„Volk Israel und Gemeinde Jesu – was haben die miteinander zu tun?

Seit vielen Jahren schon beschäftige ich mich mit dem Volk Gottes „Israel“. Eine Zeitlang haben meine Frau und ich auch selbst in Israel unter Holocaustüberlebenden beim Liebenswerk Israel Zedakah mitgearbeitet. Viele Begegnungen mit Juden haben mich – von Beruf war ich landeskirchlicher Pfarrer – theologisch nachhaltig geprägt. Besonders aber wurde ich tief davon überzeugt, dass die ganze Bibel – AT und NT eine wunderbare Einheit bilden. Gott hat zu uns Menschen in seinem Wort gesprochen. Und Gott redet heute zu uns in seinem Wort. Die Bibel bekräftigt: „Das Wort des Herrn ist wahrhaftig und was er zusagt, das hält der gewiss.“ (Ps 33,4) Die letzten 15 Jahre des Ruhestandes waren in Bezug auf mein Verständnis für das Geschehen um Israel geprägt von meiner Beziehung zu der „Gemeineinschaft der Versöhnung“ (GdV: www.gdv-cor.org/)

Seit mehr als fünfundzwanzig Jahren existiert diese Gemeinschaft. Ihre Glieder leben und wirken an verschiedenen Orten: In Jerusalem, in der Zentrale in Winterthur, Schweiz, in einem Zentrum (Mühle) bei Sisteron (Südfrankreich) und seit einigen Jahren auch im Libanon, dort im libanesisch syrischen Grenzgebiet unter syrischen Flüchtlingen . Durch verbindliche geistliche Gemeinschaft, mit täglichem gemeinsamem Gebet treiben sie Freundschaftsevangelisation und bringen so die frohe Botschaft von Jesus zu Juden und Arabern und stiften auch Versöhnung unter ihnen. Ihre Frucht ist nicht zu übersehen. Über viele Jahre fand in Jerusalem eine deutschsprachige  Studienwoche statt. Meine Frau und ich haben regelmäßig in den letzten Jahren daran teilgenommen. Für mich so etwas wie ein „Jahresupdate“ zu den Entwicklungen in Israel – politisch, gesellschaftlich – aber auch geistlich war dies eine große Bereicherung für uns.

In diesem Jahr 2017 begeht die Evangelische Kirche in Deutschland am 20. August den jährlichen Israelsonntag. Als Predigttext für diesen Tag ist der Abschnitt aus dem 2. Buch Mose, Kap 19,1-6 vorgegeben.

Israel am Sinai – Vorbereitung auf die Gesetzgebung

1 Im dritten Monat nach dem Auszug der Söhne Israel aus dem Land Ägypten, an ebendiesem Tag kamen sie in die Wüste Sinai.

2 Sie brachen auf von Refidim und kamen in die Wüste Sinai und lagerten sich in der Wüste; und Israel lagerte sich dort dem Berg gegenüber.

3 Mose aber stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berg aus zu: So sollst du zum Haus Jakob sagen und den Söhnen Israel mitteilen:

4 Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan und wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe.

5 Und nun, wenn ihr willig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein; denn mir gehört die ganze Erde.

6 Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Söhnen Israel reden sollst.

Gewiss eine alte Geschichte aber deshalb keineswegs eine veraltete.

Diese Ereignisse liegen ca 3 ½ Jahrtausend zurück. Und doch sind sie brandaktuell. Und dies umso mehr je näher wir dem Ziel von Gottes Weltgeschichte entgegeneilen. Das ist zum Einen die Wiederkunft Jesu zur Entrückung der Gemeinde und zum andern wird Jesus Christus Gottes messianisches Friedensreich auf dieser Erde aufrichten. Der allmächtige Gott, der Schöpfer des Universums ist gestern, heute und in Ewigkeit derselbe. Er hat sich in Jahrtausenden nicht gewandelt. Gott ist dabei mit seinem Volk Israel Geschichte zu machen; Heilsgeschichte für die ganze Welt. Gott holt sich dazu weder die Zustimmung der Großmächte noch die des UN-Weltsicherheitsrates ein. Gott hat seinen Plan. Der liegt seit Jahrtausenden fest. Die Propheten haben ihn verkündet. Jesus sagte: „Ihr habt Mose und die Propheten, die hört“. Wenn wir dem biblischen Zeugnis glauben wissen wir wo’s lang geht. Wer hätte vor 100 Jahren gedacht, dass einmal Volk Israel und Land Israel die ganze Welt mit dem Nahostkonflikt in Atem hält. Und das, weil die Völker – einschließlich Israel – anders wollen als Gott. Damit sind wir auch schon beim zentralen Thema des Israel-Sonntags 2017.

Israel bleibt auf dem Terminkalender der Weltpolitik

Vor mehr als 3000 Jahre hat Gott dort in der arabischen Wüste einen entscheidenden Anfang seiner Heilsgeschichte gesetzt. Diese ist seitdem im Gange und sie wird sie sich in Zukunft unvorstellbar herrlich entfalten; das Ziel ist nichts geringeres als das Friedensreich des Messias auf unserem blauen Planeten. Wir brauchen dazu nur auf Gottes Wort zu hören. Dann können wir unsere Zeit verstehen und auch das Geschehen heute recht deuten. Die Zeiten werden turbulenter. Jesus selbst kündigte für die letzte Zeit vor seinem Kommen allerschwerste Bedrängnisse an, wie sie sie zuvor nicht gewesen seien.

Die entscheidende Grundlegung für die einzigartige Stellung und Zukunft Israels, des Volkes Gottes, in der Völkerwelt hat mit genau dem geschichtlichen Ereignis unseres heutigen Bibelabschnitts zu tun. Der ewige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, hat sich den Israeliten dort am Berg Sinai gezeigt, oder sagen wir es theologisch: der unsichtbare Gott hat sich vom Himmel her geoffenbart. Gott ist dort den Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs begegnet, nachdem er zuvor sein Volk aus einer Jahrhunderte währenden Sklaverei herausgerettet und befreit hatte.

Gottes Volk musste wissen, dass es seine Errettung seinem Gott zu verdanken hatte und wozu sie aus der Sklaverei befreit wurden.

Das Volk musste auf seine Sonderstellung in der Völkerwelt vorbereitet werden. Hinfort durfte nie mehr in Vergessenheit geraten, wem das Volk seine Befreiung verdankte und wozu es befreit wurde. Auch wenn dies in den nachfolgenden Zeiten immer wieder aus dem Blick geriet und Gottes Volk sich von seinem Gott lossagte, ein Fundament war gelegt. Darauf hat Gott immer wieder neu aufgebaut.

Dort am Sinai machte Gott Israel unsterblich. Israel ist in die Freiheit geführt worden, um für immer Eigentumsvolk Gottes zu sein.

Befreiung also wozu? Eigentumsvolk Gottes sollen sie sein? (V6) Ihr sollt aus allen Völkern mein Eigentum sein; denn mir gehört die ganze Erde. Der Schöpfer und Herrscher des Universums lässt sein erwähltes Volk wissen, was sie sein werden, wozu sie bestimmt sind: „Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein.“

Einzigartig ist diese göttliche Bestimmung. Das Volk Israel wird in eine Mittlerfunktion zwischen Gott, dem Schöpfer, und seinem Geschöpf, Mensch, hineingerufen.

Gott hat sich mit dem Volk Israel ein Instrument geschaffen mit dem er die ganze von ihm abgefallene Menschheit wieder zurechtbringen wird. Gott schafft unserer Welt eine Zukunft. Israel ist dafür sein Werkzeug. Dazu hat Gott die Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft befreit und es mit sich verbündet für Zeit und Ewigkeit. Israel ist und bleibt für immer Gottes Eigentumsvolk und er wirkt durch sein Volk. Gott wirkte in der Vergangenheit, er wirkt in der Gegenwart und er wird in Zukunft wirken.

Lesen Sie hier die ganze Predigt:

2.Mo_19,1-6_Predigt_für_Israelsonntag_Kleinsachs._2017

Es wird darin aufgezeigt welche Gemeinsamkeiten das Volk Israel in der Bibel mit der neuzeitlichen Gemeinde Jesu Christi hat. Aber auch welche Unterschiede zu beachten sind. Der Schlüssel lautet:

Wir als Gemeinde Jesu – und das Volk der Juden sind wie zwei Geschwister einer Familie – und zwar der Gottesfamilie. Zwei verschiedene Personengruppen, mit gewichtigen Gemeinsamkeiten. Wir stammen vom selben Gott-Vater als unserem Schöpfer ab. Wir haben geistlich gesehen dasselbe Erbgut, wir sind in übertragenem Sinne auch blutsverwandt – erlöst durch das Blut des Juden Jesus.

Aber wir unterscheiden uns auch. Wie sich eben zwei Geschwister unterscheiden. Geschwister haben verschiedene Gaben, unterschiedliche Begabungen, verrichten unterschiedliche Aufgaben und v.a. unterscheiden sie sich in ihren Biografien und ihren Lebenszielen. Wie sich das im Einzelnen auswirkt wird ausführlich behandelt.

