Jerusalem – ein Taumelbecher für die Nationen oder ein Bethaus für die Völker?

Predigt zum Israelsonntag 2015 – Jesu triumphaler Einzug in Jerusalem – und er weint!

Im Folgenden finden Sie einen Auszug der Predigt. Die ganze Predigt finden Sie hier:
Lk_19,41-48_Predigt_zu_Israelsonntag_09.08.15_

1. Hinführung

Einmal im Jahr ist in unserer Evang. Kirche der Focus auf Israel gerichtet. Genauer eigentlich auf Jerusalem. Für den 10. Son.Tr. steht im Pfarramtskalender, das ist der kommende Sonntag: „Gedächtnis der Zerstörung Jerusalems. Aber – so können wir fragen –wer denkt bei uns hierzulande an diesem Tag schon an Jerusalem? Und wenn, welche Gedanken treibt die Leute dann um? Welche Gedanken uns Christen?

In Israel jedenfalls ist es ganz anders. Die haben auch einen jährlichen Gedenktag. Zumindest von den strenggläubigen Juden wird dieser Tag sehr ernst genommen. Man muss diesen Tag mal in Israel miterlebt haben. Es ist der 9.des Monats Av, hebräisch „Tischa Be Av“ im jüdischen Kalender. In unserem Kalender fiel dieser Tag in diesem Jahr auf den 25.Juli Es ist für Fromme Juden der traurigste Tag des Jahres.

Auf der ganzen Welt fasten Juden an diesem Tag. V.a. die orthodoxe Juden fasten, nachdem sie sich zuvor wochenlang, schon nicht rasiert haben – das gilt als Zeichen der Trauer. Am Trauertag selbst dann ist neben Essen und Trinken auch das Baden, die Verwendung von Kosmetika, der eheliche Gemeinschaft und das Tragen von Lederschuhen verboten. Um der Trauer und dem Leid Ausdruck zu verleihen, soll man, der Tradition zufolge, auf einem niedrigen Stuhl oder Hocker sitzen, nicht Arbeiten und auch nicht die Torah studieren, weil das eine Quelle der Freude ist. Am Vorabend dieses Trauertages bleiben im modernen Staat Israel Restaurants und Vergnügungsstätten geschlossen.

Was zeichnete genau diesen Tag in der Geschichte des jüdischen Volkes aus, dass dieser Tag über Jahrtausende zum Synonym der Trauer und des Schmerzes geworden ist?

Viele schwere Schicksalsschläge und Katastrophenfälle in der Geschichte Israels werden mit diesem Tag in Verbindung gebracht. Beide Tempel in Jerusalem wurden an ein und demselben Tag eingenommen und dann zerstört. 9. Av im Jahr 586 vor Christus der Erste Tempel, den der israelitische König Salomo gebaut hatte. Nebukadnezar, der König von Babel ließ ihn niederreißen und verbrennen und führte einen Großteil der jüdischen Bevölkerung in die babylonische Gefangenschaft. Rund 650 Jahre später – im Jahre 70 unserer Zeitrechnung – und 40 Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung haben römischen Truppen den Tempel, den Herodes gebaut hatte, gestürmt und unsägliches Leid, Tod und Verderben über Jerusalem gebracht. Noch eine ganze Reihe anderer Gerichtskatastrophen über Israel werden mit genau diesem Datum in Verbindung gebracht. Oder auch die Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahre 1492. Oder im Jahres 1914 begann der Erste Weltkrieg, in dessen Verlauf insgesamt 134.000 jüdische Soldaten fielen (auf beiden Seiten der Kriegsgegner). Orthodoxe Juden behaupten ferner , dass am 9. Av die ersten Züge in Richtung Auschwitz gefahren sein sollen.
Ich werde heute Morgen viel von dem einfließen lassen, was ich in den vergangenen 10 – 15 Jahren – v.a. in Jerusalem selbst – gelernt habe.

