Corona – Thema / Impfung: Wie damit umgehen?

Zwei interessante Beurteilungen zur Pandemie-Impfung, die sehr unterschiedliche Ansätze haben und doch im Blick auf eine Impfung nahe beieinander liegen.

Contra Impfung

Müsste sofort gestoppt werden!

Dr. Geert Vanden Bossche

https://www.epochtimes.de/politik/ausland/dramatischer-appell-an-die-who-top-virologe-warnt-vor-massensterben-durch-corona-impfungen-a3473412.html

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Corona-Erkrankung –
kein Problem

Weder mit oder ohne Impfung

Dr. Köhnlein

Internist mit eigener Praxis.
„Impfung ist bestenfalls überflüssig, schlechtenfalls bringt sie die Leute um.“

Begründung seiner Überzeugung:

Die Abrechnung: Ein Jahr mit Corona siehe:

https://youtu.be/f8aS8GTJYyg

Es lohnt sich beide Statements ansehen, um die Argumente in etwa beurteilen bzw. sie vergleichen zu können.

Sie kommen zu folgenden Urteilen:

„Wir werden einen enormen Preis für die Corona-Massenimpfkampagne zahlen“, sagt der führende Virologe und Impfentwickler Dr. Bossche. Er fordert die WHO deshalb in einem Schreiben auf, die Impfkampagnen weltweit „sofort“ zu stoppen.

Einer der weltweit führenden Virologen und normalerweise ein starker Befürworter von Impfstoffen schlägt bei Corona aber Alarm. Geert Vanden Bossche, der im Bereich der Infektionsforschung und Impfstoffentwicklung für die Pharmaunternehmen Novartis und GlaxoSmithKline, sowie für die Organisation GAVI und die Bill & Melinda Gates Stiftung tätig war, warnt, dass die Massenimpfkampagnen gegen das Corona-Virus, eine globale Katastrophe „epischen Ausmaßes“ auslösen wird.  …
… Die gegenwärtige, äußerst kritische Situation zwingt mich dazu, diesen Notruf zu verbreiten. Da das beispiellose Ausmaß der menschlichen Beteiligung an der Covid-19-Pandemie zu einer globalen Katastrophe ohnegleichen zu führen droht, kann dieser Aufruf nicht laut und deutlich genug ertönen und stark genug sein.“

Dr. Köhnlein – er hat ein Buch verfasst: „Der Viruswahn“ – kommt zu dem Ergebnis, dass die Bedeutung der Pandemie hochgespielt wurde. Nicht die Erkrankung sei das Problem, sondern die Maßnahmen gegen sie. Das Corona-Problem könnte schnell gelöst werden, wenn die Tests eingestellt würden. (Zitate: „Wir leiden an Testseuche“; „Impfung schwächt Immunschutz“)

Wie gehe ich – Fritz – damit um, nachdem dieses Thema wohl so schnell nicht aus den täglichen Schlagzeilen aller Medien verschwindet?

Dazu habe ich mir die Frage nach der Pandemie aus biblischer Sicht gestellt. Was sagt die Bibel dazu? Dabei hat mich in diesem Zusammenhang v.a. die Frage geleitet: „Was sagen uns Jesus und der Apostel Paulus von der besonderen Zeit, die der Wiederkunft Jesu vorausgeht.  

Vorausschicken möchte ich hierzu, dass ich vor wenigen Tagen nachts wach lag und mich dabei länger die Frage umtrieb, was unser Vater im Himmel uns wohl mit den gegenwärtigen Einschränkungen in unserem Alltag sagen will. (z.B. hat meine Frau Hedi schon über eine Woche unter heftigen Hüftschmerzen zu leiden.) Mir war es als ob ER mir sagen wollte: „Nicht nur ihr Menschen leidet Schmerzen. Schau, mich schmerzen auch sehr die von mir geliebten Menschen, wie sie in der gegenwärtigen Zeit so gottlos und fern von mir dahinleben. Dabei wird bald die Zeit kommen, in der mein Sohn erscheinen wird und seine Gemeinde mit sich vereinigen wird. Danach werden schwerste Zeiten des Gerichts anbrechen für alle die zurückbleiben.“ 

Wir haben ja in den Evangelien und in den Paulusbriefen ganz konkrete Aussagen über das Ende dieser Weltzeit. Etwa Kap 12,35-40 des Lk-Evangeliums redet Gott zu uns, dass wir Wartende sein sollen. Oder auch in Mt 24 und Lk 21. Wenig wird z.B. heute davon gesprochen, dass die Wiederkunft Jesu nicht ein einziger Akt ist, sondern sich in Etappen ereignen wird. Zuerst wird Jesus in Erscheinung treten um seine Gemeinde heimzuholen. Wir wissen nicht wann er kommt, aber wir sollten ihn täglich erwarten. So steht es z.B. in den Endzeitreden des Johannes-Evangeliums Kap 14,1-3; dann auch bei Paulus in seinen Briefen: Phil 3,20f; 1. Thess 4,15-18; 1. Thess 1,9b.10 u.v.a.)

Während ich mich so mit dem biblischen Wort zu diesem Thema beschäftigte kam mir ohne mein besonderes Dazutun ein biblischer Vortrag zu eben diesem Thema zu Gesicht. „Roger Liebi: Die Entrückung – wirklich vor der grossen Trübsal?“ Hier der dazugehörige YouTube-Link: https://www.youtube.com/watch?v=XIhwzOYplYU

Er befasst sich eine Stunde lang mit diesem Thema und berührt dabei so ziemlich alle  biblischen Hinweise.

Als Konsequenz der ausführlichen Beschäftigung mit diesem Thema ergibt sich für mich folgendes:

  1. Diese besondere Pandemie mit bislang unabsehbaren Folgen liegt letztlich in der Verantwortung unseres himmlischen Vaters. „Ist auch ein Unglück in der Stadt, das der Herr nicht tut?“ (Amos 3,6)
  2. Mit vielen Brüdern und Schwestern warten wir darauf, dass Christus wiederkommen wird zur Aufrichtung des Reiches Gottes auf der Erde. Wer weiß wie nahe diese Zeit gekommen ist. Ich möchte nach vorne schauen. (Luk 12,35f)
    „Wenn dies anfängt zu geschehen, so erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ (Lk 21,28)
  3. Viele Bibelstellen weisen darauf hin, dass gegen das Ende dieser jetzigen, vergehenden Weltzeit Drangsal und schwere Zeiten kommen werden. Darum können mich die Negativschlagzeilen letztlich nicht erschrecken. Zumal unser Herr Jesus den Seinen verheißen hat: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden… Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters. (Mt 28,19.20)
    Überdies hat der himmlische Christus durch seinen Jünger Johannes der gläubigen Gemeinde in Philadelphia geoffenbart, dass er sie vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis bewahren werde. (Offenbarung 3,10)
  4. Daraus ergibt sich, nicht zuerst auf die aktuellen Nachrichten über Verlauf bzw. Überwindung der Pandemie zu starren, sondern so viel wie möglich Menschen auf Jesus hinzuweisen, zum Glauben an IHN einzuladen, für sie zu beten, damit sie die Rettung im Glauben an Jesus annehmen und ewiges Leben geschenkt bekommen.

23.03.2021 Fritz Ehmendörfer

Passionsgruß

Gruß an Freude und Bekannte zur Passionszeit.

19.03.2021

Ihr lieben Verwandte, Freunde und Bekannte,

zuerst möchten wir Euch recht herzlich grüßen.

