Nachrichten über die Ausbreitung der frohen Botschaft hören wir aus Israel von unseren messianischen Geschwistern derzeit allerdings auch äußerst besorgte Stimmen über den Zustand Israels: Reuven Berger, ein an Jesus glaubender Jude und Gemeindeleiter der Christchurch, Jerusalem). „Wir müssen der Ernsthaftigkeit dessen bewusst werden … und dürfen das nicht ignorieren: Die Parade (3.6.16 Tel-Aviv Pride), die 200 000 Teilnehmern angezogen hat, wurde von führenden Personen unterstützt. … Es war eine grauenvolle Woche von perversen Ereignissen, die aufdringlich angeboten wurden“. Als Beispiel dafür: Ministerpräsident Netanyahu zur kürzlichen Schwulen- und Lesben-Parade in Jerusalem: „Leider gibt es noch immer Menschen unter uns, die nicht bereit sind, die LGBT-Gemeinde zu akzeptieren. Wir alle haben das Recht und die Pflicht, uns gegenseitig zu akzeptieren, unabhängig von Rasse, dem Glauben oder Sexualität. Wir alle sind nach Gottes Bild geschaffen worden, wir sind alle Israelis, Bürger dieses Landes, wir sind ein Volk! Ich bitte Euch, solidarisch mit unseren Schwestern und Brüdern der LGBT-Gemeinde zu sein, … . Würde, Respekt, Anerkennung, das sind die Werte, die siegen werden.“ Auch Staatspräsident Rivlin hat sich ähnlich geäußert.

Dazu nochmals Reuven Berger zur Parade in Tel-Aviv: „Wir dürfen die schamlose Werbung nicht ignorieren, denn es ist ein offensichtlicher Akt der Auflehnung gegen den Gott Israels, insbesondere weil Tel Aviv anstrebt die Schwulenhauptstadt der Welt zu werden. Als der Leib Christi hier im Land müssen wir Fürbitte leisten und Gott darum bitten, uns von seinen Gerichten zu verschonen. Es wird berichtet, dass mehr als 60% der  Israelis gleichgeschlechtliche Ehen befürworten. Ich glaube, dass wenn Gott Sodom und Gomorra für diese und andere Sünden gerichtet hat, ER auch uns nicht verschonen wird, wenn wir nicht Fürbitte tun vor Seinem Thron, so wie es unser Vater Abraham getan hat.“

Das wollen wir tun, unsere jüdischen Geschwister im Gebet und in der Fürbitte unterstützen. Darum kommen wir zu unseren Gebetsabenden zusammen. Uns als Gemeinde Jesu aus den Nichtjuden ist die besondere Aufgabe zugewiesen, Gottes Liebe in Jesus Christus einer „verlorenen Welt“ – aber v.a. auch dem Gottesvolk Israel – zu bezeugen. Dazu gilt es vor Gott im Gebet dafür einzutreten, dass sich noch viele Menschen – Juden und Nichtjuden – vor dem bevorstehenden Gericht retten lassen. (Pfingstpredigt des Petrus: Apg 2,40). Das wollen wir tun und uns dabei vom Geist Gottes leiten lassen. Bitte kommt selbst und bringt noch andere mit.

Wir können was wir sollen – JESUS nachfolgen! – zu einem unbeschreiblich herrlichen Ziel

Predigt zu 1. Petrus 2,21-25

1Pe 2:21 Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend, auf dass ihr seinen Fußstapfen nachfolget;
1Pe 2:22 welcher keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Munde erfunden,
1Pe 2:23 der, gescholten, nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der recht richtet;
1Pe 2:24 welcher selbst unsere Sünden an seinem Leibe auf das Holz hinauf getragen hat, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben, durch dessen Striemen ihr heil geworden seid.
1Pe 2:25 Denn ihr ginget in der Irre wie Schafe, aber ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen.

Unser blauer Planet – in den unendlichen Weiten des Universums – ist nicht nur von der schützender Atmosphäre umgeben, nicht nur vom Energiespender Sonne bestrahlt und von allem was das Leben von Tieren, Pflanzen und Menschen garantiert. Weit mehr:

Wir sind eingehüllt von der Liebe und Barmherzigkeit unseres himmlischen Vaters. Der Schöpfer-Gott ist Liebe. (Joh 3,16)

Ich sage hier etwas – und garantiert – dies ist in der morgigen Tageszeitung nicht zu lesen: Völlig unabhängig aller negativer Schlagzeilen: Die gute Nachricht gilt, sie steht fest: Gottes Liebe und sein Erbarmen hüllt uns ein. Jesus hat uns eine helle, lichte und heile Zukunft bereitet.
Ebenso unabhängig vom persönlichen Ergehen. Welche Not auch immer uns bedrängt: Krankheit, Armut, Leid und Trauer, Heimweh …,  sind wir  eingeladen uns in Gottes Liebe und Erbarmen hineinnehmen zu lassen.

Der Apostel Petrus,  Zeitgenosse Jesu, ein Augenzeuge von damals, bricht zu Beginn seines ersten Briefes (Kapitel 1) in hellen Jubel aus:

3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten,
4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch,
5 die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit.
6 Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, (LÜ)

Vergessen wir nicht – dieser Petrus starb Jahre später den Märtyrertod. Er wurde gekreuzigt. Aber das war nicht sein Ende. Er lebt jetzt bei seinem Herrn im Licht.