Was geht uns diese Stadt Jerusalem an? In meiner Predigt heute geht es um Jerusalem. Spielt sie für uns Christen heute überhaupt noch eine Rolle spielt. Sie muss!!! Denn Jesus selbst nennt Jerusalem die Stadt des „Großen Königs“. Die Propheten Jesaja und Micha kündigen für messianische Friedenszeit an: „Von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem …“ (Jes 2 u. Mi 4) Der Prophet Joel sagt es so voraus: Juda soll für immer bewohnt werden und Jerusalem für und für. … Und der HERR wird wohnen zu Zion.“

Die Ansicht ist heute weit verbreitet, dass der Streit um Jerusalem vor allem politischer Natur sei. Es streiten sich eben zwei Völker – Israel und die Palästinenser – darüber, wer von ihnen Jerusalem als seine Hauptstadt beanspruchen darf. Man kann es so sehen. Politisch also. Aus dieser Perspektive urteilen dann nicht wenige so: Die Juden und die Araber sollen sich endlich einig werden und die Stadt unter sich aufteilen und dann im Frieden zusammenleben. Viele sind dann schnell mit ihrem Urteil – und dies lesen wir auch meistens in unseren Zeitungen – Da wird dann behauptet: Den größten Fehler machen die, die den politischen Streit auf eine religiöse Ebene heben. Also mit dem Glauben argumentieren. Aber wisst ihr was? Nichts ist falscher als dieses Argument! Der Streit um Jerusalem hat zuallererst und v.a.a. eine religiöse Dimension. Wer dies nicht erkennt, liegt in Wahrheit voll daneben. Die Stadt Jerusalem spielt in Gottes Heilsgeschichte die ganz zentrale Rolle. Das will ich im Folgenden entfalten. Vieles davon habe ich von einem bedeutenden und vollmächtigen Bibellehrer der über 20 Jahre in Jerusalem lebt und arbeitet gelernt. Marcel Rebiai, er ist mir ein lieber Freund und Bruder geworden, dem ich viel verdanke. V.a. auch die Wahrheiten in der Bibel mit Gottes Liebes- und Heilsgedanken zu seinem Volk Israel, zu arabischen Nachbarvölkern und zu den Völkern weltweit. Gott macht sich in unserer Zeit daran alle seine Verheißungen zu erfüllen.

Hören wir zunächst den Abschnitt aus der Bibel für den diesjährigen Israelsonntag. Jesus zieht wenige Tage vor seinem Tod auf einem Esel reitend in Jerusalem ein:

Text aus Lukas 19 die Verse 41-48:
,41 Und als Jesus nahe hinzukam, sah er die Stadt und weinte über sie
,42 und sprach: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Aber nun ist’s vor deinen Augen verborgen.
,43 Denn es wird eine Zeit über dich kommen, da werden deine Feinde um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten bedrängen,
,44 und werden dich dem Erdboden gleichmachen samt deinen Kindern in dir und keinen Stein auf dem andern lassen in dir, weil du die Zeit nicht erkannt hast, in der du heimgesucht worden bist.
Und Jesus ging in den Tempel und fing an die Händler auszutreiben,
,46 und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben (Jesaja 56,7): »Mein Haus soll ein Bethaus sein«; ihr aber habt es zur Räuberhöhle gemacht.
,47 Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Angesehensten des Volkes trachteten danach, dass sie ihn umbrächten, ,48 und fanden nicht, wie sie es machen sollten; denn das ganze Volk hing ihm an und hörte ihn.

2. Wir befinden uns ca ums Jahr 30 nach Chr. Jesus zieht auf einem Esel in Jerusalem ein.
2.1 Jesus wurde beim Einzug in Jerusalem begeistert als der Messiaskönig gefeiert – und dennoch ER weinte.

Wenige Tage vor seinem Tod am Kreuz näherte sich Jesus der Stadt Jerusalem. Als der Prophet aus Nazareth zog er im Triumphzug dort ein. Von einer großen Volksmenge von Osten her, vom Ölberg kommend wurde er mit viel Begeisterung und großen Hoffnungen in die Stadt geleitet. .“ Die Menge seiner Anhänger jubelte ihm zu: „Gelobt ist, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!“ Solche Huldigung galt dem Messiaskönig. Kein Wunder, dass die ganze Stadt in Aufruhr geriet und viele sich fragten: Wer ist der?“

Merkwürdig wie Jesu auf diese Huldigung reagiert. Er lässt sich keineswegs von der Woge der Begeisterung mitreißen. Wohl wusste Jesus, dass er tatsächlich der verheißene Messias war. Darum zog er auch reitend auf dem Rücken eines jungen Esels in die Stadt ein. Das Prophetenwort aus Sacharja 9 musste sich erfüllen: „Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“

Aber Jesus wusste mehr als dies. Er wusste dieser Jubel würde bald jäh verstummen, wenn er seine göttliche Mission in Jerusalem anders – als von seinen jüdischen Zeitgenossen erwartet – erfüllen würde. Vom Messias erwartete man nämlich, dass er die verhasste Besatzungsmacht der Römer verjagen und dann die von den Propheten schon lange zuvor angekündigte Gottesherrschaft aufrichten würde. Aber niemand erwartete, dass er als das Opferlamm Gottes jetzt erst einmal für die Sünden der ganzen Welt am Kreuz sterben muss.

