„Je suis Charlie“ ist die falsche Antwort

In unseren Tagen erleben wir eine schlimme Verirrung.
Mit dem christlichen Erscheinungsfest am 6. Januar endete die Weihnachtsfestzeit. Am Tag nach dem Erscheinungsfest schon stand ganz Frankreich unter Schock. Und nicht nur Frankreich. Ein grausamer Terroranschlag hat im gesamten sogenannten „christlichen Abendland“ die Weihnachtslichter ausgelöscht. Schlagartig ist die Freudenbotschaft aus der himmlischen Welt mit der Engelsbotschaft: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ (Lk 2) verstummt. Stattdessen demonstrieren Millionen von Menschen über alle Grenzen von Religionen, Kulturen und Gesellschaftsschichten hinweg gegen Terror und Gewalt und skandieren: „Je suis Charlie“. Was ist ihr Motiv? Ginge es nur um Einschränkung der Rede- oder Pressefreiheit wären die Massen schon längst auf die Barrikaden gegangen, als in vergangenen Jahren christliche Missionare in der Türkei oder im Jemen umgebracht wurden.
Aber jetzt erklären sich die Menschenmassen mit ihrem Slogan „Je suis Charlie“ solidarisch mit einem Satiriker und seiner Hetzschrift. Dem prinzipiell das was, andern absolut heilig ist, nichts bedeutet und es stattdessen in den Dreck zieht. Charlie Hebdos Umgang mit dem, was Anderen wert und kostbar ist, ist schlicht menschenverachtend. Das gottlose Frankreich und mit ihm ganz Europa wurde im Innersten ihrer Gottlosigkeit getroffen.

Als einer der Jesus nachfolgt kann ich mich mit diesem Bekenntnis zu einer „gotteslästerlichen Pressefreiheit“ niemals identifizieren. Darf es denn sein, dass Millionen von Menschen dafür auf die Straße gehen? Aber nach der Ursache für all das Böse und Schreckliche in der Welt wird nicht gefragt. Die Gottvergessenheit einer säkularen Gesellschaft und die Macht der Sünde – das Getrenntsein von Gott – hat uns all das eingebrockt.
Ich reihe mich ein in die Schar all der Menschen, die sich unter dem Bekenntnis vereinen: „Jésus je t‘aime“ („Jesus, ich liebe dich“). Als Jesusnachfolger liebe ich sowohl Moslems als auch alle anderen Menschen. Aber ich kann ihre religiösen und weltanschaulichen Ansichten nicht gut heißen. Jesus allein ist „der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch ihn“. (Joh 14,6) Das ist unsere Antwort auf die wachsenden Nöte unserer Zeit. Allein in Jesus haben wir Zukunft und Hoffnung. Wir glauben und vertrauen unbeirrt der herrlichen Botschaft von Gottes erlösender Liebe. „Welt ging verloren, Christ ist geboren. Freue dich, freue dich, o Christenheit“.
Der Apostel Paulus schrieb gegen das Ende seines Lebens an seinen engen Mitarbeiter Titus: „Die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für alle Menschen“ (Tit 2:11)
Seit bald 2000 Jahren „erstrahlt diese Gnade Gottes“ in unsere Welt der Sünde und des Todes herein. Das haben wir in der Weihnachtszeit gefeiert. „Weihnachten“ – so Theo Lehmann aus Sachsen – „sei Gottes Rettungsaktion für eine verunglückte Welt“. Und zwar der gesamten Welt.
Im Vertrauen darauf können wir zuversichtlich in die Zukunft gehen. Jesus Christus lebt und er wird wiederkommen und diese Welt heil machen. Er hat versprochen: „Ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung der Welt“.
„Jésus je t‘aime“!!!

Der Apostel Paulus spricht der Christengemeinde ein Segenswort zu, das mit seiner göttlichen Kraft und Wirksamkeit uns stärken kann:

Der Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben,
dass ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes. (Röm 15:13)

Wer Jesus liebt und ihm vertraut, darf diesen Segen für sich in Anspruch nehmen und seine Wirksamkeit erfahren. In einer Predigt habe ich dieses Bibelwort ausgelegt. Hier nachzulesen: Rö_15,13_’reich werden an Hoffnung’_11.1.15_LGV_Lienzingen

Auf zwei Kommentare aus Israel zu den Vorgängen in Frankreich und den darauffolgenden Demonstrationen sei hier noch hingewiesen. Diese beiden Stimmen können die Nebeldecke etwas lichten, der sich über unser Europa ausgebreitet hat.

Johannes Gerloff: „Je suis Charlie?“
http://www.israelnetz.com/gesellschaft/detailansicht/aktuell/je-suis-charlie-90687/

ULRICH W. SAHM – Warum die Franzosen scheiterten
http://honestlyconcerned.info/2015/01/10/ulrich-w-sahm-warum-die-franzosen-scheiterten/?utm_source=website&utm_medium=ct&utm_content=posts&utm_campaign=related_posts