„Ich lasse dich nicht, wenn du mich nicht zuvor segnest“ 1.Mo 32,27

Zum obigen Monatspruch für Juni 2015 (1.Mo 32,27) habe ich kürzlich in Berghausen/Pfinztal in der LG die Predigt gehalten. Mein Thema:

Segen und Segnen wozu? Damit die Welt nicht so bleibt wie sie ist.“

Gott muss mit seiner Kraft dieser heil- und friedlosen Welt Heil und Frieden schaffen.
Menschen werden die heile Welt aus eigener Kraft nicht schaffen.
Die Nöte wachsen weltweit ins Unermessliche. Hiobsbotschaften allenthalben. Man könnte allein schon durchs das regelmäßige Ansehen der täglichen Fernsehnachrichten oder über die Berichte in Zeitungen depressiv werden. Unsere Politiker haben keine Rezepte den wachsenden Problemen zu begegnen. Je mehr der Glaube und das Vertrauen in einen barmherzigen Vater im Himmel an Einfluss verliert, umso auswegloser werden die Nöte. Die wachsende Gottlosigkeit ist unser Problem.

Die Gemeinde Jesu erlebt heute wie Jakob vor 4000 Jahren: Gott steht zu seinem Wort. Er wird erfahren und erlebt.
Segen und segnen wozu? Damit die Welt nicht so bleibt wie sie ist. Jesus wird wiederkommen und der Welt die er mit seinem Opfertod am Kreuz mit Gott versöhnt hat, Frieden bringen, Erlösung und Befreiung von allem Bösen. Johannes schreibt: „Die ganze Welt liegt im Argen, im Bösen“. Die Menschheit steht unter den Einfluss des Bösen. Fluch, fluchen ist das genaue Gegenteil von Segen und segnen. Unter Segen versteht die Bibel: göttliches Heilsgut wird an Menschen weitergeben, entweder durch Gott selber oder durch Menschen, die in der Macht Gottes handeln.
Beim Segnen geschieht dies: „Es wird geliebt, wertgeschätzt, höher geachtet und man anerkennt den anderen. Segen wirkt Leben, Fluch wirkt Tod. Gott hat seine geliebte Welt mit Jesus gesegnet. Dazu wurde der Sohn Gottes Mensch. Mit seinem Tod am Kreuz, mit seinem Leiden und Sterben, mit seinem Blut hat Jesus uns Menschen befreit, erlöst losgekauft. Den Fluch Gottes, der wegen unserer Sünde auf uns alle, auf die ganze Menschheit gekommen ist, hat Jesus auf sich gezogen. Paulus schrieb: Gott hat Jesus verflucht – für uns verflucht; an unserer Statt verflucht.

Wie schafft nun Gott sein Heil? Wie wird Heil in dieser heillosen Welt und Frieden in unserer friedelosen Welt?

Wir sehen es an Jakob, dem Enkel Abrahams. Jakob und seine Söhne sollten nach Gottes Plan zu Stammvätern des auserwählten Gottesvolkes Israel werden. Gott war dabei, sich in ihnen ein Volk als sein Werkzeug zuzubereiten.  Dieses auserwählte Volk sollte Gottes Werkzeug werden, IHN – den ewigen Gott – der Welt bekannt zu machen. Um damit letztlich das zur Erfüllung zu bringen, was schon dem Großvater Abraham verheißen wurde: „In dir sollen gesegnet werden alle Völker der Erde.“ (1.Mose 12,3)