In den letzten Tagen haben wir uns vermehrt Gedanken gemacht, wie es dem einen oder andern unserer Bekannten und Freunden geht, vor allem vor dem Hintergrund, dass das „normale“ Leben mehr oder weniger eingeschränkt ist. Für uns beide ist es so, dass wir uns viel mehr Zeit nehmen zum Bibellesen, Beten, ein Buch lesen und auch den einen oder anderen Gottesdienst im Internet verfolgen oder auch zu einen Spaziergang am Nachmittag, wenn es das Wetter zulässt.

Dienstagmorgens treffen wir uns in kleiner Runde zu unserem Hausbibelkreis. Wir beschäftigen uns regelmäßig mit dem Predigttext des darauffolgenden Sonntags. So kam es, dass wir uns mit Hiob 19,19-27 befassten. Und da war es v.a. das überraschende Bekenntnis des zuvor so niedergeschlagenen Hiob: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!“

In der Vorbereitung dazu bedienten wir uns u.a. auch namhafter Bibelausleger, die im Internet leicht zugänglich sind. Was wir dabei gefunden haben, war recht ermutigend und glaubensstärkend. Da kam uns der Gedanke, auch noch andere liebe Menschen daran teilhaben zu lassen. V.a. auch im Blick auf die Passionszeit. So sind jetzt diese Texte entstanden.
Wir wünschen Euch Gottes Segen beim Lesen und „Studieren“.

Gott befohlen! Fritz und Hedi

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„Und ich, ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er aus dem Staube sich erheben.“ (Hiob 19,25)


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor

„Ich weiss, dass mein Erlöser lebt.“

Der Kern dieser Tröstung Hiobs liegt in dem kleinen Wörtchen „Mein“: „Mein Erlöser,“ und in der Wahrheit und Gewissheit, dass der Erlöser lebt. Ja! festhalten am lebendigen Christus! Wie selig ist doch das! Wir müssen ein Eigentumsrecht an Ihm erlangt haben, ehe wir uns seiner freuen können. Gib dich nicht zufrieden, bis dass du durch den Glauben sagen kannst: „Ja, ich verlasse mich auf meinen lebendigen Heiland; ich klammere mich an Ihn, und Er ist mein.“ Vielleicht fühlst du deine Hand, mit der du Ihn hältst, noch schwach, und getraust dir nicht zu sagen: „Er lebt als mein Erlöser;“ du meinst es wäre Anmassung; o, so bedenke doch: wenn dein Glaube nur ist wie ein Senfkorn, so hast du durch dieses Senfkorn ein Recht, so zu reden. Es ist aber noch ein andres Wörtlein vorhanden, das für Hiobs festen Glauben ganz bezeichnend ist: „Ich weiss“. Wenn man sagen kann: „Ich hoffe, ich glaube,“ so ist das schon ein Trost; und es gibt unter der Herde Jesu Tausende, die kaum je weiter kommen. Wenn du aber den vollen Inhalt des Trostes erfassen willst, so musst du sagen: „Ich weiss“. Die Wenn und Aber und Vielleicht sind Mörder alles Trostes und Friedens. Zweifel sind in Zeiten der Anfechtung etwas Furchtbares. Sie verwunden die Seele gleich Hornissen! Wenn ich irgend fürchte, Christus sei nicht mein eigen, dann ist Essig mit der Galle des Todes vermischt; aber ich weiss, dass Jesus für mich lebt, und darum ist die Finsternis nicht finster; auch die Nacht muss Licht um mich sein. Wahrlich, wenn Hiob in jenen Zeiten, lange vor der Erscheinung und Zukunft Christi, sagen konnte: „Ich weiss“, so sollten wir nicht mit geringerer Zuversicht reden. Gott bewahre, dass unsre Zuversicht uns täusche. Lasset uns wohl zusehen, dass unser Glaube einen unerschütterlichen Grund habe, auf dass wir nicht auf eine eitle Hoffnung bauen. Ein lebendiger Erlöser mein Erlöser: das ist eine unaussprechliche Freude!

„Ich weiss, dass mein Erlöser lebt … Und meine Augen werden Ihn schauen.“ (Hiob 19,25.27)

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Autorin: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

In der Westminster-Abtei in London befindet sich unter all den Denkmälern von Königen, Helden und Künstlern auch das Standbild G. F. Händels, der, wiewohl er seinem deutschen Vaterland treu blieb, in England sein Leben beschloss. Er ist an einem Pulte stehend dargestellt, Feder und Notenpapier in der Hand, mit aufwärts gerichtetem, lauschendem Angesicht, während über ihm ein Engel schwebt und eine Rolle entfaltet mit den Worten und Noten der herrlichen Arie: „Ich weiss, dass mein Erlöser lebt!“

Hat wohl Hiob eine lichte Himmelsoffenbarung gehabt, als er mitten aus seiner furchtbaren Leidensnacht heraus jene unvergleichlich schönen Worte sprach? Jedenfalls ist eine frohe Ahnung durch seine Seele gegangen, dass der verheißene und erwartete Erlöser, der blutsverwandte Goel (Erlöser) seines Volkes, einst auch für ihn eintreten und ihm Leben geben werde nach dem Tod. – Wie gut haben es die Kinder des neuen Bundes, denen durch den auferstandenen Heiland sichere Kunde und eine lebendige Hoffnung des ewigen Lebens geschenkt ist! Ist dieses selige Wissen auch dein? Ist es mehr als ein Wünschen und Hoffen? Kannst du auch sprechen: Mein Erlöser? Freust du dich, Ihn zu schauen?


Ob mich des Todes Grau’n umschwebt,
Ob mich das finstre Tal will schrecken,
– Dein Wort, Herr, ist mir Stab und Stecken;
Ich weiss, dass mein Erlöser lebt!

„Und es ist in keinem andern das Heil; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in welchem wir sollen gerettet werden!“ (Apg 4,12)

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Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor

Wir können suchenden Seelen nicht zu oft sagen, dass ihre einzige Hoffnung auf Errettung allein der Herr Jesus Christus ist. Nur er ist mächtig, uns von der Schuld und auch von der Macht der Sünde zu erretten. Sein Name wird Jesus genannt, weil „er sein Volk errettet von ihren Sünden“.
Der Herr Jesus wurde um unsertwillen Mensch und war Gott bis zum Tod gehorsam, ja bis zum Tod am Kreuz. Wäre eine andere Weise der Befreiung möglich gewesen, so wäre der Kelch der Bitterkeit an ihm vorübergegangen. Der Sohn Gottes wäre gewiss nicht am Kreuz gestorben, wenn wir um einen geringeren Preis hätten erlöst werden können.

Es wäre vermessen anzunehmen, dass der Herr Jesus die Menschen nur halb errettet hätte und dass von ihrer Seite noch irgendein Werk nötig wäre, um sein Werk zu vollenden. Was haben wir, das zu seinem Blut und zu seiner Gerechtigkeit hinzugefügt werden könnte? „Alle unsere Gerechtigkeit ist wie ein unflätiges Kleid.“ Können Lumpen auf das köstliche Gewebe seiner göttlichen Gerechtigkeit geflickt werden? Solches zu sagen ist eine Beschimpfung des Heilands.

Es verherrlicht unseren Herrn am meisten, wenn wir allein auf ihn vertrauen. Er fordert alle auf, die mühselig und beladen sind, zu ihm zu kommen, um ihnen Ruhe zu geben.