Gottes Heilsgeschichte spannt einen weiten Bogen über die letzten 3 – 4 Jahrtausende. Diese Heilsgeschichte ist uns erschlossen im Wort der Bibel. Jede Zeit – auch die heutige kann Gott am Werke sehen: An seinem Eigentumsvolk Israel. Und an uns – der Gemeinde Jesu. Gott erfüllt ganz gewiss was er versprochen hat. Es ist schon im Werden: Für uns, die Gemeinde Jesu, und für das Volk Israel je auf seine Weise: „Ihr werdet mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“

 

Gott gibt den Plan mit seinem Volk nicht auf Jes 2,1-11

Den folgenden Vortrag habe ich 2012 gehalten. Er ist heute noch so aktuell wie vor 5 Jahren. Mehr noch, die zwischenzeitliche Entwicklung beweist einmal mehr, dass die Gedanken zu Jesaja 2,1-11 der Wahrheit des geoffenbarten Prophetenwortes abgelauscht und vom Geist Gottes geschenkt worden sind.  Keine Frage, dass Gott sein Volk Israel vorbereitet seinen Messias zu empfangen. Sind wir als Gemeinde Jesu auf Gottes Eingreifen vorbereitet?

Vortrag bei der Israelskonferenz in Maisenbach März 2012

Konferenzthema: „Gott bereitet Israel vor, seinen Messias zu erkennen“

Auf dem Einladezettel zur Konferenz lautete das Thema: „Gott bereitet Israel vor, seinen Messias zu erkennen.“ Gott tut das, das ist überhaupt keine Frage! Ja, „Gott bereitet Israel vor seinen Messias zu erkennen“. Das erlebte ich Jahr für Jahr beglückend, wenn ich im September eines Jahres nach Jerusalem reise um dort mein „Jahres-Update“ zum Thema „Israel“ zu empfangen. Über viele Jahre bsuchte ich jährlich die Studienwoche der Gemeinschaft der Versöhnung GdV mit großem Gewinn. In manchen Jahren hatte ich jeweils noch einige Freunde dabei, mit denen ich hinterher noch einige Tage im Land umherreiste.

Bei den Studienwochen vertiefte ich mich immer wieder in die biblische Lehre, in die Heilsgeschichte Gottes, die Marcel Rebiai vollmächtig dargelegte. Mit ganz besonderer Betonung des prophetischen Wortes, als ein Licht, das leuchtet auf unserem Weg. Gottes Heilsgeschichte mit seinem Volk und den Völkern von Anfang bis Ende. Ich erfuhr von der Last und von den Freuden im Dienst  der Geschwister in Jerusalem, wenn sie Juden und Moslems das Evangelium von Jesus bezeugen. Und ich durfte hören von der Frucht, die Gott auf mehr als 20 Jahren treuen Dienstes schenkt.

„Gott bereitet Israel vor, seinen Messias zu erkennen“.

Ja, das stimmt! Besonders die an Jesus, an Jeshua glaubenden jüdischen Gemeindeleiter werden nicht müde, auf die baldige Wiederkunft Jesu hinzuweisen. Sie leben in einer großen Naherwartung. Und sie predigen das auch. Selbst nicht wenige Israelis in verantwortlicher Position in der Gesellschaft und Politik sind davon überzeugt, dass ein politischer Friede im Nahen Osten außer Reichweite ist. In jüngster Zeit mehr denn je.

Hier können Sie den ganzen Vortrag lesen:

Gott_gibt_seinen_Plan_nicht_auf_Jes _2,1-11_Israelkonferenz März_2012

„Klage – Hilfeschrei – Zuversicht“

Eine Auslegung zu Psalm 10 von Fritz Ehmendörfer

In Psalm 10 erhebt ein zutiefst Angefochtener ein Klagelied.

Er tut das angesichts des Leids, das Gottesverächter, Gewalttäter und Habgierige mit ihrem schlimmen Treiben über Elende und Arme bringen. In der Geschichte des Alten Testaments gehört unser Psalm 10 eng zusammen mit dem vorhergehenden Psalm 9. In der griechischen Übersetzung des Alten Testament sind die beiden Psalmen sogar zu einem zusammengefasst, obwohl sie inhaltlich sehr verschieden sind. Psalm 9 wird König David zugeschrieben und ist vor allem ein Lob- und Danklied. Ja, geradezu ein Siegeslied der Armen und Elenden gegen die Gottlosen, die Frevler, die Unterdrücker. So V 2-4: „Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen und erzähle alle deine Wunder. Ich freue mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster, dass meine Feinde zurückweichen mussten.“  David weiß: dies alles hat er Gott zu verdanken. David weiß auch, dass Gott, der Herr schlussendlich den ganzen Erdkreis und die Nationen richten wird mit seiner Gerechtigkeit.

Unser heutiger Psalm 10 hat demgegenüber einen ganz andern Grundton. Wir hören zunächst keinen Lobpreis auf Gott wie in Psalm 9. Im Gegenteil. Zutiefst angefochten stellt der Beter gleich zu Beginn – fast anklagend – die uns so bekannte „Warum-Frage“:  „HERR, warum stehst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not?“
Und später in Vers 13 noch einmal: „Warum darf der Frevler so frech lästern und in seinem Herzen sprechen: ‚Gott hat’s vergessen, er hat sein Antlitz verborgen, er wird’s nimmermehr sehen‘“. (V 13) In 11 von 18 Versen seufzt und klagt der Beter in unserem Psalm über den Jammer und das Elend des Armen und Schwachen, der dem Treiben des übermütigen Gottlosen, Habgierigen und Gewalttätigen hilflos ausgeliefert zu sein scheint. Er kann nicht mehr an sich halten. Es bricht aus seinem Innersten hervor und er zählt etliche der gemeinen Schandtaten und gotteslästerlichen Taten in seinem Gebet auf.
Z.B.: „Weil der Frevler Übermut treibt, müssen die Elenden leiden.“ „Sein Mund ist voll Fluchens, voll Lug und Trug; seine Zunge richtet Mühsal und Unheil an.“ „Er mordet die Unschuldigen heimlich, seine Augen spähen nach den Armen. Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe im Dickicht, er lauert, dass er den Elenden fange; er fängt ihn und zieht ihn in sein Netz.“ Die uralte Frage der Menschheit „Warum lässt Gott all das Leid zu?“ hat sich Luft gemacht.

Doch dann – völlig unerwartet – ist ein befreiender Hilfeschrei zu hören.

Urplötzlich verstummt das Klagelied nach V11. Und in V 12 ist vom Beter ein gebietender Gebetsruf zu vernehmen: „Steh auf, HERR! Gott, erhebe deine Hand! Vergiss die Elenden nicht!“

Die Worte von Psalm 10 selbst lassen nicht erkennen wie es zu dieser plötzlichen Umkehrung beim Beten kam. Eben noch die verzweifelte Klage über einen verborgenen Gott und dann plötzlich der beherzte Hilfeschrei. Eben noch: „Warum stehst du so ferne – und verbirgst dich zur Zeit der Not?“ Und jetzt: „Steh auf, du Gott Israels. Erhebe deine Hand!“

Wie konnte es dazu kommen? Vielleicht waren die beiden Psalmen 9 und 10 in der Tat bei ihrer Entstehung eine Einheit. Dann könnten wir es möglicherweise mit einem überraschenden Blickwechsel des Beters zu tun haben. Der schaut plötzlich nicht länger auf das was der Böse anrichtet, sondern er lenkt seinen Blick auf das was sein Gott tun kann und erinnert sich wie Gott schon oft helfend eingegriffen hat. Das soll auch jetzt wieder geschehen. Der Angefochtene kann über das zu Herzen gehende Elend um ihn herum hinausblicken und  zuversichtlich auf Gottes sieghaftes Handeln vertrauen. Er betet: „Herr Gott, du schaust den Jammer, vergiss den Elenden nicht; du bist der Waisen Helfer. Zerbrich den Arm des Frevlers.“ „Suche den Frevel heim, dass man nichts mehr davon findet.“

Jetzt ist der Blick des Beters auf Gottes Macht gerichtet. Sein Blickwechsel hat in seinem Herzen hat eine völlige Veränderung geschaffen und Zuversicht bewirkt;
die anfängliche Niedergeschlagenheit wurde besiegt und vertrieben. Nur noch triumphierende Worte sind von da an bis zum Ende des Gebets zu hören. Sie erinnern an den vorausgehenden Psalm 9. In einer neueren Übersetzung klingt das Gebet Psalm 10 mit einem Siegesruf so aus:

„Gott, der Herr, ist König für immer und ewig! Die ihn missachten, verschwinden aus seinem Land. Du hast die Sehnsucht der Armen gestillt,
Herr, du stärkst ihr Herz, du hörst auf sie. Du schaffst den Waisen und Bedrückten Recht; kein Mensch auf der Erde muss mehr erschrecken.“

Ich habe mir die Frage gestellt: Wie kommt es, dass dieses – vielleicht 3000 Jahre alte Gebet von Psalm 10 für uns an Gott und an Jesus Glaubende bis heute so hochaktuell ist? Wie kommt es, dass dieser Dreiklang beim Beten: „zuerst Klage – dann Hilfeschrei – und zuletzt Zuversicht“ die Zeiten überdauert hat. Seit Urzeiten bis heute erleben Gläubige wie aus ihrem Notschrei: „HERR, warum?“ und nach einem Hilferuf: „Steh auf Herr, erhebe deinen Arm“ sich bei ihnen die feste Zuversicht einstellt: „Der HERR ist König immer und ewig, … du schaffst Recht den Waisen und Armen!“