Jakob, der Enkel Abrahams, erlebte die Schicksalsstunde seines Lebens. Es war Nacht in und um Jakob. Da erlebte Jakob eine geheimnisvolle Gottesbegegnung. Was war in dieser Nacht passiert? Ein Mann (Gottes) lieferte sich einen stundelangen erbitterten Ringkampf mit Jakob lieferte. Als der Morgen anbrach lüftete der das Geheimnis: Er sagte zu Jakob: „Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel, Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gesiegt.“ Wir wissen, dass in der Bibel die Namen von Personen zugleich auch ihr Wesen und ihren Charakter kennzeichnen. Jakob, sein bisheriger Name bedeutete hinterlistig, betrügerisch, mit allen Wassern gewaschen, dieser „Jakob“ war mit seinem alten sündigen Wesen für Gottes weitere Pläne nicht brauchbar. Wohl schon lange kämpfte Gott mit seinem auserwählten Nachkommen Abrahams. Jakob musste viele Widrigkeiten in seinem Leben erleiden. Er war inzwischen wohl schon um die 90 Jahre alt geworden. Gott half ihm hinweg über Einsamkeit, Heimatlosigkeit, Ungerechtigkeit, Feindschaft und vieles andere. Aber mit alle dem konnte Gott bei Jakob dessen natürliches Wesen bisher nicht verändern. Gott konnte den „höheren Segen“ Abrahams, sein göttliches Wesen, bisher nicht in das Herz des Jakob einpflanzen. Noch nicht! – bis zu jener Nacht.

Auf übernatürliche Weise wurde Jakob auf das Hüftgelenk, d.h. auf den Sitz der männlichen Kraft, geschlagen. Da gab Jakob diesen Kampf auf. Im Gefühl seiner gebrochenen Kraft und im Bewusstsein seiner Ohnmacht brach dieser Notschrei aus ihm heraus: „Ich lass dich nicht los, wenn du mich nicht vorher segnest!“ Da wurde der Enkel Abrahams in eine neue Person mit dem Namens Israel verwandelt. Man kann diesen Namen verschieden übersetzen: Etwa auch so: „Der HERR wird siegen“. Der Schlüssel zum Verstehen dieser geheimnisvollen Geschichte ist wohl der, dass Jakob in jener Nacht mit dem neuen Namen Israel zugleich Gottes besonderen Segen empfing – er selbst, sein Wesen wurde verwandelt – und dadurch auch die Beziehung der Brüder zueinander geheilt. Neutestamentlich gesprochen können wir vielleicht sagen: Jakob erlebte eine Neugeburt. Durch das Eingreifen Gottes.

Gottes Segen war bald darauf unübersehbar.
Im folgenden Kapitel 33 lesen wir: „Jakob hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Esau kommen mit vierhundert Mann.“ Das war kein Festzug, das war ein kriegerisches Heer. Man könnte fast den Atem anhalten vor dem was jetzt gleich passieren würde. Doch während Jakob – immer noch ängstlich – vor seiner Familie und Herde voran zögernd auf den entgegenkommenden Esau zuschritt, lief Esau freudig und unbekümmert seinem Bruder entgegen, fiel dem Bruder um den Hals und küsste ihn. Beide weinten. Das bewirkte der Segen Gottes: Nach 21 Jahren unglückseliger Trennung und bitterer Feindschaft waren die alten Erinnerungen weggewischt und gehörten die früheren Morddrohungen der Vergangen-heit an. Die Herzen waren verändert, die beiden Brüder versöhnt.

Gott selbst wird Heil und Frieden schaffen
Ich persönlich kann deutliche Parallelen zum Kampf Gottes mit Jakob damals am Jabbok mit Gottes Handeln an seinem Volk Israel heute erkennen. Damals hatte der Gott Abrahams Jakob den Auftrag gegeben: Kehre wieder zurück aus der Fremde in dein Vaterland. Und Jakob machte sich auf. Heute erleben wir: Seit 125 Jahren sammelt Gott sein Volk Israel wieder aus dem Jahrtausende währenden Völkerexil im Land der Väter.
Damals: Die Rückkehr war äußerst gefährdet wegen der tiefen Feindschaft Esaus gegen den Bruder. Esau zog dem Bruder mit einem Kriegsheer entgegen. Heute: Seit über 100 Jahren stehen sich die Nachkommen der Abrahamssöhne Ismael und Isaak in einem unerbittlichen Kampf gegenüber. Es ist keine Lösung in Sicht.