So sind auch wir sind in die Nachfolge JESU gerufen, auf einen Weg mit IHM auf dem ER uns zu einem unvergleichlich herrlichen Leben führt.

Wir können in Jesu Fußstapfen treten und ihm nachfolgen. Auch wenn wir dabei in unserer zunehmend gottloseren Gesellschaft in eine Außenseiterrolle hineinkommen. Je mehr die Lichter in dieser Welt ausgehen und je dunkler es wird umso näher rückt die Wiederkunft Jesu. Diese Zeit wird uns von Jesus, den Aposteln und Propheten als eine äußerst bedrohliche und beschwerliche Zeit beschrieben. Aber JESUS wird uns ans Ziel bringen. Wie wir mit Jesus zusammen unser Leben meistern können und warum wird in der Predigt 1.Petr_2,21b-25_Predigt_Ev.KiGd_Gündelbach_17.4.16 ausgeführt:

„Freut euch, allewege – der Herr ist nahe“ – mit Gottes Kraft ins neue Jahr!

Predigt am Sonntag nach Neujahr in der FeG Mühlacker, am 3.1.2016

Wie geht es Dir heute Morgen?

Jetzt wo alle Feiertage hinter uns liegen. Und wo für viele morgen früh der Alltage wieder beginnt.
Besonders interessiert es mich: Wie sieht es in euch aus? Wie steht’s mit der Freude? Konntet ihr etwas von der „Weihnachtsfreude“ erleben? Und wenn ja, konntet ihr was herüberretten von der Weihnachtsfreude ins neue Jahr? Weihnachten – oft das Fest Freude genannt!

Eines der bekanntesten Weihnachtslieder, jeder hat es schon gesungen:
„O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Weihnachtszeit. Welt ging verloren, Christ ist geboren. Freue dich, freue dich o Christenheit.“

Soviel wissen wir von damals: Die Hirten in jener Nacht auf den Feldern vor Bethlehem dösten vor sich hin. Vielleicht saßen sie um ein Feuer. Da urplötzlich … riss der Himmel auf und …nach Lk:

Siehe, des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids. (Luk 2,0-11)

Das war der Augenblick in der Menschheitsgeschichte, der die Welt verändern sollte. Die Hirten machten sich auf in das Städtchen Bethlehem und fanden in einem Stall Maria mit Joseph und dem Kind in der Krippe, gebettet auf Stroh. Sie beteten an das Neugeborene. Den Heiland und Retter der Welt. Danach waren diese rauen Gesellen nicht mehr dieselben. Ihre Herzen waren mit großer Freude erfüllt. Und …

Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. (Luk 2:20 )

Die Freude ist ein ganz zentrales Thema der Bibel. „Freude“, das ist doch Gottes Thema mit uns, seinen geliebten Menschen – durch die ganze Bibel hindurch.
„…die Freude und nur die Freude führt ans Ziel aller Wege Gottes mit uns“, sagte der Schweizer Theologe und Predigtlehrer Rudolf Bohren. Oder: „„Die Freude ist der Doktorhut des Glaubens“, sagt Martin Luther.

Auch Jesus, unser Herr, wollte, dass sich seine Jünger freuen. Noch Stunden vor seinem Tod am Kreuz. Im Johannesevangelium erfahren wir vom letzten Zusammensein Jesu mit seinen Jüngern. Letzte Worte haben bekanntlich ein besonderes Gewicht. Erst recht beim Gottessohn. Er sagte seine Nachfolgern:

Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet an Gott und glaubet an mich!
In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin euch die Stätte zu bereiten.
Und wenn ich hingehe euch die Stätte zu bereiten, so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. „ (Joh 14,1-3) ….
„Das sage ich, damit meine Freude in euch bleibe, und eure Freude vollkommen werde.“ (Joh 15,11)

Kein Wunder, dass auch bei Paulus die Freude ein zentrales Thema ist. Ganz besonders der Brief des Apostels an die Christen in Philippi bringt dies zum Ausdruck. Der Philipperbrief wird der Brief der Freude genannt. Gleich 14 Mal kommt das Wort Freude in den vier kurzen Kapiteln vor. Gott will uns mit Freude beschenken. Vor diesem Hintergrund nochmals meine Frage: Hat euch in den zurückliegenden Tagen diese „Freude“ gepackt? Und wenn ja, konntet ihr was herüberretten von dieser „Weihnachtsfreude“ ins neue Jahr?

Um diese Freude in unserem Leben in der kommenden Zeit soll es heute Morgen gehen.

Dazu hören wir auf zwei Verse aus dem Brief des Pls an die Christengemeinde in Philippi.

Freuet euch in dem HERRN allewege! Und abermals sage ich: Freuet euch!
  ….der HERR ist nahe! Phil 4,4.5

„Freut euch!“ – ausstrecken sollen wir uns nach der Freude– sie ergreifen.
„Zupacken“. Zweimal fordert Paulus die Christen in Philippi hier auf: Freuet euch … Leute, was immer geschieht. Freut euch; freut euch unter allen Umständen. Und noch einmal sage ich euch „Freut euch!“

Aber Paulus, so möchten wir da fragen, was soll das?
„Kann man Freude denn einfach befehlen – dazu noch: „freut euch allezeit, freut euch allewege, unter allen Umständen?“ Auf unseren Einwand hin höre ich unseren Bruder Paulus antworten: „Ihr lieben Leute, ich befehle Euch gar nichts. Aber ich lade Euch ein.“ Versteht mich nicht falsch, würde er vielleicht noch dazu sagen. Meine Aufforderung ist keinesfalls ein Befehl. Es ist eine Einladung; ich lade euch ein euch zu freuen: freut euch, wo immer ihr unterwegs seid, ihr habt nämlich allen Grund dazu“.