Warum also weinte Jesus? Den Grund seiner Klage, seines Trauerns und Weinens ist der: Jesus liebte sein Volk und alle Menschen – und wie!! Und Jesus sah, was die Menschenmassen um ihn herum nicht sahen: Die herrliche Stadt Jerusalem, die das hebräische Wort „Schalom“, Frieden, in ihrem Namen trägt, wird zunächst einmal in eine Tränenstadt verwandelt werden. Darüber weinte und klagte Jesus: „Über eine lange, lange Zeit würde diese Stadt wüst liegen. Von einer Katastrophe in die andere taumeln. Aufgebaut und wieder zerstört. Immer und immer wieder. Im Laufe ihrer mehr als 3000 jährigen Geschichte soll die Stadt Jerusalem zwischen 20 und 30 x dem Erdboden gleichgemacht worden sein. Doch davon sahen die Menschen um Jesus nichts.

Woher konnte Jesus das wissen? Nun, ER war der Sohn Gottes. Er kam vom Himmel auf die Erde. Der Jünger Johannes bezeugte von Jesus: „Er, der das Wort Gottes ist, in Person, ER wurde ein Mensch von Fleisch und Blut und lebte unter uns. Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit, wie nur er als der einzige Sohn sie besitzt, er, der vom Vater kommt.“(Joh 1,14)

2.2 Jesus war das Wort Gottes und Jesus lebte im Wort Gottes – darum bekommen wir bei IHM den Durchblick durch alles Weltgeschehen und erfahren von IHM was auf uns zu kommt.

Jesus der Sohn Gottes hat uns den Vater im Himmel nahe gebracht. Jesus hat uns mit dem Vater bekannt gemacht. Einmal sagte er zu seinen Jüngern: „Wer mich sieht, der sieht den Vater“ (Joh 14,9). Wenn wir Jesus kennen, lieben, an IHN glauben und IHM vertrauen, dann sehen wir in das Vaterherz Gottes. Bis heute!

3. Jerusalem heute im Jahre 2015
3.1 „Yir u Shaleim“, „Es wird Frieden erscheinen“. Bis heute ist in Jerusalem der Friede noch immer nicht erschienen.

Aber das wird noch werden. Immerhin ist Jerusalem in jüngster Zeit aus seinem Dornröschenschlaf – in dem es zig Jahrhunderte versunken war – aufgeweckt geworden. Noch zur Zeit meiner Großeltern hätte sich das heutige Jerusalem niemand vorstellen können.

Es ist wirklich Unvorstellbares mit Jerusalem in nur 1 ½ Jahrhunderten passiert.

Vor allem seit der Staatsgründung Israels nahm die Stadt einen ungeahnten Aufschwung. Als ich 12 Jahre alt war wurde drei Jahre nach dem Ende des Holocaust der jüdische Staat Israel ausgerufen. In mehreren Kriegen mussten sich die Juden der feindlichen Arabern erwehren, die diesen jungen Staat gleich wieder vernichten wollten. Der Streit um Jerusalem brach in der jüngeren Geschichte 19 Jahre nach dem Unabhängigkeitskrieg Israels 1948 erneut besonders auf, als die Armee Israels sich gegen den Angriff von 7 Armeen verteidigen musste und auf wundersame Weise im Juni 1967 ganz Jerusalem vollständig einnahm. Dabei ist Israel auch die Souveränität über die moslemischen Heiligtümer auf den Tempelberg zugefallen. Bis dahin war Jerusalem geteilt. Der Ostteil mit Altstadt und Tempelberg gehörte bis dahin zu Jordanien. Und doch ist …

3.2 Jerusalem ist in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr zum Zankapfel der Welt geworden.

Es ist ganz offensichtlich, dass Jerusalem zu einer besonderen Stadt auf unserem Globusgeworden ist. Sie löst international die meisten Konflikte aus. Jerusalem bewegt die Gemüter weltweit. Das ist nicht von ungefähr. Das muss so sein. Wer Gottes Wort wirklich ernst nimmt und sich nicht mit seiner eigenen Meinung darüber erhebt oder darüber hinwegsetzt kann in dem Geschehen Gott am Werk sehen. Was will ich damit sagen?