Damals: Im nächtlichen Kampf hat Gott seinen Verheißungsträger vom Jakob (=der Hinterlistige) zu Israel (=Gott wird siegen) verwandelt – darf ich sagen – umgepolt. Gott hat ihm mit dem Schlag auf die Hüfte die eigene Kraft gelähmt, geraubt. Ihn kampfunfähig gemacht. So kam es zu Wende in seinem Leben: „Ich lasse dich nicht, wenn du mich nicht segnest“. Fortan konnte Gott mit seiner göttlichen Kraft Gottes sein Volk Israel zum Segensträger machen. Die Meilensteine der folgenden Jahrhunderte waren: Geburt und Befreiung des Volkes Israel in Ägypten. Bundeschluss am Sinai. Königreich David. Gottes Rettungsaktion durch seinen Sohn Jesus. Gemeinde Jesu. Heute: Jetzt warten wir auf die Wiederkunft Jesu zu seinem Volk. Der gekreuzigte und wiederkommende König der Juden wird seinem eigenen Volk wie unserer Welt den verheißenen Segen Frieden bringen. Eine Welt die im Sumpf der Sünde versinkt, einer Welt die unheilbar und todkrank ist. Gottes Volk Israel wird dabei in der Hand seines Gottes ein besonderes Werkzeug sein. Aber erst dann, wenn Gott den schon Abraham verheißenen Segen in die Völkerwelt hereinfließen lässt.

Dazu muss Gottes Volk zuvor bereitgemacht werden. Heute. Wie damals Jakob von einem Mann Gottes seiner Kraft beraubt, schachmatt gesetzt und zu Israel wurde, muss auch das Volk Israel heute verwandelt werden. Damit es seinen Namen zu Recht trägt: „Israel – d.h. Gott wird siegen!“. Ich weiß nicht, wie Gott es anstellt, dass sein Volk seine Hoffnung nicht länger auf eigene menschliche Kraft setzt. Ich weiß nicht was geschehen muss, dass Israel zu seinem Gott umkehrt, der es seit 4000 Jahren begleitet und erhalten hat. Zu dem Gott der ihnen seinen eigenen Sohn als Messias gesandt hat. Zu dem Gott, dem allein sie den heutigen Staat Israel verdanken. Worin wird Gottes Schlag gegen „Israel’s Hüfte“ heute bestehen, dass sie nach Gottes Segen verlangen: „Ich lasse dich nicht, wenn du mich nicht segnest“. Was muss noch geschehen und was wird noch geschehen bis Israel wie ein Mann zu seinem Gott umkehrt und schreien wird: „Ich lasse dich nicht, wenn du mich nicht segnest“.

Ich weiß es nicht. Aber so viel ist gewiss: Wort Gottes, die Bibel, lässt daran keinen Zweifel: Es wird eine Zeit allergrößter Bedrängnis für Israel sein. Alle Propheten, die Apostel und Jesus selbst bezeugen uns diese dramatische Zuspitzung. Das Bedrohungsszenario für Israel zeichnet sich ab am Horizont. Ein ausgezeichneter Kenner und geistlicher Leiter, er lebt schon über 20 Jahre in Jerusalem, bezeichnete den wachsenden Israelhass als eine dämonische Macht und ein Zeichen der Endzeit. Gott greift in seiner Souveränität ein in die Geschichte. Das bringt das Böse und Gottlose ans Licht und setzt sich zur Wehr.

Was tun? – „wir vertrauen auf Gottes Wirken“
Auf seinen Segen, sein Heil und seinen Frieden. Er wird Frieden schaffen. Darum gilt gerade auch heute: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“ Und wir  verbreiten unentwegt Hoffnung, laden ein zu einem Leben mit Jesus und wir beten mit den Worten Jesu: „Dein Reich komme!“ (Matth 6,10)
Jesus selbst ermutigt uns in unser Zeit mit den Worten: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure Häupter, darum dass sich eure Erlösung naht.“ (Lukas 21,28).

Hier können Sie die ungekürzte Predigt lesen bzw. downloaden:

FeG_Mühlacker_150614_Monatsspruch_Juni_2015_1.Mo_32_27

 

 

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