Diese Einladung  „Freuet euch!“ ist alltagstauglich. Sie ist praktikabel in jeder Lebenssituation. Alles andere als eine graue Theorie. Das Geheimnis liegt in den beiden Wörtern „im Herrn“. „Freut euch im Herrn, allewege“ – wir können das tatsächlich – uns „allewege“ freuen, doch nur „in dem Herrn“
„Freut euch – in dem Herrn!“ Das ist das Geheimnis des Apostels Paulus. Und diese Freude ist von ganz besonderer Qualität, von einzigartiger Qualität. Es ist eine Freude „made by God“. Wir können sie nicht selber machen. Der Schlüssel zur echten bleibenden Freude liegt tatsächlich in den beiden Wörtern: „im Herrn“ Ohne diesen Schlüssel bleibt für uns die Türe zu dieser überragenden und bleibenden Freude verriegelt, verschlossen.

Ohne dieses „im Herrn“ käme das „Freut euch“ der Aufforderung gleich: „Zieht euch am eigenen Schopf aus dem Sumpf“. Das geht nicht. Das konnte allenfalls Münchhausen im Märchen. Freunde, wir alle stecken doch im Sumpf. Wir alle. Wir sind von Natur aus tief eingesunken in den Sumpf der Sünde, Und d.h. wir sind getrennt vom Leben mit Gott. Paulus bringt es im Römerbrief Kap 3 auf den Punkt:

… denn alle haben gesündigt. Und in keines einzigen Menschen Leben mehr kommt Gottes Herrlichkeit zum Vorschein. M.a.W. alle Menschen haben die ursprüngliche Herrlichkeit Gottes verloren. Die Herrlichkeit; nach der der Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen war; ging verloren. Verloren durch den Sündenfall.

Das ist die Realität und zugleich die Not der Menschheit seit Jahrtausenden. Durch die Sünde – sprich durch unsere selbstverschuldete Trennung von Gott – ist Stolz, Hochmut, Eigenliebe, Ichsucht in unser Herz eingezogen. In mein Herz! Das alles klebt an mir und an dir und wir kriegen dieses tödliche Gift nicht los. Nicht aus eigener Kraft – nicht aus uns heraus. Doch genau deswegen hatte Gott es Weihnachten werden lassen. Sein Sohn kam uns zu befreien, zu erlösen: „Welt ging verloren, Christ ist geboren, freue dich, freue dich o Christenheit …“

Das Geheimnis für die göttliche Einladung „Freut euch“ steckt also in dem kleinen Zusatz drin „im Herrn“. Freut euch – in dem HERRN. Das macht den ganzen Unterschied aus. Dieses „im Herrn“. Die Türe zur wahren göttlichen Freude öffnet sich für uns, wenn uns dieses Geheimnis erschlossen wird: „freut euch im Herrn.“

Erfahren Sie wie diese göttliche Einladung – wo sie angenommen und gelebt wird – in schwierigsten Lebenslagen Veränderungen schafft. Lesen Sie dazu die ganze Predigt: Phil-4-4.5 Predigt_FeG 3.1.16

 

Predigt zu Hi 2,10: „Feuerfestes Christsein“ – von Hiob lernen.

Was für ein Bekenntnis zu Gott – welches Vertrauen:
Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen? Hiob 2,10
(Monatsspruch für Oktober 2015)

Ein überwältigendes Glaubensbekenntnis des schwerst geprüften Hiob zu seinem Gott.

Wir erleben heute eine krisengeschüttelte Welt mit weiter wachsendem Konfliktpotential und wir sind völlig ungewiss, was als Nächstes über uns hereinbricht. Dieses absolute Vertrauen des Hiob in den lebendigen Gott fordert uns in unserer gegenwärtigen Weltzeit in besonderer Weise heraus.

Manchmal werde ich gefragt, wie ich unsere Zeit verstehe, einschätze. Es ist die Frage wie ich mit den Ängsten, Sorgen und Nöten angesichts der sprichwörtlichen Hiobsbotschaften umgehe: Flüchtingsströme zu 100 000en, die zu uns kommen; zunehmende Gewaltbereitschaft; gesellschaftliche Spannungen, Korruption, Gesetzlosigkeit, Betrug, wachsende Kriminalität, u.u.u; darüber hinaus weltweit Kriege; Terror, Naturkatastrophen. Nicht zuletzt auch die dramatische Zuspitzung im Kampf gegen Israel. Täglich gibt es derzeit neue Gewaltausbrüche. Todesopfer auf beiden Seiten bei Juden und Arabern.