Die Bibel gibt uns eine Antwort: Unser menschliches Leben auf dem Planeten Erde findet seit dem Sündenfall in diesem Spannungsfeld statt. Der Teufel als der Widersacher Gottes hat die ganze Menschheit unter den Fluch der Sünde gebracht. Wohl hat Jesus mit seinem Tod am Kreuz und seiner Auferstehung uns Menschen aus der Versklavung unter die Sünde erlöst und Satan besiegt. Völlig ausgeschaltet aber hat er ihn noch nicht. Das ist erst mit der Wiederkunft Jesu verheißen. Bis dahin leiden an vielen Orten auf unserem Planeten Menschen z.T. schrecklich unter schreiender Ungerechtigkeit und erbarmungsloser Ausbeutung. Viele mögen denken: und Gott schweigt. Aber nein, er schweigt nicht. Seit Jesus, der Sohn Gottes, auf unsere Erde war ist eine neue Zeit angebrochen. Die tödliche Macht der Sünde und des Todes ist gebrochen. „Jesus Christus hat den Tod entmachtet und uns durch die gute Botschaft unvergängliches Leben geschenkt.“ (2.Tim 1,10 NeÜ)

Es mag sein, dass der Böse uns schwer zusetzt sodass wir jammern und klagen: „Ach, Herr, mein Gott, warum?“ Er will uns als Glaubende aus der Gemeinschaft mit Jesus herauslösen. Eins aber kann er nicht verhindern: dass wir in aller Not unseren Blick auf Jesus werfen und um Hilfe zu schreien. Jesus wird uns ganz gewiss heraushelfen.

Gesendet in ERF Plus Bibel heute am 12.3.2017

Wir können was wir sollen – JESUS nachfolgen! – zu einem unbeschreiblich herrlichen Ziel

Predigt zu 1. Petrus 2,21-25

1Pe 2:21 Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend, auf dass ihr seinen Fußstapfen nachfolget;
1Pe 2:22 welcher keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Munde erfunden,
1Pe 2:23 der, gescholten, nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der recht richtet;
1Pe 2:24 welcher selbst unsere Sünden an seinem Leibe auf das Holz hinauf getragen hat, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben, durch dessen Striemen ihr heil geworden seid.
1Pe 2:25 Denn ihr ginget in der Irre wie Schafe, aber ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen.

Unser blauer Planet – in den unendlichen Weiten des Universums – ist nicht nur von der schützender Atmosphäre umgeben, nicht nur vom Energiespender Sonne bestrahlt und von allem was das Leben von Tieren, Pflanzen und Menschen garantiert. Weit mehr:

Wir sind eingehüllt von der Liebe und Barmherzigkeit unseres himmlischen Vaters. Der Schöpfer-Gott ist Liebe. (Joh 3,16)

Ich sage hier etwas – und garantiert – dies ist in der morgigen Tageszeitung nicht zu lesen: Völlig unabhängig aller negativer Schlagzeilen: Die gute Nachricht gilt, sie steht fest: Gottes Liebe und sein Erbarmen hüllt uns ein. Jesus hat uns eine helle, lichte und heile Zukunft bereitet.
Ebenso unabhängig vom persönlichen Ergehen. Welche Not auch immer uns bedrängt: Krankheit, Armut, Leid und Trauer, Heimweh …,  sind wir  eingeladen uns in Gottes Liebe und Erbarmen hineinnehmen zu lassen.

Der Apostel Petrus,  Zeitgenosse Jesu, ein Augenzeuge von damals, bricht zu Beginn seines ersten Briefes (Kapitel 1) in hellen Jubel aus:

3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten,
4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch,
5 die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit.
6 Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, (LÜ)

Vergessen wir nicht – dieser Petrus starb Jahre später den Märtyrertod. Er wurde gekreuzigt. Aber das war nicht sein Ende. Er lebt jetzt bei seinem Herrn im Licht.

So sind auch wir sind in die Nachfolge JESU gerufen, auf einen Weg mit IHM auf dem ER uns zu einem unvergleichlich herrlichen Leben führt.

Wir können in Jesu Fußstapfen treten und ihm nachfolgen. Auch wenn wir dabei in unserer zunehmend gottloseren Gesellschaft in eine Außenseiterrolle hineinkommen. Je mehr die Lichter in dieser Welt ausgehen und je dunkler es wird umso näher rückt die Wiederkunft Jesu. Diese Zeit wird uns von Jesus, den Aposteln und Propheten als eine äußerst bedrohliche und beschwerliche Zeit beschrieben. Aber JESUS wird uns ans Ziel bringen. Wie wir mit Jesus zusammen unser Leben meistern können und warum wird in der Predigt 1.Petr_2,21b-25_Predigt_Ev.KiGd_Gündelbach_17.4.16 ausgeführt:

„Freut euch, allewege – der Herr ist nahe“ – mit Gottes Kraft ins neue Jahr!

Predigt am Sonntag nach Neujahr in der FeG Mühlacker, am 3.1.2016

Wie geht es Dir heute Morgen?

Jetzt wo alle Feiertage hinter uns liegen. Und wo für viele morgen früh der Alltage wieder beginnt.
Besonders interessiert es mich: Wie sieht es in euch aus? Wie steht’s mit der Freude? Konntet ihr etwas von der „Weihnachtsfreude“ erleben? Und wenn ja, konntet ihr was herüberretten von der Weihnachtsfreude ins neue Jahr? Weihnachten – oft das Fest Freude genannt!

Eines der bekanntesten Weihnachtslieder, jeder hat es schon gesungen:
„O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Weihnachtszeit. Welt ging verloren, Christ ist geboren. Freue dich, freue dich o Christenheit.“

Soviel wissen wir von damals: Die Hirten in jener Nacht auf den Feldern vor Bethlehem dösten vor sich hin. Vielleicht saßen sie um ein Feuer. Da urplötzlich … riss der Himmel auf und …nach Lk:

Siehe, des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids. (Luk 2,0-11)

Das war der Augenblick in der Menschheitsgeschichte, der die Welt verändern sollte. Die Hirten machten sich auf in das Städtchen Bethlehem und fanden in einem Stall Maria mit Joseph und dem Kind in der Krippe, gebettet auf Stroh. Sie beteten an das Neugeborene. Den Heiland und Retter der Welt. Danach waren diese rauen Gesellen nicht mehr dieselben. Ihre Herzen waren mit großer Freude erfüllt. Und …

Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. (Luk 2:20 )

Die Freude ist ein ganz zentrales Thema der Bibel. „Freude“, das ist doch Gottes Thema mit uns, seinen geliebten Menschen – durch die ganze Bibel hindurch.
„…die Freude und nur die Freude führt ans Ziel aller Wege Gottes mit uns“, sagte der Schweizer Theologe und Predigtlehrer Rudolf Bohren. Oder: „„Die Freude ist der Doktorhut des Glaubens“, sagt Martin Luther.

Auch Jesus, unser Herr, wollte, dass sich seine Jünger freuen. Noch Stunden vor seinem Tod am Kreuz. Im Johannesevangelium erfahren wir vom letzten Zusammensein Jesu mit seinen Jüngern. Letzte Worte haben bekanntlich ein besonderes Gewicht. Erst recht beim Gottessohn. Er sagte seine Nachfolgern:

Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet an Gott und glaubet an mich!
In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin euch die Stätte zu bereiten.
Und wenn ich hingehe euch die Stätte zu bereiten, so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. „ (Joh 14,1-3) ….
„Das sage ich, damit meine Freude in euch bleibe, und eure Freude vollkommen werde.“ (Joh 15,11)

Kein Wunder, dass auch bei Paulus die Freude ein zentrales Thema ist. Ganz besonders der Brief des Apostels an die Christen in Philippi bringt dies zum Ausdruck. Der Philipperbrief wird der Brief der Freude genannt. Gleich 14 Mal kommt das Wort Freude in den vier kurzen Kapiteln vor. Gott will uns mit Freude beschenken. Vor diesem Hintergrund nochmals meine Frage: Hat euch in den zurückliegenden Tagen diese „Freude“ gepackt? Und wenn ja, konntet ihr was herüberretten von dieser „Weihnachtsfreude“ ins neue Jahr?

Um diese Freude in unserem Leben in der kommenden Zeit soll es heute Morgen gehen.

Dazu hören wir auf zwei Verse aus dem Brief des Pls an die Christengemeinde in Philippi.

Freuet euch in dem HERRN allewege! Und abermals sage ich: Freuet euch!
  ….der HERR ist nahe! Phil 4,4.5

„Freut euch!“ – ausstrecken sollen wir uns nach der Freude– sie ergreifen.
„Zupacken“. Zweimal fordert Paulus die Christen in Philippi hier auf: Freuet euch … Leute, was immer geschieht. Freut euch; freut euch unter allen Umständen. Und noch einmal sage ich euch „Freut euch!“

Aber Paulus, so möchten wir da fragen, was soll das?
„Kann man Freude denn einfach befehlen – dazu noch: „freut euch allezeit, freut euch allewege, unter allen Umständen?“ Auf unseren Einwand hin höre ich unseren Bruder Paulus antworten: „Ihr lieben Leute, ich befehle Euch gar nichts. Aber ich lade Euch ein.“ Versteht mich nicht falsch, würde er vielleicht noch dazu sagen. Meine Aufforderung ist keinesfalls ein Befehl. Es ist eine Einladung; ich lade euch ein euch zu freuen: freut euch, wo immer ihr unterwegs seid, ihr habt nämlich allen Grund dazu“.