Das Kind, das in Feuergefahr ist, klammert sich an den Feuerwehrmann, der es auf dem Arm trägt, und vertraut ihm allein. Es stellt keine Fragen über die Stärke seiner Arme, sondern hängt sich an ihn. Die Hitze ist furchtbar, der Rauch erstickend, aber der Retter trägt es schnell in Sicherheit. Hänge dich mit demselben kindlichen Vertrauen an den Herrn Jesus, der dich aus den Flammen der Sünde heraustragen kann und will!

Das Evangelium Jesu Christi das einzige Evangelium, der einzige Weg zu Gott.

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Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor

Wenn du anderen bezeugst, dass das Evangelium (=die Frohe Botschaft) der einzige Weg zu Gott ist, dann verkündigst du nicht nur deine eigene Meinung hinsichtlich der richtigen Religion, sondern die von Gott offenbarte Wahrheit. Du verkündigst das Evangelium Christi nicht einfach, weil du es kennst, weil es deiner Persönlichkeit entspricht oder weil du intolerant oder exklusiv erscheinen willst, sondern weil es der einzige von Gott verordnete Weg zur Errettung von Sünde und ewigem Tod ist.

Du verkündest das Evangelium Jesu als das allein selig machende, weil er gesagt hat: „Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er errettet werden“ (Joh 10,9). Du legst dafür Zeugnis ab, weil du mit dem Apostel Paulus übereinstimmst: „Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus“ (1Tim 2,5).

Du befindest dich also in bester Gesellschaft und auf sicherem Grund, wenn du den Ungläubigen bezeugst, dass es nur einen einzigen von Gott verordneten Weg zur Errettung gibt.

„Wir müssen die Kirche ganz neu aufstellen“

Nach einem Bericht in „Idea“ von dem Kongress im Christlichen Gästezentrum in Schwäbisch Gmünd zum Thema: „30 Jahre Friedliche Revolution – Bilanz eines Wunders“ hat der Wittenberger Stadtpfarrer erstaunliche Forderungen an die derzeitige Kirche gestellt. Martin Kugele berichtete darüber in seiner WEMail aus Bretten vom 25.10.2019:

SCHWÄBISCH GMÜND.  Die Kirche muss wieder zu ihren Ursprüngen zurückkehren, forderte der ev. Stadtpfarrer Alexander Garth (Wittenberg) auf dem Kongress „30 Jahre Friedliche Revolution – Bilanz eines Wunders“ in Schwäbisch Gmünd.  Garth zufolge muss sich die „Kirche ganz neu aufstellen“, von einer „Behörden- und Staatskirche“ zu einer „Kirche der Bekenner und Jesus-Nachfolger“ werden. Die Christen müssten sich wieder darauf besinnen „Salz und Licht in der Welt“ (Bergpredigt Jesu) zu sein. Die Kirche habe bis zum Ende des 4. Jahrhunderts eine „Kontrastgesellschaft“ gebildet. Christen hätten eine andere Ethik vertreten als Angehörige heidnischer Kulte. Das habe dazu geführt, dass die Gemeinden schnell gewachsen seien. Erst als das Christentum im Jahr 380 zur Staatsreligion erhoben worden sei, hätten die Christen aufgehört, sich zu unterscheiden. Ein „Durchschnittschristentum“ habe sich ausgebreitet. Das habe daran gelegen, dass ein Großteil der Menschen, die sich nun zur Kirche hätten halten müssen, eigentlich Heiden gewesen seien. Pfarrer Garth zufolge können die evangelischen Kirchen in den westlichen Bundesländern viel von den Christen lernen, die in der ehemaligen DDR gelebt hätten. Diese hätten bereits erfahren, was es bedeute, wenn der Staat die Kirche nicht mehr stütze, sondern ihr feindlich gegenüberstehe. Diese Erfahrungen seien wertvoll, da auch im Westen ein großer „Säkularisierungsschub“ zu erwarten sei. Zu dem mehrtägigen Kongress kamen 250 Teilnehmer. ins Christliche Gästezentrum in Schwäbisch Gmünd. (idea)

Johannes Gerloff in Mühlacker 12.2.2019: „Aktuelle Lage in Nahost“

Spannungen zwischen Palästinensern und Juden: “Wie Du mir, so ich Dir”. – Ein aktuelles Blitzlicht

Am 12.2.2019 im Gemeinschaftszentrum der Liebenzeller Gemeinschaft Großglattbach, Lammgasse 5, 75417 Mühlacker (Großglattbach).

Die letzten Jahrzehnte haben weltweit eine Vielzahl von Krisen und Konflikten erlebt: „Kalter Krieg“, „Balkan“, „Ruanda“, „Afghanistan“, „Syrien“, „Myanmar“ sind nur einige Stichworte einer endlosen Liste. Die Weltgemeinschaft scheint nicht zur Ruhe zu kommen.
Einem Krisenherd allerdings gilt weltumspannend eine überproportionale Aufmerksamkeit: In den zurückliegenden siebzig Jahren gab es vermutlich keinen einzigen Monat, in dem der sogenannte „Nahostkonflikt“ zwischen Palästinensern und Juden nicht irgendwo Thema in den Medien war.
Aktuell erscheint eine Lösung dieses Konfliktes in weiter Ferne. Europa sieht eine „Gewaltspirale“ oder Aktionen nach dem Motto „Wie Du mir so ich Dir“.
Manche Christen betrachten das jüdische Volk als „auserwähltes Volk Gottes“, seinen Staat Israel als Erfüllung biblischer Prophetie. Kontrovers wird in christlichen Kreisen gesehen, welche Relevanz dieser Aspekt für die Beurteilung Israels hat.
Johannes Gerloff, Theologe, Journalist und Buchautor, lebt mit seiner Familie seit 1994 im Zentrum des Nahostkonflikts, in Jerusalem. Wie kaum ein anderer kennt er die Situation vor Ort und kann so ein umfassendes Blitzlicht auf die Situation im Nahen Osten werfen. Neben politischen Aspekten beleuchtet er auch theologische Dimensionen des Geschehens im Nahen Osten.

Die Veranstaltung mit Johannes Gerloff findet statt im Gemeinschaftszentrum der Liebenzeller Gemeinschaft Großglattbach, Lammgasse 5, 75417 Mühlacker (Großglattbach).

Des Apostels Paulus innerstes Ergehen: Einerseits „himmelhoch jauchzend“ andererseits „zu Tode betrübt“

Predigt zu Römer (8,31ff),9,1-8.14-16

Am 5. August 2018 feierte die Evangelische Kirche in Deutschland den jährlichen „Israelsonntag“, immer am 10. Sonntag nah dem Dreieinigkeitsfest. Wollen wir Christen aus den Nationen unser Verhältnis zum jüdischen Volk, zum Gottesvolk Israel bestimmen, dann kann es uns helfen dort genauer hinzusehen, wo biblische Zeugen sich mit diesen Fragen persönlich auseinandergesetzt haben. Eine herausragende Person ist dabei der Apostel Paulus. Er erlebte die persönliche Veränderung von einem fanatischen Jesusgegner in einen lebenslangen leidenschaftlichen Zeugen seines gekreuzigten und auferstandenen Herrn.

Es gibt eine Stelle in den Briefen des Apostels Paulus, die sehr anspruchsvoll und herausfordernd ist und alles andere als leicht verständlich. Aber sie lässt ganz tief in das Innerste seines Seelenlebens blicken, das zugleich in allergrößtes Erstaunen versetzt. Wir reden vom Römerbrief des Apostels Paulus.