„Wie werde ich damit fertig, wie gehe ich damit um? Unter dieser Fragestellung bin ich auf diesen Monatsspruch für Oktober gestoßen und habe mir das überragende Gottvertrauen des Hiob näher angeschaut. Und ich habe Antworten gefunden. Hilfreiche, um trotz all der bedrängenden Zeitumstände heute zuversichtlich nach vorne zu blicken. Wir können wissen: „Gott ist im Kommen. Gott hat das letzte Kapitel der Geschichte aufgeschlagen.“ Ewigkeit ist nicht in der Zukunft – sie ist jetzt und heute. Ewigkeit ist – wie wir gesehen haben eine weitere Dimension unserer Wirklichkeit. Sie muss uns aber geoffenbart werden, um sie zu erkennen. „Christus in uns-die Hoffnung der Herrlichkeit“ (Pls in Kol 1,27) das macht uns zu Ewigkeitsmenschen.

Dann sind wir in der besonderen Lage, unsere Welt und die Menschheitsgeschichte aus Gottes Perspektive zu sehen. Unsere gegenwärtige Zeit mit all den Hiobsbotschaften und Unwägbarkeiten im Licht der Ewigkeit sehen macht uns völlig illusionslos gegenüber allen menschlichen Versuchen eine bessere Welt zu schaffen. Es kann nicht gelingen. Wir müssen uns eingestehen, unsere gegenwärtige Weltlage mit ihren 1000 Nöten lässt sich allein nicht „politisch – innerweltlich“ erklären und schon gar nicht lösen. Deshalb brauchen wir ja den „Ewigkeitsblick“, gespeist aus dem prophetischen Wort der Bibel.

V.a. lernen wir aus der Hiobssgeschichte, dass unsere Welt nicht „eindimensional“ ist. Es gibt viel mehr als wir Menschen mit unseren natürlichen Sinnen erkennen, begreifen verstehen. Es gibt eine irdische und es gibt eine überirdische Welt. Gott gebrauchte seinen treuen Knecht Hiob um Satan ins Unrecht zu setzen. Hinter den Kulissen unserer sichtbaren Welt tobt ein gigantischer kosmischer Kampf. Gott führt seit der Erschaffung unserer Welt Krieg gegen Satan. Und machen wir uns bewusst: Gott hat sein Volk Israel und die Gemeinde Jesu „gewürdigt“ in diesen Kampf und den kosmischen Auseinandersetzung auf Seiner Seite – auf der Seite des Siegers – mitzuwirken! Das ist unsere Realität, unsere Lebenswirklichkeit. Wir wollen an Hiobs Ergehen für unser Leben als Christen lernen: Standhaft am Glauben festzuhalten, auch wenn es unser Leben kosten sollte. Die folgende Predigt will dazu verhelfen.

Hier zu lesen: Hi_2,10_Predigt_in_FeG

Glaubensüberzeugungen stärken angesichts der derzeitigen Bekenntniskrise in der evangelischen Kirche

Vom 20.– 22. und 27.– 29. März 2015 fanden im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen und im Haus Felsengrund in Zavelstein
zwei Kongresse des Gemeindehilfsbundes zum Thema

„Die Gemeinde in der Zerreißprobe zwischen Nachfolge und Verweltlichung“

statt.

Die zusammen etwa 400 Teilnehmer haben mit großer Mehrheit ein Bekenntniswort angenommen und unterschrieben, das ihre Glaubensüberzeugung angesichts der derzeitigen Bekenntniskrise in der evangelischen Kirche ausdrückt.

Den Text haben Pastor Uwe Holmer (Serrahn) und Pastor Dr. Joachim Cochlovius (Walsrode) entworfen.
Dieses Bekenntniswort soll

1.) durch die persönliche Unterschrift der Glaubensvergewisserung dienen;
2.) angefochtenen Christen helfen;
3.) den aktuellen Irrlehren in der evangelischen Kirche entgegentreten.

„Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert
über die Hoffnung, die in euch ist“ (1 Petr 3,15).

Dieses Persönliches Bekenntnis zur vollen Geltung der biblischen Glaubensaussagen soll und kann uns Christen in der gegenwärtigen Zeit der Verführung im Glauben stärken und gewiss machen.  Es ist ein großes Geschenk unseres himmlischen Vaters, dass wir nicht hilf- und orientierunglos den Irrungen und Wirrungen des Zeitgeistes mit den dämonischen Nebelschwaden ausgeliefert sind. Mit uns sind viele Jesusleute im Glauben unterwegs – weltweit, die sich an Jesus, dem Licht der Welt und am Wort der Bibel orientieren. Leider, leider ist keine gesellschaftliche Schicht von diesen schlimmen Verführungen ausgenommen. Auch bei uns nicht. Auch die Kirche nicht.

Umso dankbarer sollten wir für die Bemühungen innerhalb der Kirche sein  klare biblische Wegweisungen und Orientierungshilfen aufzeigen. Wir können uns durch sie inspirieren und im Glauben vergewissern lassen. Die Links zu zwei wertvollen Glaubensstärkungen seien hier genannt: (anklicken müsste genügen!)

  1. 1593_Gemeindehilfsbund_Bekenntniswort
  2. 1506_Hellenschmidt_Gemeindenetzwerk_’Ist Gott interreligiös‘

Jesu Warnung für die Zeit vor seiner Wiederkunft gilt es besonders zu beachten. „Achtet darauf, dass euch nicht jemand verführe.“ (Matth 24,4)

Jerusalem – ein Taumelbecher für die Nationen oder ein Bethaus für die Völker?

Predigt zum Israelsonntag 2015 – Jesu triumphaler Einzug in Jerusalem – und er weint!