Diese Einladung  „Freuet euch!“ ist alltagstauglich. Sie ist praktikabel in jeder Lebenssituation. Alles andere als eine graue Theorie. Das Geheimnis liegt in den beiden Wörtern „im Herrn“. „Freut euch im Herrn, allewege“ – wir können das tatsächlich – uns „allewege“ freuen, doch nur „in dem Herrn“
„Freut euch – in dem Herrn!“ Das ist das Geheimnis des Apostels Paulus. Und diese Freude ist von ganz besonderer Qualität, von einzigartiger Qualität. Es ist eine Freude „made by God“. Wir können sie nicht selber machen. Der Schlüssel zur echten bleibenden Freude liegt tatsächlich in den beiden Wörtern: „im Herrn“ Ohne diesen Schlüssel bleibt für uns die Türe zu dieser überragenden und bleibenden Freude verriegelt, verschlossen.

Ohne dieses „im Herrn“ käme das „Freut euch“ der Aufforderung gleich: „Zieht euch am eigenen Schopf aus dem Sumpf“. Das geht nicht. Das konnte allenfalls Münchhausen im Märchen. Freunde, wir alle stecken doch im Sumpf. Wir alle. Wir sind von Natur aus tief eingesunken in den Sumpf der Sünde, Und d.h. wir sind getrennt vom Leben mit Gott. Paulus bringt es im Römerbrief Kap 3 auf den Punkt:

… denn alle haben gesündigt. Und in keines einzigen Menschen Leben mehr kommt Gottes Herrlichkeit zum Vorschein. M.a.W. alle Menschen haben die ursprüngliche Herrlichkeit Gottes verloren. Die Herrlichkeit; nach der der Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen war; ging verloren. Verloren durch den Sündenfall.

Das ist die Realität und zugleich die Not der Menschheit seit Jahrtausenden. Durch die Sünde – sprich durch unsere selbstverschuldete Trennung von Gott – ist Stolz, Hochmut, Eigenliebe, Ichsucht in unser Herz eingezogen. In mein Herz! Das alles klebt an mir und an dir und wir kriegen dieses tödliche Gift nicht los. Nicht aus eigener Kraft – nicht aus uns heraus. Doch genau deswegen hatte Gott es Weihnachten werden lassen. Sein Sohn kam uns zu befreien, zu erlösen: „Welt ging verloren, Christ ist geboren, freue dich, freue dich o Christenheit …“

Das Geheimnis für die göttliche Einladung „Freut euch“ steckt also in dem kleinen Zusatz drin „im Herrn“. Freut euch – in dem HERRN. Das macht den ganzen Unterschied aus. Dieses „im Herrn“. Die Türe zur wahren göttlichen Freude öffnet sich für uns, wenn uns dieses Geheimnis erschlossen wird: „freut euch im Herrn.“

Erfahren Sie wie diese göttliche Einladung – wo sie angenommen und gelebt wird – in schwierigsten Lebenslagen Veränderungen schafft. Lesen Sie dazu die ganze Predigt: Phil-4-4.5 Predigt_FeG 3.1.16

 

Predigt zu Hi 2,10: „Feuerfestes Christsein“ – von Hiob lernen.

Was für ein Bekenntnis zu Gott – welches Vertrauen:
Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen? Hiob 2,10
(Monatsspruch für Oktober 2015)

Ein überwältigendes Glaubensbekenntnis des schwerst geprüften Hiob zu seinem Gott.

Wir erleben heute eine krisengeschüttelte Welt mit weiter wachsendem Konfliktpotential und wir sind völlig ungewiss, was als Nächstes über uns hereinbricht. Dieses absolute Vertrauen des Hiob in den lebendigen Gott fordert uns in unserer gegenwärtigen Weltzeit in besonderer Weise heraus.

Manchmal werde ich gefragt, wie ich unsere Zeit verstehe, einschätze. Es ist die Frage wie ich mit den Ängsten, Sorgen und Nöten angesichts der sprichwörtlichen Hiobsbotschaften umgehe: Flüchtingsströme zu 100 000en, die zu uns kommen; zunehmende Gewaltbereitschaft; gesellschaftliche Spannungen, Korruption, Gesetzlosigkeit, Betrug, wachsende Kriminalität, u.u.u; darüber hinaus weltweit Kriege; Terror, Naturkatastrophen. Nicht zuletzt auch die dramatische Zuspitzung im Kampf gegen Israel. Täglich gibt es derzeit neue Gewaltausbrüche. Todesopfer auf beiden Seiten bei Juden und Arabern.

„Wie werde ich damit fertig, wie gehe ich damit um? Unter dieser Fragestellung bin ich auf diesen Monatsspruch für Oktober gestoßen und habe mir das überragende Gottvertrauen des Hiob näher angeschaut. Und ich habe Antworten gefunden. Hilfreiche, um trotz all der bedrängenden Zeitumstände heute zuversichtlich nach vorne zu blicken. Wir können wissen: „Gott ist im Kommen. Gott hat das letzte Kapitel der Geschichte aufgeschlagen.“ Ewigkeit ist nicht in der Zukunft – sie ist jetzt und heute. Ewigkeit ist – wie wir gesehen haben eine weitere Dimension unserer Wirklichkeit. Sie muss uns aber geoffenbart werden, um sie zu erkennen. „Christus in uns-die Hoffnung der Herrlichkeit“ (Pls in Kol 1,27) das macht uns zu Ewigkeitsmenschen.

Dann sind wir in der besonderen Lage, unsere Welt und die Menschheitsgeschichte aus Gottes Perspektive zu sehen. Unsere gegenwärtige Zeit mit all den Hiobsbotschaften und Unwägbarkeiten im Licht der Ewigkeit sehen macht uns völlig illusionslos gegenüber allen menschlichen Versuchen eine bessere Welt zu schaffen. Es kann nicht gelingen. Wir müssen uns eingestehen, unsere gegenwärtige Weltlage mit ihren 1000 Nöten lässt sich allein nicht „politisch – innerweltlich“ erklären und schon gar nicht lösen. Deshalb brauchen wir ja den „Ewigkeitsblick“, gespeist aus dem prophetischen Wort der Bibel.

V.a. lernen wir aus der Hiobssgeschichte, dass unsere Welt nicht „eindimensional“ ist. Es gibt viel mehr als wir Menschen mit unseren natürlichen Sinnen erkennen, begreifen verstehen. Es gibt eine irdische und es gibt eine überirdische Welt. Gott gebrauchte seinen treuen Knecht Hiob um Satan ins Unrecht zu setzen. Hinter den Kulissen unserer sichtbaren Welt tobt ein gigantischer kosmischer Kampf. Gott führt seit der Erschaffung unserer Welt Krieg gegen Satan. Und machen wir uns bewusst: Gott hat sein Volk Israel und die Gemeinde Jesu „gewürdigt“ in diesen Kampf und den kosmischen Auseinandersetzung auf Seiner Seite – auf der Seite des Siegers – mitzuwirken! Das ist unsere Realität, unsere Lebenswirklichkeit. Wir wollen an Hiobs Ergehen für unser Leben als Christen lernen: Standhaft am Glauben festzuhalten, auch wenn es unser Leben kosten sollte. Die folgende Predigt will dazu verhelfen.

Hier zu lesen: Hi_2,10_Predigt_in_FeG

Jerusalem – ein Taumelbecher für die Nationen oder ein Bethaus für die Völker?

Predigt zum Israelsonntag 2015 – Jesu triumphaler Einzug in Jerusalem – und er weint!

Im Folgenden finden Sie einen Auszug der Predigt. Die ganze Predigt finden Sie hier:
Lk_19,41-48_Predigt_zu_Israelsonntag_09.08.15_

1. Hinführung

Einmal im Jahr ist in unserer Evang. Kirche der Focus auf Israel gerichtet. Genauer eigentlich auf Jerusalem. Für den 10. Son.Tr. steht im Pfarramtskalender, das ist der kommende Sonntag: „Gedächtnis der Zerstörung Jerusalems. Aber – so können wir fragen –wer denkt bei uns hierzulande an diesem Tag schon an Jerusalem? Und wenn, welche Gedanken treibt die Leute dann um? Welche Gedanken uns Christen?

In Israel jedenfalls ist es ganz anders. Die haben auch einen jährlichen Gedenktag. Zumindest von den strenggläubigen Juden wird dieser Tag sehr ernst genommen. Man muss diesen Tag mal in Israel miterlebt haben. Es ist der 9.des Monats Av, hebräisch „Tischa Be Av“ im jüdischen Kalender. In unserem Kalender fiel dieser Tag in diesem Jahr auf den 25.Juli Es ist für Fromme Juden der traurigste Tag des Jahres.

Auf der ganzen Welt fasten Juden an diesem Tag. V.a. die orthodoxe Juden fasten, nachdem sie sich zuvor wochenlang, schon nicht rasiert haben – das gilt als Zeichen der Trauer. Am Trauertag selbst dann ist neben Essen und Trinken auch das Baden, die Verwendung von Kosmetika, der eheliche Gemeinschaft und das Tragen von Lederschuhen verboten. Um der Trauer und dem Leid Ausdruck zu verleihen, soll man, der Tradition zufolge, auf einem niedrigen Stuhl oder Hocker sitzen, nicht Arbeiten und auch nicht die Torah studieren, weil das eine Quelle der Freude ist. Am Vorabend dieses Trauertages bleiben im modernen Staat Israel Restaurants und Vergnügungsstätten geschlossen.