In den wenigen Sätzen am Ende von Kapitel 8 und zu Beginn von Kapitel 9 offenbart er den Lesern seines Briefes eine extreme Weite seiner Gefühlswelt. Diese schwingt sich einerseits empor zu „himmelhoch jauchzend“ und stürzt danach unmittelbar ab in tiefste Traurigkeit „zu Tode betrübt“. Alle sechs Jahre ist ein Abschnitt davon als  Predigttext (Rö 9,1-16) vorgeschlagen. Leider kommt in dieser Auswahl die Spannung nicht direkt zum Ausdruck. Es soll darum hier an dieser Stelle der Textabschnitt leicht erweitert werden. Zwischen Rö 8,31 – 9,1-16 lesen wir u.a.: „Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? … Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“

Ich sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im Heiligen Geist, dass ich große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlass in meinem Herzen habe. Ich selber wünschte, verflucht und von Christus getrennt zu sein für meine Brüder, die meine Stammverwandten sind nach dem Fleisch, die Israeliten sind, denen die Kindschaft gehört und die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen, denen auch die Väter gehören und aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen.

Aber ich sage damit nicht, dass Gottes Wort hinfällig geworden sei. Denn nicht alle sind Israeliten, die von Israel stammen; auch nicht alle, die Abrahams Nachkommen sind, sind darum seine Kinder. Sondern nur »was von Isaak stammt, soll dein Geschlecht genannt werden« (1.Mose 21,12), das heißt: nicht das sind Gottes Kinder, die nach dem Fleisch Kinder sind; sondern nur die Kinder der Verheißung werden als seine Nachkommenschaft anerkannt.  Was sollen wir nun hierzu sagen? Ist denn Gott ungerecht? Das sei ferne! Denn er spricht zu Mose (2.Mose 33,19): »Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich« So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.

Zwischen Rö 8,28.39 und Rö 9,1ff kommt nun dieser unerwartete und unübersehbare Bruch: „Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt“.

Jäh und unvermittelt nach dem vorausgehenden überwältigenden Jubel bricht es im übernächsten Vers aus Paulus heraus: „… ich habe große Traurigkeit und einen unablässigen Schmerz in meinem Herzen.“ (Rö 9,2) Paulus war sich wohl dessen bewusst, dass überfließende Freude einerseits und abgrundtiefe Traurigkeit andererseits schwerlich zusammen passen. Darum – so könnte man vermuten – hält er kurz inne und macht eine kurze Bemerkung. Machen wir uns klar: Im Gegensatz zu unseren Bibelausgaben gab’s im Originalbrief von Paulus weder Überschriften noch Kapitel bzw. Verseinteilungen. Sodass nach den letzten Sätzen unseres Kapitels 8 „nichts, nichts, kann uns scheiden von der Liebe Gottes …“  unvermittelt die Worte folgen: „Ich habe große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlass …“. Ich könnte mir denken, dass Paulus beim Niederschreiben dieser Sätze zuerst selbst erschrocken war. Und darum den Satz einfügte, im Sinne von „Wundert euch nicht was jetzt kommt“:  „Was ich jetzt sage, sage ich in der Gegenwart Christi. Ich lüge nicht. Mein Gewissen bezeugt mir, und der Heilige Geist bestätigt mir, dass es die Wahrheit ist und dass ich nicht übertreibe“. (Rö 9,1)

Jetzt lässt Paulus die Leser seines Briefes in sein Inneres blicken. So wie die Sätze seines Briefes unmittelbar neben einander liegen, tun es auch die Gefühle im Herzen des Paulus: Jubelnde Gewissheit über eine herrliche Zukunft bei Jesus einerseits . Hart daneben aber abgrundtiefe Traurigkeit und unablässiger Schmerz andererseits, wenn er an seine unerlösten jüdischen Volksgenossen denkt. Beides – jubelnde Freude und unaufhörliche Schmerzen pulsieren ganz real in seiner Brust. Offensichtlich schließt eines das andere nicht aus. Beides ist nicht nur möglich, sondern es gehört für die Jetztzeit bis zur Wiederkunft Jesu zusammen.

Aus den ersten 8 Kapiteln seines Römerbriefes wird unmissverständlich deutlich warum Christen allen Grund haben in höchsten Jubel über unser Heil in Jesus auszubrechen. „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“ Daneben die Verse ab Kapitel 9. Sie machen deutlich, warum Paulus so abgrundtief traurig ist über sein eigenes Volk. Der Grund ist: Sie lehnen den gottgesandten Messias in ihrer Mehrheit ab und damit eben auch ihr ewiges Heil.

Paulus trägt unsäglich schwer daran, dass der Großteil seines eigenen Volkes ihren gottgesandten Messias ablehnt. Er denkt, fühlt, empfindet „im heiligen Geist“; das will sagen, es ist die Wahrheit Gottes, die ihn mit dem lebendigen Christus verbindet. Das ist sein Geheimnis: Paulus empfindet in völliger Übereinstimmung mit Gott und Jesus Christus. Der Heilige Geist hat ihm diese Gewissheit eingegeben. Paulus weiß was Israel von Gott „gegeben“ ist. Und Paulus weiß auch: Dies gehört dem Gottesvolk noch immer. Obwohl sie, ja trotzdem sie, ihren Messias verworfen haben. „Gott hat sein Volk Israel nicht verstoßen“, schreibt Paulus zwei Kapitel später. Dies ist alles andere als selbstverständlich.

Doch welch ein Jammer, welch eine Tragik: Israel verachtet und verschmäht seinen kostbaren Besitz noch immer. Und zwar so lange wie seine jüdischen Volksgenossen ihren Messias ablehnen. Allein in Jesus Christus sind alle Gottesverheißungen Ja und Amen. Nur Jesus Christus kann aus einen Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs zu einem Kind der Verheissung, zu einem Gotteskind machen und diesen in seine ihm von Gott gegebene Berufung hineinführen. Dann, wenn dieser Jesus im Glauben annimmt. Es wird einmal dazu kommen, dass ganz Israel dies tun wird. Dann, wenn wie angekündigt, der Überrest Israels gerettet und in den „Neuen Bund“ hineingenommen wird. (Rö 11,25f) Darin verspricht Gott seinem Volk Israel das neue Herz. (Jer 31,31-34 u.ö) Dann wird das ewige Friedensreich unter dem Messiaskönig Jesus verwirklicht werden und Israel zu seiner Bestimmung gekommen sein.

Bei alledem ist Paulus nicht fertig mit seinem Volk, vielmehr liebt er sein Volk Israel und wie:  mit der Liebe Gottes. Paulus liebt sein Volk die Juden, die Israeliten, mit einer Liebe die alles kosten darf. Wenn Paulus könnte, so würde er sich selbst für seine jüdischen Volksgenossen opfern, um sie zu retten. Er hatte inständig zu Gott gefleht: „Herr, verfluche mich an der Stelle meines Volkes, trenne mich von Christus“. Welch überwältigende Liebe zu seinem Volk zeigt sich hierin. Sie verwundert umso mehr, als Paulus von seinem Volk über Jahrzehnte nur Ablehnung und Verfolgung erlebt hat. Mehrfach wurde er ausgepeitscht, einmal sogar gesteinigt. Er überlebte nur knapp. Und doch war er bereit für sein Volk sich Gott „zu opfern“. Aber Gott hatte schon lange einen anderen Heilsweg erwählt. „Für Juden zuerst und auch für Nichtjuden“ (Rö 1,16). Wir leben in der Zeit nach Christi Kreuz und Auferstehung. Christus hat den Fluch für Sünder auf sich genommen zum Heil derer die an ihn glauben. Gottes Heilsplan kommt durch ihn zur Vollendung. Die Herrschaft der Liebe kommt.