Im Folgenden finden Sie einen Auszug der Predigt. Die ganze Predigt finden Sie hier:
Lk_19,41-48_Predigt_zu_Israelsonntag_09.08.15_

1. Hinführung

Einmal im Jahr ist in unserer Evang. Kirche der Focus auf Israel gerichtet. Genauer eigentlich auf Jerusalem. Für den 10. Son.Tr. steht im Pfarramtskalender, das ist der kommende Sonntag: „Gedächtnis der Zerstörung Jerusalems. Aber – so können wir fragen –wer denkt bei uns hierzulande an diesem Tag schon an Jerusalem? Und wenn, welche Gedanken treibt die Leute dann um? Welche Gedanken uns Christen?

In Israel jedenfalls ist es ganz anders. Die haben auch einen jährlichen Gedenktag. Zumindest von den strenggläubigen Juden wird dieser Tag sehr ernst genommen. Man muss diesen Tag mal in Israel miterlebt haben. Es ist der 9.des Monats Av, hebräisch „Tischa Be Av“ im jüdischen Kalender. In unserem Kalender fiel dieser Tag in diesem Jahr auf den 25.Juli Es ist für Fromme Juden der traurigste Tag des Jahres.

Auf der ganzen Welt fasten Juden an diesem Tag. V.a. die orthodoxe Juden fasten, nachdem sie sich zuvor wochenlang, schon nicht rasiert haben – das gilt als Zeichen der Trauer. Am Trauertag selbst dann ist neben Essen und Trinken auch das Baden, die Verwendung von Kosmetika, der eheliche Gemeinschaft und das Tragen von Lederschuhen verboten. Um der Trauer und dem Leid Ausdruck zu verleihen, soll man, der Tradition zufolge, auf einem niedrigen Stuhl oder Hocker sitzen, nicht Arbeiten und auch nicht die Torah studieren, weil das eine Quelle der Freude ist. Am Vorabend dieses Trauertages bleiben im modernen Staat Israel Restaurants und Vergnügungsstätten geschlossen.

Was zeichnete genau diesen Tag in der Geschichte des jüdischen Volkes aus, dass dieser Tag über Jahrtausende zum Synonym der Trauer und des Schmerzes geworden ist?

Viele schwere Schicksalsschläge und Katastrophenfälle in der Geschichte Israels werden mit diesem Tag in Verbindung gebracht. Beide Tempel in Jerusalem wurden an ein und demselben Tag eingenommen und dann zerstört. 9. Av im Jahr 586 vor Christus der Erste Tempel, den der israelitische König Salomo gebaut hatte. Nebukadnezar, der König von Babel ließ ihn niederreißen und verbrennen und führte einen Großteil der jüdischen Bevölkerung in die babylonische Gefangenschaft. Rund 650 Jahre später – im Jahre 70 unserer Zeitrechnung – und 40 Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung haben römischen Truppen den Tempel, den Herodes gebaut hatte, gestürmt und unsägliches Leid, Tod und Verderben über Jerusalem gebracht. Noch eine ganze Reihe anderer Gerichtskatastrophen über Israel werden mit genau diesem Datum in Verbindung gebracht. Oder auch die Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahre 1492. Oder im Jahres 1914 begann der Erste Weltkrieg, in dessen Verlauf insgesamt 134.000 jüdische Soldaten fielen (auf beiden Seiten der Kriegsgegner). Orthodoxe Juden behaupten ferner , dass am 9. Av die ersten Züge in Richtung Auschwitz gefahren sein sollen.
Ich werde heute Morgen viel von dem einfließen lassen, was ich in den vergangenen 10 – 15 Jahren – v.a. in Jerusalem selbst – gelernt habe.

Was geht uns diese Stadt Jerusalem an? In meiner Predigt heute geht es um Jerusalem. Spielt sie für uns Christen heute überhaupt noch eine Rolle spielt. Sie muss!!! Denn Jesus selbst nennt Jerusalem die Stadt des „Großen Königs“. Die Propheten Jesaja und Micha kündigen für messianische Friedenszeit an: „Von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem …“ (Jes 2 u. Mi 4) Der Prophet Joel sagt es so voraus: Juda soll für immer bewohnt werden und Jerusalem für und für. … Und der HERR wird wohnen zu Zion.“

Die Ansicht ist heute weit verbreitet, dass der Streit um Jerusalem vor allem politischer Natur sei. Es streiten sich eben zwei Völker – Israel und die Palästinenser – darüber, wer von ihnen Jerusalem als seine Hauptstadt beanspruchen darf. Man kann es so sehen. Politisch also. Aus dieser Perspektive urteilen dann nicht wenige so: Die Juden und die Araber sollen sich endlich einig werden und die Stadt unter sich aufteilen und dann im Frieden zusammenleben. Viele sind dann schnell mit ihrem Urteil – und dies lesen wir auch meistens in unseren Zeitungen – Da wird dann behauptet: Den größten Fehler machen die, die den politischen Streit auf eine religiöse Ebene heben. Also mit dem Glauben argumentieren. Aber wisst ihr was? Nichts ist falscher als dieses Argument! Der Streit um Jerusalem hat zuallererst und v.a.a. eine religiöse Dimension. Wer dies nicht erkennt, liegt in Wahrheit voll daneben. Die Stadt Jerusalem spielt in Gottes Heilsgeschichte die ganz zentrale Rolle. Das will ich im Folgenden entfalten. Vieles davon habe ich von einem bedeutenden und vollmächtigen Bibellehrer der über 20 Jahre in Jerusalem lebt und arbeitet gelernt. Marcel Rebiai, er ist mir ein lieber Freund und Bruder geworden, dem ich viel verdanke. V.a. auch die Wahrheiten in der Bibel mit Gottes Liebes- und Heilsgedanken zu seinem Volk Israel, zu arabischen Nachbarvölkern und zu den Völkern weltweit. Gott macht sich in unserer Zeit daran alle seine Verheißungen zu erfüllen.