Was zeichnete genau diesen Tag in der Geschichte des jüdischen Volkes aus, dass dieser Tag über Jahrtausende zum Synonym der Trauer und des Schmerzes geworden ist?

Viele schwere Schicksalsschläge und Katastrophenfälle in der Geschichte Israels werden mit diesem Tag in Verbindung gebracht. Beide Tempel in Jerusalem wurden an ein und demselben Tag eingenommen und dann zerstört. 9. Av im Jahr 586 vor Christus der Erste Tempel, den der israelitische König Salomo gebaut hatte. Nebukadnezar, der König von Babel ließ ihn niederreißen und verbrennen und führte einen Großteil der jüdischen Bevölkerung in die babylonische Gefangenschaft. Rund 650 Jahre später – im Jahre 70 unserer Zeitrechnung – und 40 Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung haben römischen Truppen den Tempel, den Herodes gebaut hatte, gestürmt und unsägliches Leid, Tod und Verderben über Jerusalem gebracht. Noch eine ganze Reihe anderer Gerichtskatastrophen über Israel werden mit genau diesem Datum in Verbindung gebracht. Oder auch die Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahre 1492. Oder im Jahres 1914 begann der Erste Weltkrieg, in dessen Verlauf insgesamt 134.000 jüdische Soldaten fielen (auf beiden Seiten der Kriegsgegner). Orthodoxe Juden behaupten ferner , dass am 9. Av die ersten Züge in Richtung Auschwitz gefahren sein sollen.
Ich werde heute Morgen viel von dem einfließen lassen, was ich in den vergangenen 10 – 15 Jahren – v.a. in Jerusalem selbst – gelernt habe.

Was geht uns diese Stadt Jerusalem an? In meiner Predigt heute geht es um Jerusalem. Spielt sie für uns Christen heute überhaupt noch eine Rolle spielt. Sie muss!!! Denn Jesus selbst nennt Jerusalem die Stadt des „Großen Königs“. Die Propheten Jesaja und Micha kündigen für messianische Friedenszeit an: „Von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem …“ (Jes 2 u. Mi 4) Der Prophet Joel sagt es so voraus: Juda soll für immer bewohnt werden und Jerusalem für und für. … Und der HERR wird wohnen zu Zion.“

Die Ansicht ist heute weit verbreitet, dass der Streit um Jerusalem vor allem politischer Natur sei. Es streiten sich eben zwei Völker – Israel und die Palästinenser – darüber, wer von ihnen Jerusalem als seine Hauptstadt beanspruchen darf. Man kann es so sehen. Politisch also. Aus dieser Perspektive urteilen dann nicht wenige so: Die Juden und die Araber sollen sich endlich einig werden und die Stadt unter sich aufteilen und dann im Frieden zusammenleben. Viele sind dann schnell mit ihrem Urteil – und dies lesen wir auch meistens in unseren Zeitungen – Da wird dann behauptet: Den größten Fehler machen die, die den politischen Streit auf eine religiöse Ebene heben. Also mit dem Glauben argumentieren. Aber wisst ihr was? Nichts ist falscher als dieses Argument! Der Streit um Jerusalem hat zuallererst und v.a.a. eine religiöse Dimension. Wer dies nicht erkennt, liegt in Wahrheit voll daneben. Die Stadt Jerusalem spielt in Gottes Heilsgeschichte die ganz zentrale Rolle. Das will ich im Folgenden entfalten. Vieles davon habe ich von einem bedeutenden und vollmächtigen Bibellehrer der über 20 Jahre in Jerusalem lebt und arbeitet gelernt. Marcel Rebiai, er ist mir ein lieber Freund und Bruder geworden, dem ich viel verdanke. V.a. auch die Wahrheiten in der Bibel mit Gottes Liebes- und Heilsgedanken zu seinem Volk Israel, zu arabischen Nachbarvölkern und zu den Völkern weltweit. Gott macht sich in unserer Zeit daran alle seine Verheißungen zu erfüllen.

Hören wir zunächst den Abschnitt aus der Bibel für den diesjährigen Israelsonntag. Jesus zieht wenige Tage vor seinem Tod auf einem Esel reitend in Jerusalem ein:

Text aus Lukas 19 die Verse 41-48:
,41 Und als Jesus nahe hinzukam, sah er die Stadt und weinte über sie
,42 und sprach: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Aber nun ist’s vor deinen Augen verborgen.
,43 Denn es wird eine Zeit über dich kommen, da werden deine Feinde um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten bedrängen,
,44 und werden dich dem Erdboden gleichmachen samt deinen Kindern in dir und keinen Stein auf dem andern lassen in dir, weil du die Zeit nicht erkannt hast, in der du heimgesucht worden bist.
Und Jesus ging in den Tempel und fing an die Händler auszutreiben,
,46 und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben (Jesaja 56,7): »Mein Haus soll ein Bethaus sein«; ihr aber habt es zur Räuberhöhle gemacht.
,47 Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Angesehensten des Volkes trachteten danach, dass sie ihn umbrächten, ,48 und fanden nicht, wie sie es machen sollten; denn das ganze Volk hing ihm an und hörte ihn.

2. Wir befinden uns ca ums Jahr 30 nach Chr. Jesus zieht auf einem Esel in Jerusalem ein.
2.1 Jesus wurde beim Einzug in Jerusalem begeistert als der Messiaskönig gefeiert – und dennoch ER weinte.

Wenige Tage vor seinem Tod am Kreuz näherte sich Jesus der Stadt Jerusalem. Als der Prophet aus Nazareth zog er im Triumphzug dort ein. Von einer großen Volksmenge von Osten her, vom Ölberg kommend wurde er mit viel Begeisterung und großen Hoffnungen in die Stadt geleitet. .“ Die Menge seiner Anhänger jubelte ihm zu: „Gelobt ist, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!“ Solche Huldigung galt dem Messiaskönig. Kein Wunder, dass die ganze Stadt in Aufruhr geriet und viele sich fragten: Wer ist der?“

Merkwürdig wie Jesu auf diese Huldigung reagiert. Er lässt sich keineswegs von der Woge der Begeisterung mitreißen. Wohl wusste Jesus, dass er tatsächlich der verheißene Messias war. Darum zog er auch reitend auf dem Rücken eines jungen Esels in die Stadt ein. Das Prophetenwort aus Sacharja 9 musste sich erfüllen: „Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“

Aber Jesus wusste mehr als dies. Er wusste dieser Jubel würde bald jäh verstummen, wenn er seine göttliche Mission in Jerusalem anders – als von seinen jüdischen Zeitgenossen erwartet – erfüllen würde. Vom Messias erwartete man nämlich, dass er die verhasste Besatzungsmacht der Römer verjagen und dann die von den Propheten schon lange zuvor angekündigte Gottesherrschaft aufrichten würde. Aber niemand erwartete, dass er als das Opferlamm Gottes jetzt erst einmal für die Sünden der ganzen Welt am Kreuz sterben muss.

Warum also weinte Jesus? Den Grund seiner Klage, seines Trauerns und Weinens ist der: Jesus liebte sein Volk und alle Menschen – und wie!! Und Jesus sah, was die Menschenmassen um ihn herum nicht sahen: Die herrliche Stadt Jerusalem, die das hebräische Wort „Schalom“, Frieden, in ihrem Namen trägt, wird zunächst einmal in eine Tränenstadt verwandelt werden. Darüber weinte und klagte Jesus: „Über eine lange, lange Zeit würde diese Stadt wüst liegen. Von einer Katastrophe in die andere taumeln. Aufgebaut und wieder zerstört. Immer und immer wieder. Im Laufe ihrer mehr als 3000 jährigen Geschichte soll die Stadt Jerusalem zwischen 20 und 30 x dem Erdboden gleichgemacht worden sein. Doch davon sahen die Menschen um Jesus nichts.

Woher konnte Jesus das wissen? Nun, ER war der Sohn Gottes. Er kam vom Himmel auf die Erde. Der Jünger Johannes bezeugte von Jesus: „Er, der das Wort Gottes ist, in Person, ER wurde ein Mensch von Fleisch und Blut und lebte unter uns. Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit, wie nur er als der einzige Sohn sie besitzt, er, der vom Vater kommt.“(Joh 1,14)

2.2 Jesus war das Wort Gottes und Jesus lebte im Wort Gottes – darum bekommen wir bei IHM den Durchblick durch alles Weltgeschehen und erfahren von IHM was auf uns zu kommt.

Jesus der Sohn Gottes hat uns den Vater im Himmel nahe gebracht. Jesus hat uns mit dem Vater bekannt gemacht. Einmal sagte er zu seinen Jüngern: „Wer mich sieht, der sieht den Vater“ (Joh 14,9). Wenn wir Jesus kennen, lieben, an IHN glauben und IHM vertrauen, dann sehen wir in das Vaterherz Gottes. Bis heute!

3. Jerusalem heute im Jahre 2015
3.1 „Yir u Shaleim“, „Es wird Frieden erscheinen“. Bis heute ist in Jerusalem der Friede noch immer nicht erschienen.

Aber das wird noch werden. Immerhin ist Jerusalem in jüngster Zeit aus seinem Dornröschenschlaf – in dem es zig Jahrhunderte versunken war – aufgeweckt geworden. Noch zur Zeit meiner Großeltern hätte sich das heutige Jerusalem niemand vorstellen können.