Was für eine Kraft beseelte den Paulus, woher kam sie ihm?

Paulus ist getrieben von der Liebe Gottes. Sie ist ausgegossen in menschliche Herzen durch den Heiligen Geist. Die Liebe Gottes ist eine Frucht des Heiligen Geistes. Diese göttliche Liebe ist nicht „made by men“, nicht menschlicher Natur. Sie ist „made by God“. Diese Liebe ist göttlicher Natur. Die gibt es aus menschlicher Anstrengung heraus nicht. Diese Liebe ist von göttlicher Qualität. Das ist eine Kraft von einem „andern Stern“.

Sie können hier die ganze Predigt lesen. Das Thema ist bis heute höchst aktuell.

Rö_8,31-9,16_i.A_Predigt_zu_Israelsonntag

 

Buchbeschreibung – Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert

Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert

Nicht nur der Menschenrechtsrat lässt keine Gelegenheit aus, den jüdischen Staat zu verunglimpfen. Andere Gremien der Vereinten Nationen ziehen mit. Ein neues Buch bietet einen Überblick über anti-israelische UN-Aktionen. Eine Rezension von Marc Neugröschel

Ende Juni verkündigten die Vereinigten Staaten von Amerika ihren Austritt aus dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen und sorgten damit für jede Menge Wirbel. Vertreter der US-Regierung begründeten ihren Schritt auch damit, dass Israel in dem UN-Gremium zum Sündenbock gemacht wird, um auf diese Art und Weise von den gravierenden Menschrechtsverletzungen anderer Länder abzulenken.

In ihrem neuen Buch „Vereinte Nationen gegen Israel. Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert“ zeigen Alex Feuerherdt und Florian Markl, dass ein anti-israelisches Ressentiment nicht nur das Geschehen im Menschenrechtsrat bestimmt, sondern die gesamte Organisation der Vereinten Nationen durchsetzt, samt ihrer unterschiedlichen Gremien, Abteilungen und Unterorganisationen. Schonungslos arbeiten die beiden Autoren heraus, wie die UNO im Laufe der Jahre zunehmend in das Fahrwasser antiwestlicher Strömungen geraten ist und sich dabei immer weiter von ihren Gründungsidealen entfernt hat. Aus einer Organisation für Frieden und Menschenrechte sei eine Vereinigung geworden, welche diese Begriffe missbrauche, um antisemitische Agitation zu legitimieren. Das habe unter anderem etwas mit dem wachsenden Einfluss islamistischer Regime und autokratischer Drittweltländer auf die Weltorganisation zu tun. Doch auch Europa sei für diese Entwicklung mitverantwortlich.

Lesen Sie den ganzen Artikel in Israelnetz vom 16.7.2018. Auf 7 Seiten werden Beispiele aufgezeigt, wie Israel dämonisiert wird und voreingenommen dem Staat Israel eine Daseinsberechtigung abgesprochen wird.

https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/kultur/2018/07/16/wie-die-uno-den-juedischen-staat-delegitimiert/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign%5BcObj%5D%5Bdata%5D=date%3AU&utm_campaign%5BcObj%5D%5Bstrftime%5D=%25y-%25m-%25d&cHash=881bf1c5797a9c115a398a961ba5a321

„Volk Israel und Gemeinde Jesu – was haben die miteinander zu tun?

Seit vielen Jahren schon beschäftige ich mich mit dem Volk Gottes „Israel“. Eine Zeitlang haben meine Frau und ich auch selbst in Israel unter Holocaustüberlebenden beim Liebenswerk Israel Zedakah mitgearbeitet. Viele Begegnungen mit Juden haben mich – von Beruf war ich landeskirchlicher Pfarrer – theologisch nachhaltig geprägt. Besonders aber wurde ich tief davon überzeugt, dass die ganze Bibel – AT und NT eine wunderbare Einheit bilden. Gott hat zu uns Menschen in seinem Wort gesprochen. Und Gott redet heute zu uns in seinem Wort. Die Bibel bekräftigt: „Das Wort des Herrn ist wahrhaftig und was er zusagt, das hält der gewiss.“ (Ps 33,4) Die letzten 15 Jahre des Ruhestandes waren in Bezug auf mein Verständnis für das Geschehen um Israel geprägt von meiner Beziehung zu der „Gemeineinschaft der Versöhnung“ (GdV: www.gdv-cor.org/)

Seit mehr als fünfundzwanzig Jahren existiert diese Gemeinschaft. Ihre Glieder leben und wirken an verschiedenen Orten: In Jerusalem, in der Zentrale in Winterthur, Schweiz, in einem Zentrum (Mühle) bei Sisteron (Südfrankreich) und seit einigen Jahren auch im Libanon, dort im libanesisch syrischen Grenzgebiet unter syrischen Flüchtlingen . Durch verbindliche geistliche Gemeinschaft, mit täglichem gemeinsamem Gebet treiben sie Freundschaftsevangelisation und bringen so die frohe Botschaft von Jesus zu Juden und Arabern und stiften auch Versöhnung unter ihnen. Ihre Frucht ist nicht zu übersehen. Über viele Jahre fand in Jerusalem eine deutschsprachige  Studienwoche statt. Meine Frau und ich haben regelmäßig in den letzten Jahren daran teilgenommen. Für mich so etwas wie ein „Jahresupdate“ zu den Entwicklungen in Israel – politisch, gesellschaftlich – aber auch geistlich war dies eine große Bereicherung für uns.

In diesem Jahr 2017 begeht die Evangelische Kirche in Deutschland am 20. August den jährlichen Israelsonntag. Als Predigttext für diesen Tag ist der Abschnitt aus dem 2. Buch Mose, Kap 19,1-6 vorgegeben.

Israel am Sinai – Vorbereitung auf die Gesetzgebung

1 Im dritten Monat nach dem Auszug der Söhne Israel aus dem Land Ägypten, an ebendiesem Tag kamen sie in die Wüste Sinai.

2 Sie brachen auf von Refidim und kamen in die Wüste Sinai und lagerten sich in der Wüste; und Israel lagerte sich dort dem Berg gegenüber.

3 Mose aber stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berg aus zu: So sollst du zum Haus Jakob sagen und den Söhnen Israel mitteilen:

4 Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan und wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe.

5 Und nun, wenn ihr willig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein; denn mir gehört die ganze Erde.

6 Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Söhnen Israel reden sollst.

Gewiss eine alte Geschichte aber deshalb keineswegs eine veraltete.