Hören wir zunächst den Abschnitt aus der Bibel für den diesjährigen Israelsonntag. Jesus zieht wenige Tage vor seinem Tod auf einem Esel reitend in Jerusalem ein:

Text aus Lukas 19 die Verse 41-48:
,41 Und als Jesus nahe hinzukam, sah er die Stadt und weinte über sie
,42 und sprach: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Aber nun ist’s vor deinen Augen verborgen.
,43 Denn es wird eine Zeit über dich kommen, da werden deine Feinde um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten bedrängen,
,44 und werden dich dem Erdboden gleichmachen samt deinen Kindern in dir und keinen Stein auf dem andern lassen in dir, weil du die Zeit nicht erkannt hast, in der du heimgesucht worden bist.
Und Jesus ging in den Tempel und fing an die Händler auszutreiben,
,46 und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben (Jesaja 56,7): »Mein Haus soll ein Bethaus sein«; ihr aber habt es zur Räuberhöhle gemacht.
,47 Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Angesehensten des Volkes trachteten danach, dass sie ihn umbrächten, ,48 und fanden nicht, wie sie es machen sollten; denn das ganze Volk hing ihm an und hörte ihn.

2. Wir befinden uns ca ums Jahr 30 nach Chr. Jesus zieht auf einem Esel in Jerusalem ein.
2.1 Jesus wurde beim Einzug in Jerusalem begeistert als der Messiaskönig gefeiert – und dennoch ER weinte.

Wenige Tage vor seinem Tod am Kreuz näherte sich Jesus der Stadt Jerusalem. Als der Prophet aus Nazareth zog er im Triumphzug dort ein. Von einer großen Volksmenge von Osten her, vom Ölberg kommend wurde er mit viel Begeisterung und großen Hoffnungen in die Stadt geleitet. .“ Die Menge seiner Anhänger jubelte ihm zu: „Gelobt ist, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!“ Solche Huldigung galt dem Messiaskönig. Kein Wunder, dass die ganze Stadt in Aufruhr geriet und viele sich fragten: Wer ist der?“

Merkwürdig wie Jesu auf diese Huldigung reagiert. Er lässt sich keineswegs von der Woge der Begeisterung mitreißen. Wohl wusste Jesus, dass er tatsächlich der verheißene Messias war. Darum zog er auch reitend auf dem Rücken eines jungen Esels in die Stadt ein. Das Prophetenwort aus Sacharja 9 musste sich erfüllen: „Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“

Aber Jesus wusste mehr als dies. Er wusste dieser Jubel würde bald jäh verstummen, wenn er seine göttliche Mission in Jerusalem anders – als von seinen jüdischen Zeitgenossen erwartet – erfüllen würde. Vom Messias erwartete man nämlich, dass er die verhasste Besatzungsmacht der Römer verjagen und dann die von den Propheten schon lange zuvor angekündigte Gottesherrschaft aufrichten würde. Aber niemand erwartete, dass er als das Opferlamm Gottes jetzt erst einmal für die Sünden der ganzen Welt am Kreuz sterben muss.

Warum also weinte Jesus? Den Grund seiner Klage, seines Trauerns und Weinens ist der: Jesus liebte sein Volk und alle Menschen – und wie!! Und Jesus sah, was die Menschenmassen um ihn herum nicht sahen: Die herrliche Stadt Jerusalem, die das hebräische Wort „Schalom“, Frieden, in ihrem Namen trägt, wird zunächst einmal in eine Tränenstadt verwandelt werden. Darüber weinte und klagte Jesus: „Über eine lange, lange Zeit würde diese Stadt wüst liegen. Von einer Katastrophe in die andere taumeln. Aufgebaut und wieder zerstört. Immer und immer wieder. Im Laufe ihrer mehr als 3000 jährigen Geschichte soll die Stadt Jerusalem zwischen 20 und 30 x dem Erdboden gleichgemacht worden sein. Doch davon sahen die Menschen um Jesus nichts.

Woher konnte Jesus das wissen? Nun, ER war der Sohn Gottes. Er kam vom Himmel auf die Erde. Der Jünger Johannes bezeugte von Jesus: „Er, der das Wort Gottes ist, in Person, ER wurde ein Mensch von Fleisch und Blut und lebte unter uns. Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit, wie nur er als der einzige Sohn sie besitzt, er, der vom Vater kommt.“(Joh 1,14)

2.2 Jesus war das Wort Gottes und Jesus lebte im Wort Gottes – darum bekommen wir bei IHM den Durchblick durch alles Weltgeschehen und erfahren von IHM was auf uns zu kommt.