Es ist wirklich Unvorstellbares mit Jerusalem in nur 1 ½ Jahrhunderten passiert.

Vor allem seit der Staatsgründung Israels nahm die Stadt einen ungeahnten Aufschwung. Als ich 12 Jahre alt war wurde drei Jahre nach dem Ende des Holocaust der jüdische Staat Israel ausgerufen. In mehreren Kriegen mussten sich die Juden der feindlichen Arabern erwehren, die diesen jungen Staat gleich wieder vernichten wollten. Der Streit um Jerusalem brach in der jüngeren Geschichte 19 Jahre nach dem Unabhängigkeitskrieg Israels 1948 erneut besonders auf, als die Armee Israels sich gegen den Angriff von 7 Armeen verteidigen musste und auf wundersame Weise im Juni 1967 ganz Jerusalem vollständig einnahm. Dabei ist Israel auch die Souveränität über die moslemischen Heiligtümer auf den Tempelberg zugefallen. Bis dahin war Jerusalem geteilt. Der Ostteil mit Altstadt und Tempelberg gehörte bis dahin zu Jordanien. Und doch ist …

3.2 Jerusalem ist in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr zum Zankapfel der Welt geworden.

Es ist ganz offensichtlich, dass Jerusalem zu einer besonderen Stadt auf unserem Globusgeworden ist. Sie löst international die meisten Konflikte aus. Jerusalem bewegt die Gemüter weltweit. Das ist nicht von ungefähr. Das muss so sein. Wer Gottes Wort wirklich ernst nimmt und sich nicht mit seiner eigenen Meinung darüber erhebt oder darüber hinwegsetzt kann in dem Geschehen Gott am Werk sehen. Was will ich damit sagen?

Wer den Streit um Jerusalem verstehen will muss der Bibel glauben und anerkennen dass hinter den Kulissen des erbitterten politischen Ringens um Jerusalem und das Land Israel Gott in unserer jüngeren Geschichte begonnen hat seine Verheißungen zu erfüllen. Das aber hat den erbitterten Widerstand von Gottes Widersacher – Satan – herausgefordert. Hier wird ein übernatürlicher Kampf ausgefochten. Es geht dabei darum, wer am Ende dieser Weltzeit die Herrschaft über alle Völker aufrichten wird. Dieser Ausgang steht fest: Seit Kreuz und Auferstehung ist Jesus Sieger über Sünde, Tod und Teufel. Jerusalem ist die Stadt des grossen Königs“ Zukünftig wird seine Herrschaft über die Völker eines Tages von diesem geografischen Ort ausgehen.

Von dieser Zeit schrieb schon der Prophet Jesaja was er über Juda und Jerusalem vorhergesehen hat: „Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Völker werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker“ (Jesaja 2,1-4a).
Darauf gehen wir zu. Dann wird Frieden werden auf dem blauen Planeten. Vorher nicht. Der Feind Gottes wird sich bis zum Schluss wehren. Es scheint Satan hat in dieser Sache einiges mehr verstanden als große Teile der glaubenden Gemeinde Jesu. Ganz zu schweigen von den ungläubigen Politikern und der überwiegenden Zahl unserer Zeitgenossen.

3.3 Satan wird sich bis zum Schluss wehren. Heute verbirgt er sich z.B. hinter dem wachsenden Islam, wenn er Jesu Heilstat leugnet.

Kürzlich war ich zu einem Israelvortrag eingeladen. Im Gespräch sagte mir jemand: Dass der Gott der Bibel und Allah im Koran doch derselbe sei. Nichts ist falscher das. Der Felsendom, der heute als Wahrzeichen Jerusalems angesehen wird hat unter seiner goldenen Kuppel in prachtvollen arabischen Buchstaben eine Koransure stehen: „Fern sei es von Gott, dass er einen Sohn hätte!“ (Sure 19,35). Und an anderer Stelle an einer Außenwand: „Wer sagt Gott habe einen Sohn, verflucht sei er.“ Damit bestreitet der Islam, dass Gott in Jesus Mensch wurde. Jesus als Sohn Gottes. Jesus als Messias Israels, Jesus, das Heil der Welt wird geleugnet! Ein islamisches Heiligtum hat in Jerusalem – in der Stadt des Großen Königs zukünftig keinen Platz.
In Jerusalem wird am Ziel von Gottes Heilsgeschichte die Ehre Gottes unter den Völkern hergestellt. Der Messias Jesus Christus wird seine Herrschaft über die Völker antreten. Satan will das mit aller Macht verhindern.

Aber nicht nur der Islam wehrt sich gegen Gottes Pläne. Gegen diesen Herrschaftsanspruch wehren sich Völker, Ideologien und Religionen. Sie wollen sich nicht unter die Herrschaft des Gottes der Bibel und seines Messias beugen. Sogar das Volk Israel in seiner großen Mehrheit. Mit allen Mitteln leisten sie Widerstand gegen Gottes Absichten. Man stelle sich vor Juden in Israel und weltweit trauern seit Jahrtausenden Jahr für Jahr über die zweimalige Zerstörung ihres jüdischen Heiligtums in Jerusalem. Aber wisst ihr worüber die Juden nicht trauern? Dass sie seit 2000 Jahren noch immer ihren Messias ablehnen. Obwohl in ihrer Mitte heute ca 15000 Juden leben, die an den Messias glauben und ihn ihrem Volk bezeugen. Es muss wohl zuvor zu einem schweren Gottesgericht über Israel kommen und zu einem Krieg der Völker gegen Israel kommen.

So sieht es Sacharja voraus: „Siehe, ich will Jerusalem zum Taumelbecher zurichten für alle Völker ringsum … Denn ich werde alle Nationen sammeln zum Kampf gegen Jerusalem. Und die Stadt wird erobert werden …“ (Sacharja 14,1-2a). Danach wird eine Zeit des Gerichts über Israel kommen. Und dann wird der Herr „ausziehen und kämpfen gegen diese Heiden, wie er zu kämpfen pflegt am Tage der Schlacht. Und seine Füsse werden stehen zu der Zeit auf dem Ölberg, der vor Jerusalem liegt nach Osten hin“ (Sacharja 14,3-4a ).

Auf diese Schlacht scheint sich unsere Zeit zuzubewegen. Die Ereignisse um Jerusalem heute haben ganz offensichtlich mit dem letzten Kapitel der Geschichte zu tun, die Gott in Bezug auf Israel und die Nationen schreibt. Wie anders ist es sonst erklärbar, dass auf dieser Welt an vielen Orten Hunderte und Tausende von Menschen in ethnischen, religiösen und politischen Auseinandersetzungen umgebracht werden, ohne dass sich die Völker darum scheren? Aber Israel wird gnadenlos verurteilt.

Ganz speziell der Westen, der von Israel lautstark das Einhalten der Menschenrechte fordert und jedes Haus, das in den palästinensischen Gebieten gebaut wird, zum Politikum macht, scheint blind und taub zu sein, wenn es um Not, Gewalt und Ungerechtigkeit außerhalb Israels geht. Wie viele Menschen werden in Afrika oder Asien verfolgt, gefoltert, getötet, ohne von den Medien groß beachtet zu werden! Aber wenn in Jerusalem eine arabische Wohnung von der Regierung beschlagnahmt wird, oder wenn zwischen der Klagemauer und dem Tempelberg bei irgendwelchen Grabungen einige Steine verrückt werden, dann gelangt das bis vor die UNO. Warum? Weil Jerusalem nicht eine Stadt wie alle anderen Städte ist.

3.4 „…. um den Abend wird es licht sein.“ Sach 14,7

Gottes Weg mit seinem Volk Israel und mit der Völkerwelt ist ein Weg im Tränental, doch der endet im Licht. Durch Dunkelheit und Gericht geht Gottes Weg der Herrlichkeit entgegen. Gottes leidenschaftliche Liebe mit seinen Menschen kommt zu ihrem Ziel. Als lebendige und wache Christen leben wir heute schon im Glauben die neue Zeit vorweg. Christus in uns – die Hoffnung der Herrlichkeit. Gott garantiert uns diese Zukunft in seinem Wort.