Diese Ereignisse liegen ca 3 ½ Jahrtausend zurück. Und doch sind sie brandaktuell. Und dies umso mehr je näher wir dem Ziel von Gottes Weltgeschichte entgegeneilen. Das ist zum Einen die Wiederkunft Jesu zur Entrückung der Gemeinde und zum andern wird Jesus Christus Gottes messianisches Friedensreich auf dieser Erde aufrichten. Der allmächtige Gott, der Schöpfer des Universums ist gestern, heute und in Ewigkeit derselbe. Er hat sich in Jahrtausenden nicht gewandelt. Gott ist dabei mit seinem Volk Israel Geschichte zu machen; Heilsgeschichte für die ganze Welt. Gott holt sich dazu weder die Zustimmung der Großmächte noch die des UN-Weltsicherheitsrates ein. Gott hat seinen Plan. Der liegt seit Jahrtausenden fest. Die Propheten haben ihn verkündet. Jesus sagte: „Ihr habt Mose und die Propheten, die hört“. Wenn wir dem biblischen Zeugnis glauben wissen wir wo’s lang geht. Wer hätte vor 100 Jahren gedacht, dass einmal Volk Israel und Land Israel die ganze Welt mit dem Nahostkonflikt in Atem hält. Und das, weil die Völker – einschließlich Israel – anders wollen als Gott. Damit sind wir auch schon beim zentralen Thema des Israel-Sonntags 2017.

Israel bleibt auf dem Terminkalender der Weltpolitik

Vor mehr als 3000 Jahre hat Gott dort in der arabischen Wüste einen entscheidenden Anfang seiner Heilsgeschichte gesetzt. Diese ist seitdem im Gange und sie wird sie sich in Zukunft unvorstellbar herrlich entfalten; das Ziel ist nichts geringeres als das Friedensreich des Messias auf unserem blauen Planeten. Wir brauchen dazu nur auf Gottes Wort zu hören. Dann können wir unsere Zeit verstehen und auch das Geschehen heute recht deuten. Die Zeiten werden turbulenter. Jesus selbst kündigte für die letzte Zeit vor seinem Kommen allerschwerste Bedrängnisse an, wie sie sie zuvor nicht gewesen seien.

Die entscheidende Grundlegung für die einzigartige Stellung und Zukunft Israels, des Volkes Gottes, in der Völkerwelt hat mit genau dem geschichtlichen Ereignis unseres heutigen Bibelabschnitts zu tun. Der ewige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, hat sich den Israeliten dort am Berg Sinai gezeigt, oder sagen wir es theologisch: der unsichtbare Gott hat sich vom Himmel her geoffenbart. Gott ist dort den Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs begegnet, nachdem er zuvor sein Volk aus einer Jahrhunderte währenden Sklaverei herausgerettet und befreit hatte.

Gottes Volk musste wissen, dass es seine Errettung seinem Gott zu verdanken hatte und wozu sie aus der Sklaverei befreit wurden.

Das Volk musste auf seine Sonderstellung in der Völkerwelt vorbereitet werden. Hinfort durfte nie mehr in Vergessenheit geraten, wem das Volk seine Befreiung verdankte und wozu es befreit wurde. Auch wenn dies in den nachfolgenden Zeiten immer wieder aus dem Blick geriet und Gottes Volk sich von seinem Gott lossagte, ein Fundament war gelegt. Darauf hat Gott immer wieder neu aufgebaut.

Dort am Sinai machte Gott Israel unsterblich. Israel ist in die Freiheit geführt worden, um für immer Eigentumsvolk Gottes zu sein.

Befreiung also wozu? Eigentumsvolk Gottes sollen sie sein? (V6) Ihr sollt aus allen Völkern mein Eigentum sein; denn mir gehört die ganze Erde. Der Schöpfer und Herrscher des Universums lässt sein erwähltes Volk wissen, was sie sein werden, wozu sie bestimmt sind: „Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein.“

Einzigartig ist diese göttliche Bestimmung. Das Volk Israel wird in eine Mittlerfunktion zwischen Gott, dem Schöpfer, und seinem Geschöpf, Mensch, hineingerufen.

Gott hat sich mit dem Volk Israel ein Instrument geschaffen mit dem er die ganze von ihm abgefallene Menschheit wieder zurechtbringen wird. Gott schafft unserer Welt eine Zukunft. Israel ist dafür sein Werkzeug. Dazu hat Gott die Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft befreit und es mit sich verbündet für Zeit und Ewigkeit. Israel ist und bleibt für immer Gottes Eigentumsvolk und er wirkt durch sein Volk. Gott wirkte in der Vergangenheit, er wirkt in der Gegenwart und er wird in Zukunft wirken.

Lesen Sie hier die ganze Predigt:

2.Mo_19,1-6_Predigt_für_Israelsonntag_Kleinsachs._2017

Es wird darin aufgezeigt welche Gemeinsamkeiten das Volk Israel in der Bibel mit der neuzeitlichen Gemeinde Jesu Christi hat. Aber auch welche Unterschiede zu beachten sind. Der Schlüssel lautet:

Wir als Gemeinde Jesu – und das Volk der Juden sind wie zwei Geschwister einer Familie – und zwar der Gottesfamilie. Zwei verschiedene Personengruppen, mit gewichtigen Gemeinsamkeiten. Wir stammen vom selben Gott-Vater als unserem Schöpfer ab. Wir haben geistlich gesehen dasselbe Erbgut, wir sind in übertragenem Sinne auch blutsverwandt – erlöst durch das Blut des Juden Jesus.

Aber wir unterscheiden uns auch. Wie sich eben zwei Geschwister unterscheiden. Geschwister haben verschiedene Gaben, unterschiedliche Begabungen, verrichten unterschiedliche Aufgaben und v.a. unterscheiden sie sich in ihren Biografien und ihren Lebenszielen. Wie sich das im Einzelnen auswirkt wird ausführlich behandelt.

Gottes Heilsgeschichte spannt einen weiten Bogen über die letzten 3 – 4 Jahrtausende. Diese Heilsgeschichte ist uns erschlossen im Wort der Bibel. Jede Zeit – auch die heutige kann Gott am Werke sehen: An seinem Eigentumsvolk Israel. Und an uns – der Gemeinde Jesu. Gott erfüllt ganz gewiss was er versprochen hat. Es ist schon im Werden: Für uns, die Gemeinde Jesu, und für das Volk Israel je auf seine Weise: „Ihr werdet mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“

 

Gott gibt den Plan mit seinem Volk nicht auf Jes 2,1-11

Den folgenden Vortrag habe ich 2012 gehalten. Er ist heute noch so aktuell wie vor 5 Jahren. Mehr noch, die zwischenzeitliche Entwicklung beweist einmal mehr, dass die Gedanken zu Jesaja 2,1-11 der Wahrheit des geoffenbarten Prophetenwortes abgelauscht und vom Geist Gottes geschenkt worden sind.  Keine Frage, dass Gott sein Volk Israel vorbereitet seinen Messias zu empfangen. Sind wir als Gemeinde Jesu auf Gottes Eingreifen vorbereitet?

Vortrag bei der Israelskonferenz in Maisenbach März 2012

Konferenzthema: „Gott bereitet Israel vor, seinen Messias zu erkennen“

Auf dem Einladezettel zur Konferenz lautete das Thema: „Gott bereitet Israel vor, seinen Messias zu erkennen.“ Gott tut das, das ist überhaupt keine Frage! Ja, „Gott bereitet Israel vor seinen Messias zu erkennen“. Das erlebte ich Jahr für Jahr beglückend, wenn ich im September eines Jahres nach Jerusalem reise um dort mein „Jahres-Update“ zum Thema „Israel“ zu empfangen. Über viele Jahre bsuchte ich jährlich die Studienwoche der Gemeinschaft der Versöhnung GdV mit großem Gewinn. In manchen Jahren hatte ich jeweils noch einige Freunde dabei, mit denen ich hinterher noch einige Tage im Land umherreiste.