Jesus der Sohn Gottes hat uns den Vater im Himmel nahe gebracht. Jesus hat uns mit dem Vater bekannt gemacht. Einmal sagte er zu seinen Jüngern: „Wer mich sieht, der sieht den Vater“ (Joh 14,9). Wenn wir Jesus kennen, lieben, an IHN glauben und IHM vertrauen, dann sehen wir in das Vaterherz Gottes. Bis heute!

3. Jerusalem heute im Jahre 2015
3.1 „Yir u Shaleim“, „Es wird Frieden erscheinen“. Bis heute ist in Jerusalem der Friede noch immer nicht erschienen.

Aber das wird noch werden. Immerhin ist Jerusalem in jüngster Zeit aus seinem Dornröschenschlaf – in dem es zig Jahrhunderte versunken war – aufgeweckt geworden. Noch zur Zeit meiner Großeltern hätte sich das heutige Jerusalem niemand vorstellen können.

Es ist wirklich Unvorstellbares mit Jerusalem in nur 1 ½ Jahrhunderten passiert.

Vor allem seit der Staatsgründung Israels nahm die Stadt einen ungeahnten Aufschwung. Als ich 12 Jahre alt war wurde drei Jahre nach dem Ende des Holocaust der jüdische Staat Israel ausgerufen. In mehreren Kriegen mussten sich die Juden der feindlichen Arabern erwehren, die diesen jungen Staat gleich wieder vernichten wollten. Der Streit um Jerusalem brach in der jüngeren Geschichte 19 Jahre nach dem Unabhängigkeitskrieg Israels 1948 erneut besonders auf, als die Armee Israels sich gegen den Angriff von 7 Armeen verteidigen musste und auf wundersame Weise im Juni 1967 ganz Jerusalem vollständig einnahm. Dabei ist Israel auch die Souveränität über die moslemischen Heiligtümer auf den Tempelberg zugefallen. Bis dahin war Jerusalem geteilt. Der Ostteil mit Altstadt und Tempelberg gehörte bis dahin zu Jordanien. Und doch ist …

3.2 Jerusalem ist in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr zum Zankapfel der Welt geworden.

Es ist ganz offensichtlich, dass Jerusalem zu einer besonderen Stadt auf unserem Globusgeworden ist. Sie löst international die meisten Konflikte aus. Jerusalem bewegt die Gemüter weltweit. Das ist nicht von ungefähr. Das muss so sein. Wer Gottes Wort wirklich ernst nimmt und sich nicht mit seiner eigenen Meinung darüber erhebt oder darüber hinwegsetzt kann in dem Geschehen Gott am Werk sehen. Was will ich damit sagen?

Wer den Streit um Jerusalem verstehen will muss der Bibel glauben und anerkennen dass hinter den Kulissen des erbitterten politischen Ringens um Jerusalem und das Land Israel Gott in unserer jüngeren Geschichte begonnen hat seine Verheißungen zu erfüllen. Das aber hat den erbitterten Widerstand von Gottes Widersacher – Satan – herausgefordert. Hier wird ein übernatürlicher Kampf ausgefochten. Es geht dabei darum, wer am Ende dieser Weltzeit die Herrschaft über alle Völker aufrichten wird. Dieser Ausgang steht fest: Seit Kreuz und Auferstehung ist Jesus Sieger über Sünde, Tod und Teufel. Jerusalem ist die Stadt des grossen Königs“ Zukünftig wird seine Herrschaft über die Völker eines Tages von diesem geografischen Ort ausgehen.

Von dieser Zeit schrieb schon der Prophet Jesaja was er über Juda und Jerusalem vorhergesehen hat: „Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Völker werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker“ (Jesaja 2,1-4a).
Darauf gehen wir zu. Dann wird Frieden werden auf dem blauen Planeten. Vorher nicht. Der Feind Gottes wird sich bis zum Schluss wehren. Es scheint Satan hat in dieser Sache einiges mehr verstanden als große Teile der glaubenden Gemeinde Jesu. Ganz zu schweigen von den ungläubigen Politikern und der überwiegenden Zahl unserer Zeitgenossen.

3.3 Satan wird sich bis zum Schluss wehren. Heute verbirgt er sich z.B. hinter dem wachsenden Islam, wenn er Jesu Heilstat leugnet.

Kürzlich war ich zu einem Israelvortrag eingeladen. Im Gespräch sagte mir jemand: Dass der Gott der Bibel und Allah im Koran doch derselbe sei. Nichts ist falscher das. Der Felsendom, der heute als Wahrzeichen Jerusalems angesehen wird hat unter seiner goldenen Kuppel in prachtvollen arabischen Buchstaben eine Koransure stehen: „Fern sei es von Gott, dass er einen Sohn hätte!“ (Sure 19,35). Und an anderer Stelle an einer Außenwand: „Wer sagt Gott habe einen Sohn, verflucht sei er.“ Damit bestreitet der Islam, dass Gott in Jesus Mensch wurde. Jesus als Sohn Gottes. Jesus als Messias Israels, Jesus, das Heil der Welt wird geleugnet! Ein islamisches Heiligtum hat in Jerusalem – in der Stadt des Großen Königs zukünftig keinen Platz.
In Jerusalem wird am Ziel von Gottes Heilsgeschichte die Ehre Gottes unter den Völkern hergestellt. Der Messias Jesus Christus wird seine Herrschaft über die Völker antreten. Satan will das mit aller Macht verhindern.