Wenn wir als Gemeinde Jesu an Jerusalem denken, geht es um mehr als um Politik. Wir sind aufgerufen, uns als die, die Gott lieben, im Gebet mit seinen Plänen zu identifizieren und uns dafür einzusetzen, dass sich Gottes Ziele umsetzen können. Sein Ziel ist das Aufrichten der Herrschaft des Messias Jesus in Jerusalem, damit den Völkern Frieden zuteil werde.
Lasst uns deshalb besorgt sein, dass wir uns als Gemeinde Christi den Plänen unseres eigenen Herrn nicht in den Weg stellen. Denn das würde schmerzliche Konsequenzen haben. Gott lässt sich von keinem menschlichen Widerstand von seinen Vorhaben abhalten. Dazu liebt er die Welt zu sehr. Beten wir, dass er sich über uns erbarmt und uns die Herzensaugen öffnet, damit wir sein Herz und seine guten Pläne für die Welt verstehen können.
Gott, der Herr kehrt zurück nach Jerusalem. Die Botschaft des Propheten Joel endet: „Juda soll für immer bewohnt werden und Jerusalem für und für. … Und der HERR wird wohnen zu Zion.“
Ich schließe mit einem Wort des Propheten Sacharjas: „Und seine Füße werden stehen zu der Zeit – wenn die Not am Größten – auf dem Ölberg, der vor Jerusalem liegt nach Osten hin. … Da wird dann kommen der HERR, mein Gott, und alle Heiligen mit ihm. … Und der HERR wird König sein über alle Lande.“ Dann ist der Name der Stadt „Yir u Shaleim“ endlich Wirklichkeit geworden: Frieden ist erschienen! Amen

 

„Ich lasse dich nicht, wenn du mich nicht zuvor segnest“ 1.Mo 32,27

Zum obigen Monatspruch für Juni 2015 (1.Mo 32,27) habe ich kürzlich in Berghausen/Pfinztal in der LG die Predigt gehalten. Mein Thema:

Segen und Segnen wozu? Damit die Welt nicht so bleibt wie sie ist.“

Gott muss mit seiner Kraft dieser heil- und friedlosen Welt Heil und Frieden schaffen.
Menschen werden die heile Welt aus eigener Kraft nicht schaffen.
Die Nöte wachsen weltweit ins Unermessliche. Hiobsbotschaften allenthalben. Man könnte allein schon durchs das regelmäßige Ansehen der täglichen Fernsehnachrichten oder über die Berichte in Zeitungen depressiv werden. Unsere Politiker haben keine Rezepte den wachsenden Problemen zu begegnen. Je mehr der Glaube und das Vertrauen in einen barmherzigen Vater im Himmel an Einfluss verliert, umso auswegloser werden die Nöte. Die wachsende Gottlosigkeit ist unser Problem.

Die Gemeinde Jesu erlebt heute wie Jakob vor 4000 Jahren: Gott steht zu seinem Wort. Er wird erfahren und erlebt.
Segen und segnen wozu? Damit die Welt nicht so bleibt wie sie ist. Jesus wird wiederkommen und der Welt die er mit seinem Opfertod am Kreuz mit Gott versöhnt hat, Frieden bringen, Erlösung und Befreiung von allem Bösen. Johannes schreibt: „Die ganze Welt liegt im Argen, im Bösen“. Die Menschheit steht unter den Einfluss des Bösen. Fluch, fluchen ist das genaue Gegenteil von Segen und segnen. Unter Segen versteht die Bibel: göttliches Heilsgut wird an Menschen weitergeben, entweder durch Gott selber oder durch Menschen, die in der Macht Gottes handeln.
Beim Segnen geschieht dies: „Es wird geliebt, wertgeschätzt, höher geachtet und man anerkennt den anderen. Segen wirkt Leben, Fluch wirkt Tod. Gott hat seine geliebte Welt mit Jesus gesegnet. Dazu wurde der Sohn Gottes Mensch. Mit seinem Tod am Kreuz, mit seinem Leiden und Sterben, mit seinem Blut hat Jesus uns Menschen befreit, erlöst losgekauft. Den Fluch Gottes, der wegen unserer Sünde auf uns alle, auf die ganze Menschheit gekommen ist, hat Jesus auf sich gezogen. Paulus schrieb: Gott hat Jesus verflucht – für uns verflucht; an unserer Statt verflucht.

Wie schafft nun Gott sein Heil? Wie wird Heil in dieser heillosen Welt und Frieden in unserer friedelosen Welt?

Wir sehen es an Jakob, dem Enkel Abrahams. Jakob und seine Söhne sollten nach Gottes Plan zu Stammvätern des auserwählten Gottesvolkes Israel werden. Gott war dabei, sich in ihnen ein Volk als sein Werkzeug zuzubereiten.  Dieses auserwählte Volk sollte Gottes Werkzeug werden, IHN – den ewigen Gott – der Welt bekannt zu machen. Um damit letztlich das zur Erfüllung zu bringen, was schon dem Großvater Abraham verheißen wurde: „In dir sollen gesegnet werden alle Völker der Erde.“ (1.Mose 12,3)

Jakob, der Enkel Abrahams, erlebte die Schicksalsstunde seines Lebens. Es war Nacht in und um Jakob. Da erlebte Jakob eine geheimnisvolle Gottesbegegnung. Was war in dieser Nacht passiert? Ein Mann (Gottes) lieferte sich einen stundelangen erbitterten Ringkampf mit Jakob lieferte. Als der Morgen anbrach lüftete der das Geheimnis: Er sagte zu Jakob: „Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel, Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gesiegt.“ Wir wissen, dass in der Bibel die Namen von Personen zugleich auch ihr Wesen und ihren Charakter kennzeichnen. Jakob, sein bisheriger Name bedeutete hinterlistig, betrügerisch, mit allen Wassern gewaschen, dieser „Jakob“ war mit seinem alten sündigen Wesen für Gottes weitere Pläne nicht brauchbar. Wohl schon lange kämpfte Gott mit seinem auserwählten Nachkommen Abrahams. Jakob musste viele Widrigkeiten in seinem Leben erleiden. Er war inzwischen wohl schon um die 90 Jahre alt geworden. Gott half ihm hinweg über Einsamkeit, Heimatlosigkeit, Ungerechtigkeit, Feindschaft und vieles andere. Aber mit alle dem konnte Gott bei Jakob dessen natürliches Wesen bisher nicht verändern. Gott konnte den „höheren Segen“ Abrahams, sein göttliches Wesen, bisher nicht in das Herz des Jakob einpflanzen. Noch nicht! – bis zu jener Nacht.

Auf übernatürliche Weise wurde Jakob auf das Hüftgelenk, d.h. auf den Sitz der männlichen Kraft, geschlagen. Da gab Jakob diesen Kampf auf. Im Gefühl seiner gebrochenen Kraft und im Bewusstsein seiner Ohnmacht brach dieser Notschrei aus ihm heraus: „Ich lass dich nicht los, wenn du mich nicht vorher segnest!“ Da wurde der Enkel Abrahams in eine neue Person mit dem Namens Israel verwandelt. Man kann diesen Namen verschieden übersetzen: Etwa auch so: „Der HERR wird siegen“. Der Schlüssel zum Verstehen dieser geheimnisvollen Geschichte ist wohl der, dass Jakob in jener Nacht mit dem neuen Namen Israel zugleich Gottes besonderen Segen empfing – er selbst, sein Wesen wurde verwandelt – und dadurch auch die Beziehung der Brüder zueinander geheilt. Neutestamentlich gesprochen können wir vielleicht sagen: Jakob erlebte eine Neugeburt. Durch das Eingreifen Gottes.

Gottes Segen war bald darauf unübersehbar.
Im folgenden Kapitel 33 lesen wir: „Jakob hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Esau kommen mit vierhundert Mann.“ Das war kein Festzug, das war ein kriegerisches Heer. Man könnte fast den Atem anhalten vor dem was jetzt gleich passieren würde. Doch während Jakob – immer noch ängstlich – vor seiner Familie und Herde voran zögernd auf den entgegenkommenden Esau zuschritt, lief Esau freudig und unbekümmert seinem Bruder entgegen, fiel dem Bruder um den Hals und küsste ihn. Beide weinten. Das bewirkte der Segen Gottes: Nach 21 Jahren unglückseliger Trennung und bitterer Feindschaft waren die alten Erinnerungen weggewischt und gehörten die früheren Morddrohungen der Vergangen-heit an. Die Herzen waren verändert, die beiden Brüder versöhnt.

Gott selbst wird Heil und Frieden schaffen
Ich persönlich kann deutliche Parallelen zum Kampf Gottes mit Jakob damals am Jabbok mit Gottes Handeln an seinem Volk Israel heute erkennen. Damals hatte der Gott Abrahams Jakob den Auftrag gegeben: Kehre wieder zurück aus der Fremde in dein Vaterland. Und Jakob machte sich auf. Heute erleben wir: Seit 125 Jahren sammelt Gott sein Volk Israel wieder aus dem Jahrtausende währenden Völkerexil im Land der Väter.
Damals: Die Rückkehr war äußerst gefährdet wegen der tiefen Feindschaft Esaus gegen den Bruder. Esau zog dem Bruder mit einem Kriegsheer entgegen. Heute: Seit über 100 Jahren stehen sich die Nachkommen der Abrahamssöhne Ismael und Isaak in einem unerbittlichen Kampf gegenüber. Es ist keine Lösung in Sicht.

Damals: Im nächtlichen Kampf hat Gott seinen Verheißungsträger vom Jakob (=der Hinterlistige) zu Israel (=Gott wird siegen) verwandelt – darf ich sagen – umgepolt. Gott hat ihm mit dem Schlag auf die Hüfte die eigene Kraft gelähmt, geraubt. Ihn kampfunfähig gemacht. So kam es zu Wende in seinem Leben: „Ich lasse dich nicht, wenn du mich nicht segnest“. Fortan konnte Gott mit seiner göttlichen Kraft Gottes sein Volk Israel zum Segensträger machen. Die Meilensteine der folgenden Jahrhunderte waren: Geburt und Befreiung des Volkes Israel in Ägypten. Bundeschluss am Sinai. Königreich David. Gottes Rettungsaktion durch seinen Sohn Jesus. Gemeinde Jesu. Heute: Jetzt warten wir auf die Wiederkunft Jesu zu seinem Volk. Der gekreuzigte und wiederkommende König der Juden wird seinem eigenen Volk wie unserer Welt den verheißenen Segen Frieden bringen. Eine Welt die im Sumpf der Sünde versinkt, einer Welt die unheilbar und todkrank ist. Gottes Volk Israel wird dabei in der Hand seines Gottes ein besonderes Werkzeug sein. Aber erst dann, wenn Gott den schon Abraham verheißenen Segen in die Völkerwelt hereinfließen lässt.