Bei den Studienwochen vertiefte ich mich immer wieder in die biblische Lehre, in die Heilsgeschichte Gottes, die Marcel Rebiai vollmächtig dargelegte. Mit ganz besonderer Betonung des prophetischen Wortes, als ein Licht, das leuchtet auf unserem Weg. Gottes Heilsgeschichte mit seinem Volk und den Völkern von Anfang bis Ende. Ich erfuhr von der Last und von den Freuden im Dienst  der Geschwister in Jerusalem, wenn sie Juden und Moslems das Evangelium von Jesus bezeugen. Und ich durfte hören von der Frucht, die Gott auf mehr als 20 Jahren treuen Dienstes schenkt.

„Gott bereitet Israel vor, seinen Messias zu erkennen“.

Ja, das stimmt! Besonders die an Jesus, an Jeshua glaubenden jüdischen Gemeindeleiter werden nicht müde, auf die baldige Wiederkunft Jesu hinzuweisen. Sie leben in einer großen Naherwartung. Und sie predigen das auch. Selbst nicht wenige Israelis in verantwortlicher Position in der Gesellschaft und Politik sind davon überzeugt, dass ein politischer Friede im Nahen Osten außer Reichweite ist. In jüngster Zeit mehr denn je.

Hier können Sie den ganzen Vortrag lesen:

Gott_gibt_seinen_Plan_nicht_auf_Jes _2,1-11_Israelkonferenz März_2012

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel in Israel

Deutschland zu Gast bei Freunden
Über den Besuch des Bundesaußenministers Sigmar Gabriel in Israel
von Josias Terschüren Mai 2017

Der Autor des Reports ist Josias Terschüren, Direktor für Öffentlichkeitsarbeit bei der Initiative 27. Januar. Diese hat sich in ihrer Arbeit neben dem Gedenken an den Holocaust, dem Kampf gegen Antisemitismus auch der Israelsolidarität als drittem Schwerpunkt verschrieben. Die derzeitige Entwicklung in den deutsch-israelischen Beziehungen sind beängstigend. Josias Terschüren zeichnet die Entwicklungen und Prozesse für die bilateralen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel innerhalb der letzten Monate nach.

„Es ist ein turbulenter Abschnitt der deutsch-israelischen Beziehungen, der sich momentan vor unseren Augen abspielt. Schuld an den Turbulenzen ist einmal mehr der Doppelstandard, der gemeinhin für Israel gilt. Auslöser der aktuellen Spannungen zwischen den befreundeten Nationen ist ein abgesagtes Treffen zwischen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und dem deutschen Außenminister Sigmar Gabriel.

Die Absage durch Benjamin Netanjahu löste in Deutschlands Politik und Medien einen Eklat aus. Um nachvollziehen zu können, warum dieser sich dazu entschloss, den höchsten Diplomaten eines der engsten Verbündeten Israels in der Welt so öffentlich in die Schranken zu weisen, muss man die Vorgänge in einem größeren Kontext betrachten.“

Es lohnt sich die exakt recherchierten Details nachzulesen, die der Autor in seinem Artikel aufgezeichnet hat.

Hier der Link zum vollständigen Artikel 170620 Monitoring-Report-2017-05_Gabriel-in-Israel

Einblicke und Durchblicke in Gottes Heilsgeschichte – bei Nehemia K.1

Gottes Heilsgeschichte mit seiner Menschheit ist aufs engste verwoben mit der Weltgeschichte. Sie sind nicht voneinander zu trennen. – Was Jahrtausende miteinander verbinden

Unsere gesamte Menschheitsgeschichte von Adam an hat einen Anfang und ein Ziel. Wir sind keineswegs einer Vielzahl von Zufälligkeiten unterworfen, sondern da herrscht einer über uns, der einen Plan hat. Und nach seinem Plan läuft die Geschichte der Menschheit ab. Dieser eine ist der allmächtige und ewige Gott. Er ändert sich nicht. Er ist derselbe: gestern, heute und in Ewigkeit. Aber die Menschen und die Reiche dieser Welt ändern sich – und zwar nach göttlichem Plan. Gottes Ziel mit seiner Menschheit ist dies: Die Macht der Sünde soll in dieser Welt gebrochen, Tod und Teufel sollen besiegt und überwunden werden. Unsere Erde soll unter der Herrschaft Gottes und seines Messias in ein Friedensreich verwandelt werden.

Das Buch Nehemia im AT ist das letzte der Geschichtsbücher. Obgleich in den meisten gängigen Übersetzungen Esra und Nehemia jeweils eigenständige Bücher sind, gehörten sie womöglich einst zusammen und bildeten eine Einheit, so wie es auch heute noch in hebräischen Handschriften ist.

Mit dem was wir aus dem Nehemiabuch erfahren, werden uns Einblicke in eine ganz besondere, in eine entscheidende Stunde der Heilsgeschichte Gottes mit seinen Menschen gewährt.
Was ist das Besondere daran? Wir werden Zeugen einer Umbruchzeit in Gottes Heilsgeschichte. Die Zeit des sogenannten Alten Bundes mit dem Gottesvolk Israel neigt sich seinem Ende zu und die Zeit des Neuen Bundes wird vorbereitet.

Einige Sätze zur Person des Nehemia: Von Beruf war Nehemia ein sehr hoher Beamter am Hof des Königs von Persien, Artaxerxes I (464-424 v. Chr.). Nehemia, dieser  hebräische Name hat die Bedeutung „Jahwe tröstet“, also der HERR, Gott, tröstet. Sein Vater war Hachalja. Der war zusammen mit einer von drei Gruppen aus seiner Heimat Juda ins Exil verschleppt worden. Dies passierte im Abstand einiger Jahrzehnte zwischen ca 605 bis 586 v.Chr. Nehemia selbst wurde erst in der Gefangenschaft geboren. Er kannte daher die Heimat seiner Vorfahren nur vom „Hören-Sagen“. Seine hohe Funktion am persischen Königshof wird in unserem Text mit „Mundschenk“ bezeichnet.  Eine sehr hohe, bedeutende und verantwortungsvolle Position. Eine besondere Vertrauensstellung, also eher zu beschreiben als eine Art Privatsekretär. Als Mundschenk von König Artaxerxes I. hatte Nehemia sowohl eine verantwortungsvolle (er musste sicherstellen, dass der Wein des Königs nicht vergiftet war) als auch eine einflussreiche Position, denn ein solch vertrauenswürdiger Diener wurde oft zu einem engen Berater.

Etwa um dieselbe Zeit, bzw. kurz davor lebten die letzten Propheten im AT, Sacharja und Maleachi. Wenig mehr als 500 Jahre vor Chr., also vor der Zeitenwende. Mit diesen beiden letzten Propheten des AT hörte Gott für lange Zeit auf mit seinem Volk zu reden. Die Zeit der Propheten war zu Ende gegangen. Wenig mehr als 5 Jahrhunderte wird es noch dauern, bis Gott ganz neu und noch einmal ganz anders zu seinem Volk redet, ja überhaupt zur ganzen Menschheit: Dann nimmt Gott selbst Menschengestalt an. Er wird in seinem Sohn zu seinem Volk kommen. Gott kommt vom Himmel auf die Erde. Und mit Jesus v. Nazareth bricht eine ganz neue Zeit an. Im Joh.-Evglm erfahren wir: „Das Wort Gottes wurde Fleisch, d.h. nahm Menschengestalt an, und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit“. (Joh 1,14) Gottes zuvor ergangenes Wort durch Mose und die Propheten war allerdings durch das Kommen Jesu nicht hinfällig geworden. Vielmehr „musste sich alles erfüllen was über ihn – von Jesus – im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen geschrieben steht.“ (Lk 24,44) So erklärte es der auferstandene Jesus später seinen beiden völlig frustrierten Jüngern als diese am Abend des Auferstehungstages Richtung Emmaus wanderten. Von der Auferstehung Jesu hatten sie zwar gehört, sie aber weder einordnen noch glauben können.