Aber nicht nur der Islam wehrt sich gegen Gottes Pläne. Gegen diesen Herrschaftsanspruch wehren sich Völker, Ideologien und Religionen. Sie wollen sich nicht unter die Herrschaft des Gottes der Bibel und seines Messias beugen. Sogar das Volk Israel in seiner großen Mehrheit. Mit allen Mitteln leisten sie Widerstand gegen Gottes Absichten. Man stelle sich vor Juden in Israel und weltweit trauern seit Jahrtausenden Jahr für Jahr über die zweimalige Zerstörung ihres jüdischen Heiligtums in Jerusalem. Aber wisst ihr worüber die Juden nicht trauern? Dass sie seit 2000 Jahren noch immer ihren Messias ablehnen. Obwohl in ihrer Mitte heute ca 15000 Juden leben, die an den Messias glauben und ihn ihrem Volk bezeugen. Es muss wohl zuvor zu einem schweren Gottesgericht über Israel kommen und zu einem Krieg der Völker gegen Israel kommen.

So sieht es Sacharja voraus: „Siehe, ich will Jerusalem zum Taumelbecher zurichten für alle Völker ringsum … Denn ich werde alle Nationen sammeln zum Kampf gegen Jerusalem. Und die Stadt wird erobert werden …“ (Sacharja 14,1-2a). Danach wird eine Zeit des Gerichts über Israel kommen. Und dann wird der Herr „ausziehen und kämpfen gegen diese Heiden, wie er zu kämpfen pflegt am Tage der Schlacht. Und seine Füsse werden stehen zu der Zeit auf dem Ölberg, der vor Jerusalem liegt nach Osten hin“ (Sacharja 14,3-4a ).

Auf diese Schlacht scheint sich unsere Zeit zuzubewegen. Die Ereignisse um Jerusalem heute haben ganz offensichtlich mit dem letzten Kapitel der Geschichte zu tun, die Gott in Bezug auf Israel und die Nationen schreibt. Wie anders ist es sonst erklärbar, dass auf dieser Welt an vielen Orten Hunderte und Tausende von Menschen in ethnischen, religiösen und politischen Auseinandersetzungen umgebracht werden, ohne dass sich die Völker darum scheren? Aber Israel wird gnadenlos verurteilt.

Ganz speziell der Westen, der von Israel lautstark das Einhalten der Menschenrechte fordert und jedes Haus, das in den palästinensischen Gebieten gebaut wird, zum Politikum macht, scheint blind und taub zu sein, wenn es um Not, Gewalt und Ungerechtigkeit außerhalb Israels geht. Wie viele Menschen werden in Afrika oder Asien verfolgt, gefoltert, getötet, ohne von den Medien groß beachtet zu werden! Aber wenn in Jerusalem eine arabische Wohnung von der Regierung beschlagnahmt wird, oder wenn zwischen der Klagemauer und dem Tempelberg bei irgendwelchen Grabungen einige Steine verrückt werden, dann gelangt das bis vor die UNO. Warum? Weil Jerusalem nicht eine Stadt wie alle anderen Städte ist.

3.4 „…. um den Abend wird es licht sein.“ Sach 14,7

Gottes Weg mit seinem Volk Israel und mit der Völkerwelt ist ein Weg im Tränental, doch der endet im Licht. Durch Dunkelheit und Gericht geht Gottes Weg der Herrlichkeit entgegen. Gottes leidenschaftliche Liebe mit seinen Menschen kommt zu ihrem Ziel. Als lebendige und wache Christen leben wir heute schon im Glauben die neue Zeit vorweg. Christus in uns – die Hoffnung der Herrlichkeit. Gott garantiert uns diese Zukunft in seinem Wort.

Wenn wir als Gemeinde Jesu an Jerusalem denken, geht es um mehr als um Politik. Wir sind aufgerufen, uns als die, die Gott lieben, im Gebet mit seinen Plänen zu identifizieren und uns dafür einzusetzen, dass sich Gottes Ziele umsetzen können. Sein Ziel ist das Aufrichten der Herrschaft des Messias Jesus in Jerusalem, damit den Völkern Frieden zuteil werde.
Lasst uns deshalb besorgt sein, dass wir uns als Gemeinde Christi den Plänen unseres eigenen Herrn nicht in den Weg stellen. Denn das würde schmerzliche Konsequenzen haben. Gott lässt sich von keinem menschlichen Widerstand von seinen Vorhaben abhalten. Dazu liebt er die Welt zu sehr. Beten wir, dass er sich über uns erbarmt und uns die Herzensaugen öffnet, damit wir sein Herz und seine guten Pläne für die Welt verstehen können.
Gott, der Herr kehrt zurück nach Jerusalem. Die Botschaft des Propheten Joel endet: „Juda soll für immer bewohnt werden und Jerusalem für und für. … Und der HERR wird wohnen zu Zion.“
Ich schließe mit einem Wort des Propheten Sacharjas: „Und seine Füße werden stehen zu der Zeit – wenn die Not am Größten – auf dem Ölberg, der vor Jerusalem liegt nach Osten hin. … Da wird dann kommen der HERR, mein Gott, und alle Heiligen mit ihm. … Und der HERR wird König sein über alle Lande.“ Dann ist der Name der Stadt „Yir u Shaleim“ endlich Wirklichkeit geworden: Frieden ist erschienen! Amen