Wer den Streit um Jerusalem verstehen will muss der Bibel glauben und anerkennen dass hinter den Kulissen des erbitterten politischen Ringens um Jerusalem und das Land Israel Gott in unserer jüngeren Geschichte begonnen hat seine Verheißungen zu erfüllen. Das aber hat den erbitterten Widerstand von Gottes Widersacher – Satan – herausgefordert. Hier wird ein übernatürlicher Kampf ausgefochten. Es geht dabei darum, wer am Ende dieser Weltzeit die Herrschaft über alle Völker aufrichten wird. Dieser Ausgang steht fest: Seit Kreuz und Auferstehung ist Jesus Sieger über Sünde, Tod und Teufel. Jerusalem ist die Stadt des grossen Königs“ Zukünftig wird seine Herrschaft über die Völker eines Tages von diesem geografischen Ort ausgehen.

Von dieser Zeit schrieb schon der Prophet Jesaja was er über Juda und Jerusalem vorhergesehen hat: „Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Völker werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker“ (Jesaja 2,1-4a).
Darauf gehen wir zu. Dann wird Frieden werden auf dem blauen Planeten. Vorher nicht. Der Feind Gottes wird sich bis zum Schluss wehren. Es scheint Satan hat in dieser Sache einiges mehr verstanden als große Teile der glaubenden Gemeinde Jesu. Ganz zu schweigen von den ungläubigen Politikern und der überwiegenden Zahl unserer Zeitgenossen.

3.3 Satan wird sich bis zum Schluss wehren. Heute verbirgt er sich z.B. hinter dem wachsenden Islam, wenn er Jesu Heilstat leugnet.

Kürzlich war ich zu einem Israelvortrag eingeladen. Im Gespräch sagte mir jemand: Dass der Gott der Bibel und Allah im Koran doch derselbe sei. Nichts ist falscher das. Der Felsendom, der heute als Wahrzeichen Jerusalems angesehen wird hat unter seiner goldenen Kuppel in prachtvollen arabischen Buchstaben eine Koransure stehen: „Fern sei es von Gott, dass er einen Sohn hätte!“ (Sure 19,35). Und an anderer Stelle an einer Außenwand: „Wer sagt Gott habe einen Sohn, verflucht sei er.“ Damit bestreitet der Islam, dass Gott in Jesus Mensch wurde. Jesus als Sohn Gottes. Jesus als Messias Israels, Jesus, das Heil der Welt wird geleugnet! Ein islamisches Heiligtum hat in Jerusalem – in der Stadt des Großen Königs zukünftig keinen Platz.
In Jerusalem wird am Ziel von Gottes Heilsgeschichte die Ehre Gottes unter den Völkern hergestellt. Der Messias Jesus Christus wird seine Herrschaft über die Völker antreten. Satan will das mit aller Macht verhindern.

Aber nicht nur der Islam wehrt sich gegen Gottes Pläne. Gegen diesen Herrschaftsanspruch wehren sich Völker, Ideologien und Religionen. Sie wollen sich nicht unter die Herrschaft des Gottes der Bibel und seines Messias beugen. Sogar das Volk Israel in seiner großen Mehrheit. Mit allen Mitteln leisten sie Widerstand gegen Gottes Absichten. Man stelle sich vor Juden in Israel und weltweit trauern seit Jahrtausenden Jahr für Jahr über die zweimalige Zerstörung ihres jüdischen Heiligtums in Jerusalem. Aber wisst ihr worüber die Juden nicht trauern? Dass sie seit 2000 Jahren noch immer ihren Messias ablehnen. Obwohl in ihrer Mitte heute ca 15000 Juden leben, die an den Messias glauben und ihn ihrem Volk bezeugen. Es muss wohl zuvor zu einem schweren Gottesgericht über Israel kommen und zu einem Krieg der Völker gegen Israel kommen.