Die Zeit von Esra und Nehemia waren also heilsgeschichtlich betrachtet eine ganz besondere Umbruchzeit. Es mussten in der Geschichte des Volkes Gottes alle erforderlichen Voraussetzungen für das Kommen des Messias Jesus und sein Rettungshandeln geschaffen werden. Sowohl die äußeren, sprich die politischen, als auch die inneren, die geistlich religiösen.

Dies war ca 140 Jahre zuvor geschehen: Seit 586 v. Chr. lebte das Volk der Juden mit nur wenigen Ausnahmen im Exil. Tausende von Kilometern entfernt vom „verheißenen Land“ in der babylonischen Gefangenschaft. Gottes Gerichtsankündigungen durch Mose (z.B. 3.Mo 20,22) und die Propheten haben sich in schrecklicher Weise erfüllt. Das von Gott verheißene Land, das Josua dem Volk Israel rund 1000 Jahre zuvor ausgeteilt hat und in dem Jahrhunderte später König David sein Großreich aufgebaut hatte, hat seine Bewohner „ausgespien“.

Aber damit war Gott mit seinen Heilsplänen keineswegs am Ende. Im Gegenteil: Es war die Zeit gekommen, ein neues Kapitel seiner Heilsgeschichte aufzuschlagen. Gott selbst wird in seinem Sohn Jesus Christus auf die Erde kommen, um Sünde, Tod und Teufel zu besiegen. Dieses heilsgschichtliche Ereignis besonderer Art musste vorbereitet werden.

Machen wir uns bewusst: Der „Neuen Bund“ wurde mit dem 3 jährigen Wirken des Gottessohnes mit Kreuz und Auferstehung auf dieser Erde aufgerichtet. Es war ein kurzer – aber wunderbarer Höhepunkt in Gottes Heilsschaffen in seinem Kampf gegen Satan und seine Macht. Gott selber erschien in seinem Sohn in dieser Welt. Satan der urzeitliche Gottesrebell war lange zuvor aus dem Himmel auf die Erde geworfen worden. Damit wurde unsere Erde zum Schauplatz der Auseinandersetzung Gottes mit Satan. Es kam zur Entscheidung. Gottes ewiges Wort wurde Fleisch – d.h. Mensch – und wohnte unter uns. In der Person des Jesus von Nazareth.

Dieses zentrale Ereignis in Gottes Geschichte mit seinen Menschen konnte nirgends anders als in der Stadt Davids, nirgends anders als in der Stadt des großen Königs, nirgends anders als in der Hauptstadt des kommenden messianischen Friedensreiches geschehen.  Hier in Jerusalem musste das zentrale Ereignis der Heilsgeschichte Gottes mit Kreuz und Auferstehung  Jesu stattfinden.

Und um diese Vorbereitung geht es im Esra und Nehemia Buch. Die nimmt hier ihren Anfang. Wie hat Gott das gemacht? In göttlicher Souveränität greift Gott ein in das Weltgeschehen. Er beruft sich Menschen, öffnet ihnen die Schrift, schenkt Weisheit und Erkenntnis, er formt sie, befähigt sie, leitet sie und schenkt Gelingen. Schon erstaunlich, wie Gott sich dazu Menschen unterschiedlicher Herkunft, Stellung und Berufe bedient. Nehemia selbst zeigt ein vorbildliches Gottvertrauen und ist zu gößtem persönlichen Opfer bereit.

Das ganze Nehemia-Buch kann unter das Thema gestellt werden:  „die gute Hand Gottes“.  Es lohnt sich das ganze Nehemiabuch einmal im Zusammenhang durchzulesen. Dabei wird deutlich wie treffend der Kommentar von Mc. Arthur in der Studienbibel zur Stelle ist: „„Das vorbildliche Verhalten des berühmten Mundschenks wird bei weitem noch von Gott übertroffen, der dafür sorgte, dass die Mauern Jerusalems trotz des vielen Widerstands und der enttäuschender Rückschläge aufgebaut werden konnten“.

Gott hat Gnade gegeben, dass die Voraussetzungen für das erste Kommen des Messias geschaffen werden konnten. Wir werden Zeugen einer Umbruchzeit in Gottes Heilsgeschichte.

Beeindruckend zu sehen, wie Gott just zu diesem Zeitpunkt Gunst und Wohlwollen unter den Vorstehern seines Volkes und im Volk selbst gewirkt hat. Proteste und Rebellion konnten durch Nehemia im Keim erstickt werden. Seine Leute haben es sich sagen lassen. Ja, es stimmt: „Wenn die Stunden sich gefunden bricht die Hilf mich Macht herein, und dein Grämen zu beschämen wird es unversehens sein.“

Ausführlich wird im letzten Teil der Bibelarbeit auf die Frage eingegangen: Was lehrt uns Gottes Wort über Nehemia für unsere Zeit heute? Was hat sich in den 2 1/2 Jahttausenden nicht geändert und was ist „neu geworden“? Wir leben 2500 Jahre nach Nehemia. Gott ist derselbe geblieben. Seine Ziele mit uns Menschen sind dieselben geblieben. Seine Liebe und sein Erbarmen sind uns zugewandt. Gott sei Dank! Denn von Natur aus sind wir Sünder und bedürfen der Befreiung und Heilung. – Auch daran hat sich seit Nehemias Zeiten nichts geändert. Während Nehemia aber noch z. Zt. des „Alten Bundes“ lebte, so finden wir uns heute im „Neuen Bund“ Gottes vor. Nach Gottes Rettungstat in Jesus mit Kreuz und Auferstehung sind wir eingeladen durch den Glauben an Jesus  Kinder Gottes zu werden. Dann lebt Jesus Christus in uns. Eine ganz neue Qualität der Gottesbeziehung.

Der Apostel Paulus beschreibt dieses göttliche Erbarmen so in Gal 4,4ff: „Als dann aber die Zeit herangekommen war, sandte Gott seinen Sohn. Er wurde von einer Frau geboren und unter das Gesetz gestellt.5 Er sollte die loskaufen, die unter der Herrschaft des Gesetzes standen, damit wir das Sohnesrecht bekämen. 6 Weil ihr nun Söhne seid, gab Gott euch den Geist seines Sohnes ins Herz, der „Abba! Vater!“ in uns ruft. 7 Du bist also nicht länger ein Sklave, sondern Sohn! Und wenn du Sohn bist, dann hat Gott dich auch zum Erben gemacht.

Zusammenfassend soll gesagt sein:

Die Geschichte Nehemias will kann für uns ein Vorbild sein für unseren Lebensweg in der Nachfolge Jesu.  Lassen wir uns davon inspirieren!!! Dann sind wir bereit für die Wiederkunft Jesu.

Der vollständige Vortrag wurde am 23.4.17 in Rutesheim im API Zentrum gehalten.  Er kann unter folgendem Link gelesen und heruntergeladen werden: Neh_1_BiStd_bei_API_in_Rutesheim