Dazu muss Gottes Volk zuvor bereitgemacht werden. Heute. Wie damals Jakob von einem Mann Gottes seiner Kraft beraubt, schachmatt gesetzt und zu Israel wurde, muss auch das Volk Israel heute verwandelt werden. Damit es seinen Namen zu Recht trägt: „Israel – d.h. Gott wird siegen!“. Ich weiß nicht, wie Gott es anstellt, dass sein Volk seine Hoffnung nicht länger auf eigene menschliche Kraft setzt. Ich weiß nicht was geschehen muss, dass Israel zu seinem Gott umkehrt, der es seit 4000 Jahren begleitet und erhalten hat. Zu dem Gott der ihnen seinen eigenen Sohn als Messias gesandt hat. Zu dem Gott, dem allein sie den heutigen Staat Israel verdanken. Worin wird Gottes Schlag gegen „Israel’s Hüfte“ heute bestehen, dass sie nach Gottes Segen verlangen: „Ich lasse dich nicht, wenn du mich nicht segnest“. Was muss noch geschehen und was wird noch geschehen bis Israel wie ein Mann zu seinem Gott umkehrt und schreien wird: „Ich lasse dich nicht, wenn du mich nicht segnest“.

Ich weiß es nicht. Aber so viel ist gewiss: Wort Gottes, die Bibel, lässt daran keinen Zweifel: Es wird eine Zeit allergrößter Bedrängnis für Israel sein. Alle Propheten, die Apostel und Jesus selbst bezeugen uns diese dramatische Zuspitzung. Das Bedrohungsszenario für Israel zeichnet sich ab am Horizont. Ein ausgezeichneter Kenner und geistlicher Leiter, er lebt schon über 20 Jahre in Jerusalem, bezeichnete den wachsenden Israelhass als eine dämonische Macht und ein Zeichen der Endzeit. Gott greift in seiner Souveränität ein in die Geschichte. Das bringt das Böse und Gottlose ans Licht und setzt sich zur Wehr.

Was tun? – „wir vertrauen auf Gottes Wirken“
Auf seinen Segen, sein Heil und seinen Frieden. Er wird Frieden schaffen. Darum gilt gerade auch heute: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“ Und wir  verbreiten unentwegt Hoffnung, laden ein zu einem Leben mit Jesus und wir beten mit den Worten Jesu: „Dein Reich komme!“ (Matth 6,10)
Jesus selbst ermutigt uns in unser Zeit mit den Worten: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure Häupter, darum dass sich eure Erlösung naht.“ (Lukas 21,28).

Hier können Sie die ungekürzte Predigt lesen bzw. downloaden:

FeG_Mühlacker_150614_Monatsspruch_Juni_2015_1.Mo_32_27

 

 

Predigt am Pfingstsonntag 2015 in der FeG Mühlacker Joh 10,10b-30

Jesus sagt im Johannes-Evangelium Kapitel 10:
Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für seine Schafe.“
Etwas später in demselben Kapitel:
„… meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie; und sie folgen mir,
und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen.
Der Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer denn alles; und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen.
Ich und der Vater sind eins.“

Hier kann die Predigt unter dem Thema:
„Leben im Überfluss gibt es (nur) bei IHM – bei Jesus, dem „Guten Hirten“
in voller Länge  nachgelesen werden.Prdgt_Pfingstfest_FeG_Mühlacker_’Leben_im_Überfluss‘

 

Zur Jahreslosung 2015: Christusgemäß ins neue Jahr

Jahreslosung für 2015

„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“

Römer 15,7  Predigt Haus Bethel in Maisenbach am 1.1.2015

Habt Ihr die bestmögliche Botschaft, die es für uns überhaupt geben kann aus dieser Jahreslosung herausgehört?
Sie ist etwas versteckt und lautet: „Christus hat euch angenommen zu Gottes Lob“. Welcher Schatz, welcher Reichtum, aber auch welche Verpflichtung ergeben sich daraus für uns? Dem wollen wir in dieser Morgenstunde am Neujahrstag nachspüren.

Diesen Satz des Apostels Paulus, der für 2015 als Jahreslosung ausgewählt wurde sehe ich als einen Dreiklang:
1) Einander annehmen – 2) Christus hat uns angenommen – 3) zu Gottes Ehre und Lob.
Wir wollen diesen Dreiklang für uns jetzt erschließen. Allerdings in umgekehrter Reihenfolge.

1) „Gott zur Ehre leben“, das ist unsere Lebensbestimmung
2) Wir können das nur, weil uns Christus angenommen hat
3) Daraus ergibt sich für uns die Verpflichtung: einander annehmen, wie Christus uns angenommen hat.

Dazu sind wir Menschen auf der Welt, „Gott Ehre zu machen“, „mit unserem Leben Gott zu loben“.
Kann es eine höhere Bestimmung für unser Leben geben? Welcher göttliche Adel liegt dadurch doch auf deinem und meinem Leben!

Wir dürfen den ewigen Gott ehren, IHN loben und anbeten. Vor uns liegt ein neues Jahr und unser Schöpfer begegnet uns heute Morgen in seinem Wort und sagt uns: „Ich gebe euch diese neue Zeit, ich gebe euch Tage, Wochen und Monate, um für mich da zu sein, um mir Freude zu machen. Um meinen Ruhm und meine Ehre dort wo ihr seid zu verbreiten.“
Mal ganz ehrlich: Kann es eine herrlichere Berufung, einen höheren Adel, einen höheren Stand für uns Menschen geben? Welche Würde liegt auf unserem Leben, wenn sich der ewige Gott im Himmel sich zu uns kleinen Leuten herabbeugt und sich danach sehnt und sich darüber freut, dass wir IHM Ehre machen. Dazu sind wir auf der Welt, dazu hat uns Gott ja gerade geschaffen. Gott, unser Vater im Himmel liebt uns.
Darum verlangt IHN nach uns. Bereits im ersten Kapitel unserer Bibel erfahren wir Gottes Absicht mit uns: „Lasset uns Menschen machen, nach unserem Bilde. Menschen, die uns entsprechen.“ Er wartet auf uns und freut sich, wenn wir zu IHM kommen und seine Gemeinschaft suchen. Zur Gemeinschaft mit IHM hat ER uns doch geschaffen. Auf dieses Ziel läuft die Geschichte Gottes mit seinen Menschen zu. Der Jünger Johannes hat dies in seiner Offenbarungsschau sehen dürfen: Einst wird eine große Überwinderschar Gott im Himmel lobpreisen mit dem Liede des Moses, des Knechtes Gottes, und dem Lied des Lammes (Offb. 15,3): „Groß und wunderbar sind Deine Werke, Herr, allmächtiger Gott; wer sollte Dich nicht fürchten, Herr, und Deinen Namen preisen? Denn Du allein bist heilig.
Doch bis es einst einmal so weit sein wird schallt schon jetzt dieser Lobpreis durch die Jahrhunderte und Jahrtausende:

Lobet den HERRN, alle Nationen; preiset ihn, alle Völker!
Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halleluja! (Ps 117)

Einander annehmen „wie Christus“ uns angenommen hat, warund ist seit der Zeit Jesu keine unerfüllbare Forderung mehr.
Jesus sah diese neue Zeit voraus. Darum konnte ER seinen Jüngern zusprechen in der letzten Stunde vor seinem Tod: „Gleichwie mich mein Vater liebt, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe! … So wird meine Freude euch erfüllen und eure Freude vollkommen werden… Mein Gebot an euch lautet: liebt einander so, wie ich euch geliebt habe. (Joh 15:9.11.12)
: „… ich habe euch erwählt und gesetzt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe … Dazu gebiete ich euch, dass ihr euch untereinander liebet. (Joh 15:16.17)

Von Jesus angenommen zu sein und dann den Mitmenschen annehmen, das gehört untrennbar zusammen. Das geht überhaupt nicht anders. Wir sehen das an der ersten Gemeinde in Jerusalem. Der in den Himmel aufgenommene Christus hat am Pfingsttag sein Versprechen erfüllt, das er ihnen wenige Tage zuvor gegeben hatte. Als der Auferstandene hatte ER zu seinen Nachfolgern gesagt: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein.“ 3000 Menschen kamen dabei zum Glauben. Was bedeutete das? Sie wurden zu neuen Kreaturen. Vom Heiligen Geist erfüllt. Von dem Tag an war ihr Leben untereinander davon geprägt, dass Jesus sie angenommen hatte:
Das Markenzeichen der ersten Gemeinde in Jerusalem: „Der Heilige Geist war ausgegossen worden in die Herzen der Gläubigen.“ Mit dem Heiligen Geist kam die Liebe Gottes in ihre Herzen. Der Apostel Paulus beschrieb es gegen das Ende seines Lebens später so: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, welcher uns gegeben worden ist.“ (Rö 5,5)

Einander annehmen – in unseren Gemeinden und Gemeinschaften
Wir können das, denn der Heilige Geist ist heute noch derselbe. Wenn der Geist Gottes uns von unserer alten Natur befreit und uns zu einem Kind Gottes gemacht hat, dann ist es kein Ding der Unmöglichkeit mehr „Einander annehmen ‚wie Christus‘ uns angenommen hat.“ Denn dann lebt Christus in uns.

Lesen Sie hier die ganze Predigt: Rö_15,7_Predigt_Zedakah_1.1.15_Homepage