So sieht es Sacharja voraus: „Siehe, ich will Jerusalem zum Taumelbecher zurichten für alle Völker ringsum … Denn ich werde alle Nationen sammeln zum Kampf gegen Jerusalem. Und die Stadt wird erobert werden …“ (Sacharja 14,1-2a). Danach wird eine Zeit des Gerichts über Israel kommen. Und dann wird der Herr „ausziehen und kämpfen gegen diese Heiden, wie er zu kämpfen pflegt am Tage der Schlacht. Und seine Füsse werden stehen zu der Zeit auf dem Ölberg, der vor Jerusalem liegt nach Osten hin“ (Sacharja 14,3-4a ).

Auf diese Schlacht scheint sich unsere Zeit zuzubewegen. Die Ereignisse um Jerusalem heute haben ganz offensichtlich mit dem letzten Kapitel der Geschichte zu tun, die Gott in Bezug auf Israel und die Nationen schreibt. Wie anders ist es sonst erklärbar, dass auf dieser Welt an vielen Orten Hunderte und Tausende von Menschen in ethnischen, religiösen und politischen Auseinandersetzungen umgebracht werden, ohne dass sich die Völker darum scheren? Aber Israel wird gnadenlos verurteilt.

Ganz speziell der Westen, der von Israel lautstark das Einhalten der Menschenrechte fordert und jedes Haus, das in den palästinensischen Gebieten gebaut wird, zum Politikum macht, scheint blind und taub zu sein, wenn es um Not, Gewalt und Ungerechtigkeit außerhalb Israels geht. Wie viele Menschen werden in Afrika oder Asien verfolgt, gefoltert, getötet, ohne von den Medien groß beachtet zu werden! Aber wenn in Jerusalem eine arabische Wohnung von der Regierung beschlagnahmt wird, oder wenn zwischen der Klagemauer und dem Tempelberg bei irgendwelchen Grabungen einige Steine verrückt werden, dann gelangt das bis vor die UNO. Warum? Weil Jerusalem nicht eine Stadt wie alle anderen Städte ist.

3.4 „…. um den Abend wird es licht sein.“ Sach 14,7

Gottes Weg mit seinem Volk Israel und mit der Völkerwelt ist ein Weg im Tränental, doch der endet im Licht. Durch Dunkelheit und Gericht geht Gottes Weg der Herrlichkeit entgegen. Gottes leidenschaftliche Liebe mit seinen Menschen kommt zu ihrem Ziel. Als lebendige und wache Christen leben wir heute schon im Glauben die neue Zeit vorweg. Christus in uns – die Hoffnung der Herrlichkeit. Gott garantiert uns diese Zukunft in seinem Wort.

Wenn wir als Gemeinde Jesu an Jerusalem denken, geht es um mehr als um Politik. Wir sind aufgerufen, uns als die, die Gott lieben, im Gebet mit seinen Plänen zu identifizieren und uns dafür einzusetzen, dass sich Gottes Ziele umsetzen können. Sein Ziel ist das Aufrichten der Herrschaft des Messias Jesus in Jerusalem, damit den Völkern Frieden zuteil werde.
Lasst uns deshalb besorgt sein, dass wir uns als Gemeinde Christi den Plänen unseres eigenen Herrn nicht in den Weg stellen. Denn das würde schmerzliche Konsequenzen haben. Gott lässt sich von keinem menschlichen Widerstand von seinen Vorhaben abhalten. Dazu liebt er die Welt zu sehr. Beten wir, dass er sich über uns erbarmt und uns die Herzensaugen öffnet, damit wir sein Herz und seine guten Pläne für die Welt verstehen können.
Gott, der Herr kehrt zurück nach Jerusalem. Die Botschaft des Propheten Joel endet: „Juda soll für immer bewohnt werden und Jerusalem für und für. … Und der HERR wird wohnen zu Zion.“
Ich schließe mit einem Wort des Propheten Sacharjas: „Und seine Füße werden stehen zu der Zeit – wenn die Not am Größten – auf dem Ölberg, der vor Jerusalem liegt nach Osten hin. … Da wird dann kommen der HERR, mein Gott, und alle Heiligen mit ihm. … Und der HERR wird König sein über alle Lande.“ Dann ist der Name der Stadt „Yir u Shaleim“ endlich Wirklichkeit geworden: Frieden ist erschienen! Amen

 

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